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Wandern im Nationalpark Val Grande

Bergwandern für Abenteuerlustige: Der Nationalpark Val Grande über dem Lago Maggiore bietet echte Wildnis. Mehr Infos zum Artikel in DAV Panorama 6/2018

Info

Der Val Grande Nationalpark ist der einzige richtige Wildernesspark in den Alpen. Es gibt dort, zumindest im zentralen Bereich, nur Biwakhütten, keine bewirtschaften Hütten. Wer also den Park durchqueren oder darin übernachten möchte, muss autark mit Essen sein und Schlafsack und Isomatte dabei haben.

 

 

Anforderungen

Für die meisten Wege im Val Grande braucht man eine gute Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Einige Gratpassagen sind mit Ketten oder Stahlseilen versichert. Ein Klettersteigset ist nicht nötig. Besser ist, einfach mit genügend Zeit unterwegs zu sein, um die kniffeligen Passagen in aller Ruhe sauber begehen zu können. Vorsicht bei Regen, Nässe oder Restschnee im Frühjahr und Frühsommer.

 

Anreise

  • Per Auto: Der beste Weg von Norden ist wohl über den San Bernhardino oder Gotthard nach Locarno. Von dort entweder in Richtung Domodossola und von der Passhöhe bei Malesco in die verschiedenen Seitentäler, die als Ausgangspunkte dienen. Oder weiter nach Verbania fahren und von dort in die südlichen Täler des Val Grande Nationalpark starten.
  • Bus & Bahn: Mit der Bahn nach Domodossola oder Locarno. Von dort mit der Centovallibahn nach Malesco und mit Taxi oder lokalem Busbetrieb in der Hochsaison in die nördlichen Seitentäler des Val Grande. Um von Süden in den Val Grande Nationalpark zu gelangen, muss man von Domodossola weiter nach Verbania fahren.
 

Karte & Führer

  • Schweizer Landeskarte 1:50.000, Blatt 285 Domodossola
  • Geo4Map Wanderkarte 14, Val Grande 1:25.000. Die Karte gibt es seit Mai 2018, einige aktuelle Wege sind eingetragen. Wegen genauerer Geländedetails ist es jedoch empfehlenswert, zusätzlich die Schweizer Landeskarte mitzunehmen.

  • Bernhard Herold, Tim Shaw: Nationalpark Val Grande. Unterwegs in der Wildnis zwischen Domodossola und Lago Maggiore. Rotpunktverlag
  • Rolf Platen, Thomas Ruck: Val Grande – Wege in die Einsamkeit. Wiedemann Verlag
  • Wegbeschreibungen gibt es auch auf der Homepage des Nationalparks in deutscher Sprache.
 

Hütten & Biwak

Es gibt keine bewirtschafteten Hütten im Val Grande Nationalpark, übernachten kann man in Biwakhütten.

Wichtiger Hinweis: Das Bivacco Vald ist 2016 abgebrannt. Das dortige Gebäude (erwähnt im Artikel in DAV Panorama 6/2018) gehört der Forstbehörde und ist verschlossen. Derzeit gibt es nach wie vor keine Übernachtungsmöglichkeit.

 

Informationen über Bed and Breakfast und andere Unterkünfte am Rande des Val Grande und aktuelle Informationen holt man sich am Besten über die Homepage des Parks.

 

Bitte des Autors Stefan Neuhauser: "Um die Biwakhütten auch für spätere Besucher in attraktivem Zustand zu halten, bitte allen Abfall wieder mitnehmen und Essensreste komplett entfernen. Auch wenn man dabei für die Vorgänger ein Stück weit mit sauber macht. Sonst werden spätere Besucher motiviert, ihren Abfall liegen zu lassen. Im Zeitalter des „Superequipped-Megaleicht-Materialwahns“ ist es natürlich demütigend, sein gewichtoptimiertes Marschgepäck durch trivialen Müll zu erschweren und nicht die offiziellen Zeitangaben unterbieten zu können, aber die Nachfolger werden es Euch danken! Und wenn ihr wieder daheim seid, dann fragt keiner mehr danach wie schnell ihr unterwegs wart".

 

Organisierte Touren

Führungen bieten die zertifizierten Parkführer an (siehe Webseite des Val Grande Nationalparkes)

Deutschsprachige Führungen bietet Stefan Neuhauser an, der sich auf Touren im Piemont und den Südalpen spezialisiert hat: www.bergfuehrer-sn.de