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Schwierigkeitsgrade von Bergwegen

Welcher Wanderweg passt zu meinem Leistungsvermögen? Mit welchen Schwierigkeiten ist zu rechnen? Diese fundamentalen Fragen beantworten in den Alpenländern unterschiedliche Schwierigkeitsskalen für Bergwege.

Wie bei der Skipisteneinteilung werden für die Schwierigkeitsklassifizierung von Wegen die Farben blau für einfach, rot für mittelschwer und schwarz für schwierig verwendet. Diese Farben sind als Punkt auf den gelben Wegweisern im Gebirge zu finden. Am unteren Rand des gelben Wegweisers steht immer der Name des Wegehalters, häufig einer DAV-Sektion. 

 

Die Zwischenmarkierungen auf Bäumen oder Felsen sind in der Regel rot-weiß-rot, unabhängig von der Schwierigkeit des Bergweges.

 

Und wichtig – nicht vergessen! Diese Bewertungen gelten für "normale", gute Verhältnisse. Nässe, Regen oder Altschnee können die Schwierigkeiten massiv erhöhen. Starkniederschläge oder Lawinen können auch befestigte Wege teilweise wegreißen; vor allem im Frühsommer und nach heftigen Regenfällen sollte man daran denken. Auskunft über die aktuellen Verhältnisse bekommt man von Hüttenwirten oder auch in Tourenplanungsapps wie alpenvereinaktiv.

 

 

Bergwegeklassifikation

  • Talwege (nicht in der Klassifikation, T1): Talnahe, breite, einfach zu begehende Wege ohne Absturzgefahr. Meist nicht vom Alpenverein gepflegt und beschildert.
  • Einfache Bergwege (blau, T2) sind überwiegend schmal, können steil angelegt sein und weisen keine absturzgefährlichen Passagen auf.
  • Mittelschwere Bergwege (rot, T3) sind überwiegend schmal, oft steil angelegt und können absturzgefährliche Passagen aufweisen. Es können zudem kurze versicherte Gehpassagen (z.B. Drahtseil) vorkommen.
  • Schwere Bergwege (schwarz, T4 – T6) sind schmal, oft steil angelegt und absturzgefährlich. Es kommen gehäuft versicherte Gehpassagen und/oder einfache Kletterstellen vor, die den Gebrauch der Hände erfordern. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind unbedingt erforderlich.
 

SAC-Wanderskala

Die Wanderskala des Schweizer Alpen-Clubs wurde 2002 eingeführt und ist in sechs verschiedene Grade unterteilt:

  • T1 (Leichter Talweg, gelb): Weg gut gebahnt. Falls vorhanden, sind exponierte Stellen sehr gut gesichert. Absturzgefahr kann bei normalem Verhalten weitgehend ausgeschlossen werden. Auch mit Turnschuhen geeignet. Orientierung problemlos, in der Regel auch ohne Karte möglich.
  • T2 (Einfacher Bergweg, DAV: blau, SAC: weiß-rot-weiß): Weg mit durchgehendem Trassee. Gelände teilweise steil, Absturzgefahr nicht völlig ausgeschlossen. Etwas Trittsicherheit nötig, Trekkingschuhe empfehlenswert. Elementares Orientierungsvermögen.
  • T3 (Mittelschwerer Bergweg, DAV: rot, SAC: weiß-rot-weiß/weiß-blau-weiß): Weg am Boden nicht unbedingt durchgehend sichtbar. Ausgesetzte Stellen können mit Seilen oder Ketten gesichert sein. Eventuell braucht man die Hände fürs Gleichgewicht. Zum Teil exponierte Stellen mit Absturzgefahr, Geröllflächen, weglose Schrofen. Gute Trittsicherheit, gute Trekkingschuhe nötig. Durchschnittliches Orientierungsvermögen. Elementare alpine Erfahrung.
  • T4 (Schwerer Bergweg, DAV: schwarz, SAC: weiß-blau-weiß): Wegspur nicht zwingend vorhanden. An gewissen Stellen braucht es die Hände zum Vorwärtskommen. Gelände bereits recht exponiert, heikle Grashalden, Schrofen. Im Hochgebirge evtl. einfache Firnfelder und apere Gletscherpassagen. Vertrautheit mit exponiertem Gelände nötig. Stabile Trekkingschuhe. Gewisse Geländebeurteilung und gutes Orientierungsvermögen. Alpine Erfahrung. Bei Wettersturz kann ein Rückzug schwierig werden.
  • T5 (Schwerer Bergweg, DAV: schwarz, SAC: weiß-blau-weiß): Oft weglos. Einzelne einfache Kletterstellen. Exponiert, anspruchsvolles Gelände, steile Schrofen. Im Hochgebirge evtl. apere Gletscher und Firnfelder mit Ausrutschgefahr. Bergschuhe. Sichere Geländebeurteilung und sehr gutes Orientierungsvermögen. Gute Alpinerfahrung im hochalpinen Gelände. Elementare Kenntnisse im Umgang mit Pickel und Seil.
  • T6 (Schwerer Bergweg, DAV: schwarz, SAC: weiß-blau-weiß): Meist weglos. Kletterstellen bis II. Häufig sehr exponiert. Heikles Schrofengelände. Apere Gletscher mit erhöhter Ausrutschgefahr. Meist nicht markiert. Ausgezeichnetes Orientierungsvermögen. Ausgereifte Alpinerfahrung und Vertrautheit im Umgang mit alpintechischen Hilfsmitteln.

Bergwege der Grade T5 und T6 sind teilweise schon „Alpine Routen“ und können vom Gesamtanspruch her leichteren Hochtouren (L, WS) entsprechen – allerdings geländebedingt meist ohne Sicherungsmöglichkeiten.

 

Klettersteigskala

  • A (wenig schwierig): Gelände flach bis steil, meist felsig oder von Felsen durchsetzt, ausgesetzte Passagen möglich. Sicherung durch Drahtseile, Ketten, Eisenklammern und vereinzelt kurze Leitern; Fortbewegung wäre größtenteils auch ohne Benutzung der Sicherungseinrichtungen möglich. Klettersteigausrüstung empfohlen.
  • B (mäßig schwierig): Steileres Felsgelände, teilweise kleine Tritte, mit ausgesetzten Stellen ist auf jeden Fall zu rechnen. Sicherung durch Drahtseile, Ketten, Eisenklammern, Trittstifte, längere Leitern (u.U. auch senkrecht); bei einer Begehung ohne Benutzung der Sicherungseinrichtungen zur Fortbewegung sind Schwierigkeiten bis zum Grad III zu erwarten (bei Leiterpassagen auch schwieriger). Klettersteigausrüstung empfohlen.
  • C (schwierig): Steiles bis sehr steiles Felsgelände, meist kleine Tritte, längere oder sehr häufige ausgesetzte Passagen. Sicherung Drahtseile, Eisenklammern, Trittstifte, oft längere und sogar überhängende Leitern. Klammern und Stifte können auch weiter auseinander liegen; in senkrechten Abschnitten manchmal auch nur ein Drahtseil; Anforderungen an Kraft und Bewegungstechnik ähneln einer Kletterei im III. Grad. Längere Anstiege in diesem Schwierigkeitsgrad zählen bereits zu den großen Klettersteig-Unternehmen. Klettersteigausrüstung dringend zu empfehlen, Ungeübte oder Kinder eventuell mit Seilsicherung.

Höhere Klettersteigschwierigkeiten kommen auf Bergwegen normalerweise nicht vor.

 

UIAA-Skala für Kletterschwierigkeiten

  • I: Geringe Schwierigkeiten, einfachste Form der Felskletterei (jedoch kein leichtes Gehgelände). Die Hände sind zur Unterstützung des Gleichgewichtes erforderlich. Anfänger müssen am Seil gesichert werden. Schwindelfreiheit ist bereits erforderlich.
  • II: Mäßige Schwierigkeiten. Hier beginnt die Kletterei, welche die Drei-Punkte-Technik erforderlich macht (von den zwei Händen und zwei Füßen müssen immer drei Punkte solide platziert sein).
  • III: Mittlere Schwierigkeiten. Senkrechte Stellen oder gutgriffige Überhänge verlangen bereits Kraftaufwand. Nur für geübte und erfahrene Kletterer noch ohne Seilsicherung möglich.

Schwierigkeiten im Grad III kommen auf Bergwegen nur in Ausnahmefällen, höhere Schwierigkeiten normalerweise nicht vor. Eine Übersicht über die Schwierigkeitsgrade des Freikletterns gibt's hier:  Schwierigkeitsgrade Klettern.pdf [390 kb]

 

Infos zur Bergwandercard

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Die Grundlage der BergwanderCard war die Untersuchung von Bergwanderinnen und Bergwanderern 2005 durch die Sicherheitsforschung des DAV. Ergebnis: Knapp zwei Drittel haben eine Tour gewählt, die sie angemessen bewältigten. Hingegen waren 39 Prozent der untersuchten Bergsportlerinnen und Bergsportler entweder konditionell und/oder seitens der Trittsicherheit überfordert. Die Sicherheitsforschung meint: Dies sei ein hoher Anteil, der durch die BergwanderCard gesenkt werden kann. Die konsequente Anwendung der BergwanderCard hätte bei den 208 Beobachteten zu einer Reduktion der Fehleinschätzung von knapp 50 Prozent geführt.