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Klettersteige – wo soll das hingehen?

Der Weg ist das Ziel: Das gilt für den Bergsport im Allgemeinen und für Klettersteige im Besonderen. Einigermaßen sicher und einfach selbst steilste Felswände zu durchsteigen - diese Idee hat das Klettersteiggehen zu einem beliebten Sport gemacht. Doch nicht alle können sich mit dem Konzept Klettersteig anfreunden.

Von der Aufstieghilfe zum Massenphänomen

Bei den einen verpönt, bei den anderen geliebt: An Klettersteigen scheiden sich die Geister.

 

Vor den 80er-Jahren gab es kaum Klettersteige. Nur vereinzelt wurden Steighilfen und Stahlseile im Fels befestigt, um zu entlegenen Höfen oder Hütten zu gelangen. Heute ist Klettersteiggehen eine eigene Sportart.

 

Heiße Eisen

Die Entwicklung von Klettersteigen und die Position des DAV

 

Der Beitrag des Führerautors Andreas Jentzsch in DAV Panorama 5/21 und seine Bildergalerie belegen die Entwicklung, die Klettersteige in den letzten 20 Jahren genommen haben. Ursprünglich wurden einzelne steile oder schwierige Stellen auf dem Weg zu bedeutenden Gipfeln mit Drahtseilen erleichtert und abgesichert – heute gibt es daneben auch zunehmend viele „Sportklettersteige“ mit hohen Ansprüchen an Kraft und Bewegungstechnik, teilweise sogar mit Fun-Elementen, wie man sie aus dem Hochseilgarten kennt. Der Einsatz von Armkraft vermittelt dabei das Gefühl des „Kletterns“, oft in ausgesetztem Felsgelände – so sind diese Anlagen weniger als Weg zu betrachten wie die einstigen „gesicherten Steige“, sondern eher als Vorstufe von Plaisir-Kletterrouten.

 

Unter diesem Aspekt sieht der DAV die Anlage neuer Klettersteige zwar kritisch, lehnt sie aber nicht grundsätzlich ab durch die Aussage seines Grundsatzprogramms, das die „Erschließung der Alpen“ als „abgeschlossen“ bezeichnet. Wenn neue Klettersteige angelegt werden sollen, solle aber die technische und naturschutzfachliche Kompetenz des DAV einfließen – und es seien „sehr hohe Anforderungen an Bedarf, Naturverträglichkeit, Sicherheit und alpinsportliche Konzeption zu stellen“. Die dabei abzuwägenden Aspekte und die in der Planung anzusprechenden Gruppen skizziert der "Kriterienkatalog für die Errichtung von Klettersteigen“, den die DAV-Hauptversammlung 2007 beschlossen hat. In den letzten Jahren wurden von DAV-Sektionen keine neuen Klettersteige gebaut.

 

Die DAV-Sicherheitsforschung hat sich stark engagiert für die Entwicklung von Klettersteig-Sicherungsmitteln und Standards zur Bautechnik. Für die ehrenamtliche Sektionsarbeit werden Trainer*innen C und B für Klettersteig ausgebildet.

 

 

Künstliche Installationen an künstlicher Infrastruktur

Klettersteige sieht man heute nicht mehr nur in den Bergen. Immer öfter werden Bauwerke verdrahtet: Staumauern, Häuserfasaden, Brücken. Die Natur freut's.

 

Gosauschmied Hammer Klettersteig

 

Als einer der schwersten Klettersteige Österreichs gilt der Gosauschmied Hammer Klettersteig.

 

Extraplomix auf Gran Canaria

 

Der Extraplomix auf Gran Canaria gilt gar als der härteste Klettersteig der Welt.

 

Kriterienkatalog Klettersteige

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Das „Gehen und Kraxeln am Drahtseil“ erfreut sich großer Beliebtheit. Der Kriterienkatalog Klettersteige wurde entwickelt, um die aktuelle Entwicklung zu begleiten und zu lenken. In den vergangenen Jahren ist ein alpenweiter Trend zur Neuerschließung von Klettersteigen zu beobachten. Diesem stehen die Alpenvereine grundsätzlich kritisch gegenüber. Gleichzeitiges ist aber das Ziel, diese Entwicklung so mitzugestalten, dass negative Auswirkungen auf Natur und Landschaft vermieden werden und die bergsportlichen und sicherheitstechnischen Standards der Alpenvereine in die Planung und Umsetzung neuer Klettersteigprojekte einfließen. Daher haben der Oesterreichische und der Deutsche Alpenverein einen Kriterienkatalog erarbeitet. Er legt fest, welche Kriterien bei der Anlage eines Klettersteiges berücksichtigt werden müssen. 

Klettersteiggehen

Was ist das und wie geht das?

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Ohne extremer Kletterer zu sein, kann man steile Felswände und Bergspitzen erklettern - interessiert?