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Die Obere Isar

Fachsymposium für eine grandiose Flusslandschaft

13.11.2018, 12:01 Uhr

Nicht nur durch Ihre Schönheit als Erholungsraum erreicht die Obere Isar im Alpenraum Aufmerksamkeit. Sie ist in erster Linie ein wichtiger Lebensraum für Flora und Fauna. Doch die vermehrte, vielseitige Nutzung durch den Menschen schadet diesem einzigartigen Naturraum. Deshalb trafen sich Fachleute und Interessierte am 9. November 2018 zum Symposium „Neue Wege an der Oberen Isar“ auf der Münchner Praterinsel. Mit ca. 90 Teilnehmern und Teilnehmerinnen war der Festsaal des Alpinen Museums voll, was die Wichtigkeit des Themas widerspiegelte.

 

Beiträge aus Forschung und Praxis

DAV-Vizepräsident Rudi Erlacher eröffnete das Fachsymposium und wies darauf hin, dass Gewässerschutz sehr bedeutend und aktuell ist.  Prof. Dr. Michael Reich (Institut für Umweltplanung, Leibnitz Universität Hannover) gab Einblick in seine langjährige Forschung an der Isar. Dora Schulze und Johannes Riedl berichteten über Aktivitäten und Pläne des zuständigen Wasserwirtschaftsamtes Weilheim. Die Ergebnisse für die Entwicklungsziele der Isar aus dem Projekt "Alpenflusslandschaften"  stellte anschließend Projektmitarbeiter Fabian Unger vor.

In den anschließenden Workshops wurde engagiert auf fachlich hohem Niveau diskutiert. Die Themen waren eine naturverträgliche Freizeitnutzung, die Bedeutung und Entwicklung der Wasserkraft in diesem Bereich der Isar sowie Möglichkeiten, die Struktur und Geschiebedynamik zu verbessern. So waren sich Naturschützer/innen, Freizeitsportler/innen sowie Vertreter/innen aus dem Energiesektor und Behörden am Schluss einig, dass dieses einzigartige Naturjuwel geschützt werden muss.

 

Mehr Aufklärung zum Schutz der Isar

Eine von Georg Bayerle (Bayerischer Rundfunk) moderierte Podiumsdiskussion zu „Visionen für die Obere Isar 2030“ rundete den Tag ab. Als Diskutanten beteiligten sich Roland Kriegsch (WWA Weilheim), Rudi Erlacher (DAV), Joachim Kaschek (Isartalverein e. V.), Fabian Unger (LBV) und Theodoros Reumschüssel (Uniper). Vor allem die Aufklärung der Freizeitsportler/innen und Erholungssuchenden zeichnet sich als wichtiger Aspekt ab, bei dem sich alle einig sind, dass hier eine stärkere Bewusstseinsbildung und Kommunikation, aber auch Regelungen wie eine Bootsverordnung unabdingbar sind.

 

Auch wurde deutlich, dass die neuen Wege an der Oberen Isar weiter beschritten werden müssen. Denn die Aufgabe ist anspruchsvoll: Artenschutz, Prozessschutz und Energieerzeugung unter einen Hut bringen. Dazu braucht es einen intensiven Dialog und weitere Forschungsarbeiten. DAV-Vizepräsident Rudi Erlacher brachte es auf den Punkt: "Wir müssen groß denken so wie 1972 bei der Erstellung des Alpenplans. So berechtigt die Interessen der verschiedenen Nutzergruppen sind, im Zweifel muss dem Naturschutz an der Oberen Isar der Vorrang gegeben werden".

Eine Dokumentation der Tagung ist noch in Vorbereitung.

 

Projekt "Alpenflusslandschaften - Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze"

Das Fachsymposium ist Teil des Verbundprojektes „Alpenflusslandschaften – Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze“, an dem 18 Projektpartner beteiligt sind. Es wird durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie mit Mitteln des Bayerischen Naturschutzfonds gefördert.

Das Symposium ergänzte die aktuell laufende Sonderausstellung gerade wild. Alpenflüsse.