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Bergauf-Bergab: Micki Pause übergibt an Michi Düchs

Nach mehr als 40 Jahren verabschiedet sich das Bergauf-Bergab-Urgestein Michael Pause in den Ruhestand.

Bereits 1978 stieß der passionierte Bergsteiger zum Team der traditionsreichen Bergsteigersendung "Bergauf-Bergab" – damals noch als Autor und Filmemacher. Bald übernahm er die Redaktionsleitung und trat 1998 Hermann Magerers Nachfolge als Moderator an. "Bei rund 700 Sendungen dabei gewesen zu sein, war viel Arbeit, aber auch ein großes Vergnügen. Grad schön war’s!", so Michael Pause.

 

Für ambitionierte Bergsteiger wie geruhsame Wanderer

Wie sein Vorgänger schaffte er es, die Leidenschaft für das aktive und respektvolle Erleben der Natur den Zuschauern nahezubringen – mit Beiträgen über berühmte Bergpersönlichkeiten, Berichten über die Trends im Alpinismus und nicht zuletzt spannenden Reportagen über Touren in allen Schwierigkeitsgraden.

„Was 'Micki', wie ihn alle in der Bergszene nennen, gelungen ist: Er verantwortete ein Magazin, das sowohl für den ambitionierten Bergsteiger als auch für den geruhsamen Wanderer zu einer Lieblingssendung wurde. In diesem Sinne werden wir 'Bergauf-Bergab' auch in Zukunft 'pflegen'“, verspricht Klaus Kastan, der BR-Programmbereichsleiter Sport und Freizeit. Nachfolger von Michael Pause wird der Autor und Filmemacher Michael Düchs.

 

Fragen an Micki Pause

Was freut Dich besonders oder macht Dich stolz, wenn Du auf 40 Jahre Bergauf-Bergab zurückblickst?

Mich freut, dass es bei Bergauf-Bergab trotz aller alpinen Gefahren nie zu einem Unfall mit schwerwiegenden Folgen gekommen ist.

Mich freut außerdem, dass es meinem Team und mir anscheinend gelungen ist, die Zuschauer ohne Heldenverehrung mit Werten wie Authentizität und Glaubwürdigkeit, mit echten, aber nicht aufgesetzten Typen sowie mit dem richtigen "spirit" zu begeistern.

Stolz bin ich auf meine fünf zauberhaften Enkelkinder.

 

Fällt der Abschied schwer oder leicht?

Der Abschied fällt nicht schwer, weil es nach 40 Jahren höchste Zeit ist, das Feld bzw. die Berge Jüngeren zu überlassen. Außerdem hat sich die Medienwelt derart verändert, dass ich froh bin, wenn ich bei vielen beruflichen Dingen, die ich sehr skeptisch betrachte, nicht mehr mitmachen muss.

 

Hat das Magazin eine gute Zukunft?

Solange Bergauf-Bergab als ein Format mit Authentizität und Glaubwürdigkeit sowie hoher Kompetenz der Macher wahrgenommen wird, hat die Sendung auch eine Zukunft. In einer Welt der Fake-News und inszenierten Schein-Reality gilt das ganz besonders.

 

Was erwartet Dich als Rentner?

Ich bin urplötzlich raus aus dem Hamsterrad und habe plötzlich mehr "Zeit zum Atmen" (für alle Jungen: das ist der Titel eines Kultbuchs von Reinhard Karl.. – naja, Reinhard Karl war ein in vielerlei Hinsicht bedeutender deutscher Kletterer, Bergsteiger und Fotograf… – lest einfach mehr über ihn als nur den Wikipedia-Text!!). Das tut gut! Ich hoffe, dass ich jetzt wieder viel zum Fern-Sehen komme – aber von Bergeshöhen!!

 

Hast Du noch Lust auf Berge, nach so vielen Jahren beruflicher Beziehung?

Ja! Ich glaube, dass es wenige Freizeitbeschäftigungen gibt, die einen Menschen so erfüllt ein Leben lang begleiten können wie das Bergwandern und Bergsteigen (und natürlich das Skitourengehen!). Jetzt werden die Berge halt niedriger und flacher – aber für den Fern- und Tiefblick kann's hoffentlich noch eine Zeitlang reichen.

 

Fragen an Michi Düchs

Was bedeuten für Dich Berge?

Berge sind für mich der Ort, wo ich das Gefühl habe, mir selbst am Nächsten zu kommen. Ich liebe das Lebensgefühl, wenn ich in den Bergen unterwegs bin – sei es beim Klettern, beim Skitourengehen oder auch bei einer einfachen Wanderung mit meiner Familie. Bergsteigen tut meiner Seele gut und macht mich glücklich!

 

Kommst Du auch noch privat auf Touren, oder nur beruflich?

Mir geht es nicht anders als vielen, die in jungen Jahren gerne in die Berge gegangen sind: Beruf und Familie nehmen irgendwann so viel Zeit in Anspruch, dass oft ganz schlicht und einfach die Zeit fehlt, privat und nur zum eigenen Vergnügen unterwegs zu sein. Insofern empfinde ich es als großes Privileg, Filme für Bergauf-Bergab machen zu dürfen und so das Berufliche mit der Leidenschaft für die Bergsteigerei verbinden zu können – und ab und zu nehme ich mir schon die Zeit für private Touren, sie sind für mich unabdingbar für Ausgeglichenheit und Zufriedenheit!

 

Was willst Du in „Bergauf-Bergab“ rüberbringen?

Zum einen folge ich bei „Bergauf-Bergab“ der Grundidee von Hermann Magerer, der die Sendung in meinem Geburtsjahr 1975 begründet hat und darin den „Spaß im Gebirg`“ zeigen wollte. Darum geht es heute noch: Die Berge und das Bergsteigen in all seinen Facetten vorstellen und die Leidenschaft rüberbringen, die die Menschen antreibt, die gerne in die Berge gehen. Zum anderen ist für mich aber auch wichtig, dass „Bergauf-Bergab“ die Entwicklungen in den Bergen und im Bergsport kritisch begleitet und kompetent einordnet.

 

Wird sich was ändern am Konzept

Wir planen nicht, die Sendung neu zu erfinden, aber wir wollen sie natürlich behutsam weiter entwickeln: Wir werden sicher bald Dinge wie die grafischen Elemente der Sendung modernisieren und wir werden versuchen, die Moderation und die Film-Beiträge mehr ineinander zu verschränken. Außerdem werden wir uns natürlich Gedanken darüber machen, ob die Themenmischung noch passt und wie wir in unserer Berichterstattung in Zukunft die vielen verschiedenen Disziplinen des Bergsports gewichten und berücksichtigen sollten.

 

Was soll auf jeden Fall bleiben?

Wir werden auf jeden Fall der Idee treu bleiben, dass „Bergauf-Bergab“ eine Sendung "von Bergsteigern für Bergsteiger“ sein soll. Die Sendung wurde immer und wird auch in Zukunft von Menschen gemacht, die den Bergen leidenschaftlich verbunden sind, deshalb war und ist sie authentisch und glaubwürdig. Außerdem werden wir uns natürlich unsere Unabhängigkeit bewahren und die Grundhaltung von „Bergauf-Bergab“ gegenüber der Bergwelt, die geprägt ist von Respekt und Demut!