Zahlen und Fakten zum Klettersport in Deutschland

Welche Einzeldisziplinen vereint der Klettersport? Wie hat sich der Sport in den letzten Jahren entwickelt? Wie viele Kletterhallen gibt es hierzulande? Im Folgenden finden Sie Zahlen und Fakten zur Kletterszene und dem Wettkampfgeschehen in Deutschland. Stand: Juli 2026

Fotos zum Klettern und Bouldern drinnen und draußen gibt es in unserer Online-Bilderdatenbank.

Foto: Marisa Koch

Die Kletterszene in Deutschland ist in den letzten 30 Jahren deutlich gewachsen. Gab es 1990 geschätzte 70.000 Aktive, so dürfte es im mittlerweile mehr als 1 Mio. Kletter*innen in Deutschland geben. Ihnen stehen in Deutschland derzeit rund 570 öffentlich zugängliche Boulder- und Kletteranlagen zur Verfügung, davon sind 222 DAV-Hallen. Dazu kommen rund 2.500 Kleinanlagen in Schulen und Tageseinrichtungen. Besonders starken Zuwachs in den letzten Jahren hat vor allem das Bouldern erfahren: Der Anteil der Boulderfläche in Kletter- und Boulderanlagen ist auf 44 % gestiegen; mittlerweile dürfte es deutlich mehr als 500.000 Boulder*innen geben. Nahezu alle Aktiven klettern und bouldern in den Hallen. Wie viele davon betreiben ihren Sport auch an natürlichen Felsen? Bei den Kletter*innen beträgt der Anteil rund 70%, bei den Boulder*innen sind es rund 30% .    

An Popularität hat nicht nur das breitensportlich orientierte Klettern gewonnen. Durch die Aufnahme ins Programm der Olympischen Spiele erfährt auch das Wettkampfklettern verstärkt Aufmerksamkeit. 

Geschlecht, Alter, Kletterkönnen

Die folgende Angaben stammen aus der vom DAV durchgeführten Kletterhallenumfrage aus dem Jahr 2023.

  • Klettersport wird inzwischen fast ausgeglichen von Männern (52 %) und Frauen (47 %) betrieben, ein geringer Teil der Sportler*innen ordnet sich als divers ein.

  • Kletterhallen werden vor allem von Personen zwischen 18 und 49 Jahren besucht, die größte Altersgruppe stellen die 30 bis 39-Jährigen.

  • Die Besucher*innen von Kletterhallen kommen regelmäßig zum Klettern - 67 % der Befragten verbringen 1 bis 3 Stunden pro Woche in der Halle, rund ein Viertel kommt sogar öfter als einmal.

  • Ein Großteil der Befragten ist im leichten bis mittleren Schwierigkeitsniveau unterwegs - beim Seilklettern in den UIAA-Graden V bis VIII, beim Bouldern in den Graden 5 bis 7 (nach Fontainebleau-Skala).

Bouldern ist Trendsport und wird besonders in Boulderhallen von immer mehr Menschen ausgeübt. DAV/Jens Klatt

Sportklettern, Bouldern und Co. - was unterscheidet die einzelnen Kletterdisziplinen?

  • Bouldern: Beim Bouldern werden kurze, oft kraftintensive Kletterrouten in Absprunghöhe ohne Seilsicherung bewältigt. Eine Matte fängt den Sturz meistens ab - gebouldert werden kann neben Hallen auch in der Natur an niedrigen Felsen.

  • Sportklettern: Beim sogenannten Sportklettern klettern Sportler*innen, entweder in Kletterhallen oder an Felsen, oft "Klettergarten" genannt, an längeren Routen mit Seilsicherung. Im Gegensatz zum Bouldern ist hier weitere Ausrüstung wie ein Klettergurt, ein Seil und ein Sicherungsgerät und Kenntnisse über Sicherungstechniken zwingend notwendig.

  • Alpinklettern: Beim Alpinklettern werden lange, oft mehrere hundert Meter hohe Felswände im alpinen Gelände durchstiegen. Auch hier sind weitere Ausrüstung, das sichere Beherrschen von Seil- und Sicherungstechniken und der Umgang mit alpinen Gefahren notwendig.

Das Felsklettern im bayerischen Frankenjura hat lange Tradition und ist auch über das Gebiet hinaus sehr beliebt. Philipp Abels / AP-Cyclingpix

Klettern als Leistungs- und Spitzensport

Der DAV fördert den Klettersport in allen seinen Facetten - schwerpunktmäßig in seiner breitensportlichen Ausprägung, aber eben auch als Leistungssport. Er ist zuständiger Fachverband für das Sport- und Wettkampfklettern in Deutschland und organisiert alle nationalen Ranglistenwettkämpfe sowie gemeinsam mit der IFSC (International Federation of Sport Climbing) die hierzulande stattfindenden internationalen Wettkämpfe. Unter die wiederkehrenden nationalen Wettkämpfe fallen z.B. die Landesmeisterschaften, die Deutsche Jugendcup Serie sowie die Deutschen Meisterschaften im Speed, Bouldern und Lead. International finden z.B. Weltcups sowie Europa- und Weltmeisterschaften statt. Weitere Infos zur Wettkampfstruktur und aktuellen Wettkämpfen finden Sie hier.

Nachdem im Jahr 2016 das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Aufnahme des Sportkletterns ins Olympische Programm beschloss, wurde 2021 in Tokio erstmals ein Medaillensatz für Olympic Combined vergeben, bestehend aus den drei Disziplinen Speed, Bouldern und Lead. Bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 wurde ein Medaillensatz in der Kombination Bouldern und Lead und ein separater Medaillensatz für die Disziplin Speed vergeben. Bei Spielen in Los Angeles 2028 werden die drei Disziplinen erstmals einzeln ausgetragen - auch Paraclimbing ist dann erstmals Teil der Paralympics.

Auch an nationalen und internationalen Kletterwettkämpfen beteiligen sich Athlet*innen des DAV. Jakob Mehltretter

Quellen: Die angegebenen Zahlen sind teilweise Schätzungen und beruhen auf internen Daten des DAV, der der Bergzeit-Boulderumfrage 2020, der DAV-Kletterhallenumfrage 2023 sowie der DAV-Mitgliederbefragung 2025.