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St. Antönien erstes Bergsteigerdorf in der Schweiz

15.06.2021, 13:54 Uhr

Am Samstag, 12. Juni 2021 feierte die Bevölkerung von St. Antönien die Aufnahme in das internationale Netzwerk der Bergsteigerdörfer. Das kleine Walserdorf im Rätikon (Graubünden) ist umringt von den Gipfeln der Sulzfluh und Drusenfluh.


Bei bestem Wetter wurde am Samstag St. Antönien mit der Unterzeichnung einer Deklaration zwischen der Gemeinde Luzein und dem Schweizer Alpen-Club SAC in den begehrten Kreis der Bergsteigerdörfer aufgenommen. Während der offiziellen Feierlichkeit begrüsste Georg Simeoni, Präsident des Alpenvereins Südtirol und Vertreter der Internationalen Steuerungsgruppe der Bergsteigerdörfer St. Antönien im Netzwerk, welches Ende Jahr 35 Mitglieder zählen wird. Mario Cavigelli, Bündner Regierungspräsident, würdigte die Aufnahme von St. Antönien als Pionierleistung: «Es ist für den Kanton Graubünden eine Ehre, das erste Bergsteigerdorf in der Schweiz zu beheimaten.» SAC-Präsidentin Françoise Jaquet schlug den Bogen von den Bergsteigerdörfern zum Wirken von Johann Wilhelm Fortunat Coaz. Getreu nach der Philosophie der Bergsteigerdörfer fand gleich nebenan die traditionelle Chilbi mit regionalen Markständen des Bäuerinnenvereins St. Antönien statt.

 

Für die Zukunft von St. Antönien

Christian Kasper, Gemeindepräsident Luzein zeigt sich an diesem wichtigen Tag für St. Antönien sehr erfreut und stolz: «Für uns bedeutet dies eine Anerkennung für den gelebten respektvollen und sorgfältigen Umgang mit der Natur und nicht zuletzt für das äussert attraktive Bergsportangebot. Eine Wertschätzung für unsere Einwohnerinnen und Einwohner, die sich unermüdlich für ein dynamisches Dorf, gelebte Traditionen, ein aktives gesellschaftliches Leben und einen attraktiven Wohn- und Arbeitsort einsetzen.» Die Initiative Bergsteigerdörfer verfolgt nicht das Ziel, Dörfer zu konservieren, sondern mit einer nachhaltigen Entwicklung dazu beitragen, dass Bergdörfer auch zukünftig lebenswert bleiben.

Während der Beitrittsfeier wurden ebenfalls die ersten sieben Partnerbetriebe ausgezeichnet. Es handelt sich um Beherbergungsbetriebe in St. Antönien, welche die Philosophie der Bergsteigerdörfer in ihrer Tätigkeit leben und somit zum Beispiel die Lebensmittel lokal beziehen und für eine intensive Zusammenarbeit im Dorf einstehen. In einer späteren Phase des Projektes werden ebenfalls Impulsprojekte folgen, welche die Entwicklung des Dorfes weiter fördern.

 

Mit dem Bergsteigerdorf gleichgesinnte Gäste finden

Durch die sehr strengen Aufnahmekriterien ist ein Netzwerk von 35 Bergsteigerdörfern aus fünf Alpenländern entstanden, welche in ihrer Philosophie sehr ähnlich sind. Gäste, die diese Werte schätzen, besuchen die Bergsteigerdörfer äussert gerne, da sie dort mit Sicherheit «Klasse statt Masse und Genuss statt Hektik» erwartet.

 

Alle Infos über St. Antönien und eine Fülle an Tourentipps gibt es unter www.bergsteigerdoerfer.org

 

 

Was sind die Bergsteigerdörfer der Alpenvereine?

Bergsteigerdörfer sind kleine, ruhige Orte, die sich dem sanften Tourismus verschrieben haben. Ihr grosses Potenzial liegt in ihrer Ursprünglichkeit, in der qualitativ hochwertigen Natur- und Kulturlandschaft und den vielseitigen Bergsportmöglichkeiten. Der sorgsame Umgang mit der Gebirgswelt, aber auch die Stärkung der regionalen Wertschöpfung stehen bei der Initiative im Zentrum. Bergsteigerdorf zu werden ist somit auch ein Bekenntnis, dem Leben im Dorf, der Kultur und der Natur auch weiterhin Sorge zu tra-gen. Zentral ist die Unterstützung durch die Dorfbevölkerung und die lokale Wirtschaft. Die Initiative Bergsteigerdörfer ist ein anerkanntes Umsetzungsprojekt der Alpenkonvention.

 

Alle Infos zur Initiative gibt es unter www.bergsteigerdoerfer.org und unter www.alpenverein.de/bergsteigerdoerfer

 

Mit «Lavin, Guarda & Ardez» wird am 21. und 22. August 2021 das zweite Bergsteigerdorf in der Schweiz ausgezeichnet.

 

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