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Mehr Aufmerksamkeit für Tiere und Pflanzen

14.01.2022, 13:18 Uhr

Schon mal was von der Schwarzhalsigen Kamelhalsfliege, dem Striegeligen Korkstacheling oder dem Trommelwolf gehört? Sie gehören zu den ausgewählten "Natur-des-Jahres-Arten" des österreichischen Naturschutzbunds. Wir stellen euch ein paar der Arten des Jahres 2022 vor.

Hinter den teils kuriosen Tier- und Pflanzennamen verbergen sich schützenswerte Arten, denen im Jahr 2022 besonders viel Aufmerksamkeit zukommen soll. Gleichzeitig stehen sie für die Vielfalt und Diversität der Natur. Jede einzelne Art ist auf ihre eigene Weise besonders und wichtig für unser Ökosystem.

 

Mineral des Jahres: Spodumen

Die teilweise pastellig gefärbten Kristalle ähneln in ihrer Härte dem bekannteren Gestein Quartz. Rein chemisch betrachtet ist ihre Verbindung eigentlich rein und damit farblos. Doch verschiedene Verunreinigungen in der Natur lassen sie in sanften Tönen erstrahlen. Besonders häufig findet man Spodumen auf der Weinebene bzw. Koralpe im Grenzgebiet zwischen Kärnten und der Steiermark. Nicht nur Mineralienfans haben Interesse an dem schönen Stein, sondern auch die Energieindustrie. Denn Spodumen weist das eher selten zu findende Lithium auf, das Bestandteil der meisten Batterien in Smartphones ist und auch in der Elektromobilität verwendet wird. 

 

Insekt des Jahres: Schwarzhalsige Kamelhalsfliege

Der lange Hals und der lange Körper unter den glasigen Flügeln lassen die Schwarzhalsige Kamelhalsfliege etwas sonderbar aussehen. Weltweit gibt es circa 250 Arten von ihnen, in Mitteleuropa sind es nur 16. Sie ernähren sich am liebsten von Blatt- und Schildläusen und halten sich gerne in den Baumkronen auf. Sie sind nur sechs bis 15 Milimeter lang und kommen nur auf der Nordhalbkugel vor. Zu Zeiten der Dinausorier waren sie viel mehr und weiter verbreitet. Sie werden daher auch als "lebendige Fossilien" bezeichnet. 

 

Moos des Jahres: Sparriges Kleingabelzahnmoos

Wie kleine grüne Sterne ragt das Sparrige Kleingabelzahnmoos aus dem Boden nährstoffarmer Bach- und Grabenränder. Die ein bis zehn Zentimeter langen Spitzen mögen es gerne kalt. Somit sind Standorte, die meist 4 Grad Celsius aufweisen, wunderbar geeignet. Das Moos mag es zudem feucht und ist sehr empfindlichen gegenüber Trockenheit. In Europa findet man das Sparrige Kleingabelzahnmoos von Spitzbergen bis nach Sizilien und von der irischen Westküste bis zum Kaukasus. Doch auch in den Bergregionen oder Mittelgebirgen bis hin zu den Alpen siedelt sich das Moos an. Die Bestände gehen aufgrund von Entwässerung von Mooren und den zunehmenden Wäldern immer weiter zurück. In Deutschland ist die Art bereits als „gefährdet“ eingestuft, in der Schweiz und in Österreich gilt sie als nur regional gefährdet.

 

 

 

Wunderbare Natur

Wer noch mehr über sonderbare und gleichzeitig faszinierende Tiere und Pflanzen lernen möchte, kann sich auf der Website des Naturschutzbund Österreichs über weitere Arten des Jahres 2022 informieren. Auch auf unserer Website findet ihr Wissenswertes über Bäume, Pflanzen und Tiere der Alpen.