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Wandern im Vercors

Wandern

Natürlich ist es möglich, die GTV als komplette Runde zu gehen; die m.E. schönere Richtung ist die gegen den Uhrzeigersinn, dann hat man die spektakulärsten Strecken auf der zweiten Hälfte der Tour.

 

Man kann auch einfach nur von Nord nach Süd oder von Ost nach West das „Deck“ des Vercors durchstreifen. Weniger aufregend als der Ost- und Westbalkon, aber abwechslungsreich durch Dörfer und verschiedene Landschaften führend, wo man Themenpfade, gemütliche Unterkünfte und kulturelle Angebote findet, die Häuser mit den typischen Treppengiebeln und die Kühe der nur hier heimischen „Villarde“-Rasse bewundern sowie lokale Produkte ab Hof kaufen kann (insbesondere Käse, z.B den Blauschimmelkäse „Bleu de Sassenage“ und Wurst).

 

Die 2016 eröffnete „ViaVercors“ ist ein für Fußgänger, Nordic Walker, Radfahrer und Rollstuhlfahrer geeigneter Weg, der die Hauptorte im nördlichen Vercors ohne große Höhenunterschiede und abseits der Hauptstraßen verbindet. Ideal für Familien mit kleinen Kindern.

viavercors.com

 

Hütten / Biwak / Hotel

Die in den IGN-Wanderkarten als „cabane“, „abri“ oder „baraque“ bezeichneten Hütten sind in der Regel frei zugänglich; die meisten sind nur unregelmäßig bewartet und daher nicht unbedingt sauber. Blanke Holzpritschen bieten Platz für meist nicht mehr als 6-8 Personen.

  • Mit Brennholz sparsam umgehen, insbesondere im Naturschutzgebiet! Es ist im NSG natürlich verboten, Holz zu schlagen oder Zweige abzusägen, aber das Sammeln von Totholz wird in kleinen Mengen toleriert, allerdings nur für den Ofen. Offenes Feuer ist strengstens verboten!
  • Müll (auch Toilettenpapier) und Essenreste müssen mitgenommen werden.
  • Biwakieren im NSG ist nur für eine Nacht am selben Ort zwischen 19h und 7 Uhr erlaubt.
  • Hunde sind verboten! (Nur die Hütehunde der Schäfer sind erlaubt).
  • Blumenpflücken ist ebenfalls untersagt. Fotos sind das schönere Mitbringsel.
  • Wildtieren nicht nachsteigen und sie nicht beunruhigen. Im Winter die Waldsäume und Grate möglichst meiden – Birk- und Schneehühner werden es euch danken!
  • Auch außerhalb des NSG vom Blumenpflücken absehen, damit die bunte Pracht für alle sichtbar bleibt. Heuwiesen nicht betreten.
  • In den Biotopen „Espaces naturels sensibles“ der Ecouges und der Coulmes im Westen des Vercors sind im Sommer zeitweise Ranger unterwegs und stehen auch für Fragen zur Verfügung.

 

Empfehlenswertes Hotel:

Schönes Hotel-Restaurant am Fuße des Mt. Aiguille, traumhafte Lage, viele Wanderwege und Loipen vom Haus aus, gute, überwiegend regionale Küche, Wellnessbereich: „Au Gai Soleil du Mont Aiguille“, La Richardière, Chichilianne, 38930 Clelles/Trièves, 0033- 4 76 34 41 71, hotelgaisoleil.comhotelgaisoleil[Klammeraffe]orange[Punkt]fr

 

MTB und Reiten

Mountainbiker und Reiter finden alle notwendigen Informationen unter traversee-vercors.com.

MTB = VTT auf Französisch (vélo tout terrain).

Sportliche Mountainbiker können ab Grenoble der alten Trambahntrasse hinauf folgen (weniger sportliche nehmen den öffentlichen Bus, der auch Räder transportiert), sich in der nördlichen Hälfte auf Forststraßen und anderen Wegen austoben und über das Hochplateau nach Süden radeln. Achtung: Durch das riesige Naturschutzgebiet gibt es nur eine für Radfahrer zugelassene Variante der GTV, und wer abseits davon erwischt wird, muss mit empfindlichen Strafen rechnen!

Sie ist identisch mit der GTV für diejenigen, die ihr Glück lieber im Sattel eines Pferdes suchen. Mehrere Reiterhöfe bieten mehrtägige Wanderungen zu Pferd an, insbesondere in Chichilianne, Vassieux und La Chapelle.

 

Verhalten gegenüber Hütehunden

Wegen der zahlreichen Wölfe werden alle Schafherden nicht nur von Hütehunden, sondern auch von speziellen Schutzhunden bewacht. Meist sind es Patous, eine große, cremeweiße, mit sehr dickem Fell ausgestattete Rasse aus den Pyrenäen. Die meisten sind gut erzogen, aber zu spaßen ist mit ihnen nicht, sie verteidigen ihre Herde beim geringsten Verdacht auf einen Eindringling. Deshalb Schafherden möglichst weiträumig umgehen. Ist es unvermeidlich und ein Patou nähert sich, nicht weglaufen, sondern stehenbleiben, Arme hängen lassen, Stöcke nie in Abwehrhaltung gegen den Hund erheben. Die Hunde kommen oft knurrend oder bellend an, schnuppern aber i.d.R. nur und wollen sich vergewissern, dass man keine Gefahr für die Herde darstellt. Eventuell ruhig mit ihnen sprechen, ohne ihnen in die Augen zu blicken. Dann trollen sie sich bald wieder und man kann weitergehen.

 

Wintersport

Wer gerne im Winter unterwegs ist, findet neben ein paar ganz kleinen Familien-Skigebieten ein größeres Pistenskigebiet in Villard-de-Lans, dem größten Ort des Vercors. Aber hauptsächlich ist das Gebiet ein Paradies für Skilangläufer. Schneeschuhwandern ist ebenfalls möglich und vor allem nahezu lawinensicher aufgrund der relativ harmlosen Topografie um die Hochtäler herum.

Langlaufzentren sind Autrans-Méaudre, Corrençon, Font d’Urle/Vassieux, Chichilianne.

Trotzdem sollte man sich vor seiner Tour nach dem aktuellen Lawinenrisiko erkundigen. Das „bulletin d’avalanche“ ist dank standardisierter Grafiken und Symbole leicht zu verstehen. Für die Durchquerung des Hochplateaus sollte man über gutes Orientierungsvermögen verfügen und am besten ein GPS dabei haben.

Vorsicht: Überall im Vercors lauern tiefe Dolinen und Schlundlöcher, die im Winter durch Schneeverfüllung kaum erkennbar sind und wie harmlose Mulden aussehen. Es kommt immer mal wieder vor, dass insbesondere Skifahrer in solche Löcher geraten und ohne Hilfe nicht herauskommen. Und der Handy-Empfang ist da drin oft ziemlich schlecht… 

 

Wetterbericht, Lawinenlagebericht: meteo.fr/montagne

 

Klettern, Canyoning, Höhlen

Zahlreiche Klettergärten am Fuße des Massivs, insbesondere auf der Ostseite, nahe Grenoble, gut abgesichert:

  • Petit Désert/Seyssinet
  • Les Vouillants + Coup de Sabre/Fontaine
  • Comboire /Seyssins

 

Die größten (alpinen) Klettergebiete von Nord nach Süd:

Ostseite:

  • 3 Pucelles /St. Nizier du Moucherotte
  • Lans-en-Vercors
  • Crêtes du Gerbier /Prélenfrey
  • Mont Aiguille (Chichilianne): Mehrere Kletterrouten in großartigem Ambiente für erfahrene Kletterer – die Absicherung ist meist nicht Klettergarten-mäßig…
  • Rocher d’Archiane /Châtillon en Diois
  • Benevise

Westseite:

  • Gorges de Combe d’Oyans
  • Montagne de l’Epenet /Léoncel
  • Falaises de Presles*/Gorges de la Bourne

*Wer hier hingeht, kommt um die Auberge chez Ezio nicht herum: Hüttenambiente, obwohl im Dorf gelegen, Zelten im Garten möglich, italienisch-französische Küche und regelmäßige Jazzkonzerte in kleiner Runde. Reservierung unbedingt nötig! www.auberge-presles.com/

 

Kletterführer: Promo Grimpe hat mehrere Führer mit Topos zu den Klettergebieten im Vercors herausgegeben, darunter „Escalade autour de Grenoble“ und „Escalades à Presles“. Die Bergführerbüros in Grenoble und im Vercors bieten auch geführte Klettertouren an.

 

Das Vercors ist auch bei denen beliebt, die es lieber feucht und dunkel wollen. Zahlreiche Schluchten, vom Anfänger- bis Forgeschrittenen-Canyon, können erfahren werden, z.B. für Einsteiger die „Gorges du Furon“ gleich oberhalb von Grenoble-Sassenage, oder der erwähnte, anspruchsvolle Canyon des Ecouges sowie der Cirque de Bournillon. Wie alle Karstgebirge ist auch dieses von zahllosen Höhlen und Gangsystemen durchzogen, am bekanntesten ist die „Gouffre Berger“ im Plateau de Sornin oberhalb von Autrans. Geführte Touren werden von verschiedenen lokalen Bergführerbüros („Bureau des guides“) vor Ort angeboten.

vercors.fr

www.guide-grenoble.com