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Raufußhühner: Schutz braucht Wissen

Umfangreiche Broschüre erschienen

16.01.2020, 15:58 Uhr

„Urhühner“ – vier mitteleuropäische Raufußhuhnarten gibt es; alle von ihnen kommen in Bayern vor. Zwar sind im Freistaat große Vogelschutzgebiete ausgewiesen, doch oftmals wissen Erholungssuchende zu wenig über diese seltenen Vögel. Eine neue, umfangreiche Broschüre der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft soll nun für Raufußhühner weiter sensibilisieren.

Wissenswertes über Raufußhühner

Hasel-, Auer-, Birk- und Alpenschneehühner sind faszinierende Vögel: in den kalten Wintermonaten weichen sie nicht etwa in wärmere Gefilde aus, sondern bleiben in den hiesigen Bergwäldern, graben sich mitunter in Schneehöhlen ein und überleben mit karger Kost. Um sicher zu sein, tarnen sich Schneehühner sogar mit einem weißen Winterkleid vor Angreifern wie Greifvögeln oder Fuchsen.

 

Trotz aller Anpassung an die natürliche Umgebung sind Raufußhühner in ganz Mitteleuropa stark gefährdet. Auch in Bayern; wo Auerhuhn und Birkhuhn vom Aussterben bedroht sind. Denn ihre Lebensräume werden durch die Landnutzung durch den Menschen, zum Beispiel durch Monokulturwälder, schnell verändert. Anderenorts locken unverbaute Landschaften immer mehr Ski- und Schneetourengeher und andere Freizeitsportler an. Oft stören sie unwissentlich, scheuchen die Raufußhühner allein durch ihre Anwesenheit und gefährden insbesondere das gesunde Überwintern der Tiere.

 

Eine umfangreiche Broschüre der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft soll helfen, die Raufußhühner und ihre Lebensräume zu schützen. Auf 110 Seiten werden Aussehen und Lebensraum der Vögel beschrieben, ergänzt um Schutzmaßnahmen. Angesprochen sind Grundstückseigentümer, die erfahren wollen, wie sie Lebensräume erhalten oder wieder naturnaher gestalten können; ebenso wie Erholungssuchende und Alpinisten, die sich nötiges Wissen aneignen wollen, um die Tiere möglichst wenig zu stören.

 

Die kostenlose Broschüre samt herausnehmbarer Bestimmungshilfe fürs Gelände kann bei der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft bestellt werden.

 

Tipp: Weitere Informationen zur konkreten Tourenplanung in sensiblen Berggebieten auch auf der Projektseite Natürlich auf Tour des DAV.