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Klimawandel verändert die Alpen

Das sensible Ökosystem Alpen ist besonders stark vom Klimawandel betroffen. Schon heute sind die weitreichenden Veränderungen zum Teil deutlich sichtbar – das rasante Abschmelzen der Gletscher ist dabei zum Sinnbild des Klimawandels im Alpenraum geworden. Der Klima¬wandel verändert aber nicht nur das Landschaftsbild der Alpen, sondern auch dessen Wasserhaushalt, Ökologie und Wirtschaftsstruktur.

Beobachtete Veränderungen in den Alpen

Beobachtete Veränderungen in den AlpenGerade in den letzten Jahrzehnten haben sich Veränderungsprozesse wie Gletscherschmelze oder tauender Permafrost deutlich verstärkt.

  • Temperaturanstieg in den Ostalpen in den letzten 100 Jahren um ca. +2° C. Global sind es „nur“ +0,85 °C.
  • Im nördlichen Alpenraum ist die mittlere Temperatur in den vergangenen 30 Jahren sogar um +1,6 °C angestiegen.
  • Seit 1950 ist die Schneefallgrenze in den Alpen um mehr als 100 m gestiegen.
  • Seit 2007 kam es zu über 511 Felsstürzen (> 100 m3) allein im zentralen Mont Blanc-Massiv. Tauender Permafrost kann dabei eine entscheidende Rolle spielen.
  • Zunahme spontaner Rutschungen oder Muren durch intensive Starkregenereignisse.
 

Grafk: Temperaturmittel Österreich – globales Mittel – Jahr

Temperaturanstieg auf globaler Ebene (rote Linie) und in den Ostalpen (schwarze Linie), Einzeljahre und 20-jährig geglättet. Quellen: APCC (2014): Österreichischer Sachstandsbericht; www.zamg.ac.at/histalp

 

Die Alpen – einzigartiger Natur- und Kulturraum. Aber wie lange noch?

Die Veränderung der elementaren Klimafaktoren Temperatur und Niederschlag führt zu weitreichenden, negativen Konsequenzen:

 

  • Prognose: Temperaturanstieg um weitere +1,4 °C bis 2050; zwischen +3 °C und +5 °C bis Ende des 21. Jahrhunderts.
  • Bei dem heutigen Trend werden bis Ende des Jahrhunderts beinahe alle Gletscher in den Alpen verschwunden sein – mit Auswirkungen auf die lokale Wasserverfügbarkeit.
  • Größere Hangbewegungen, Fels- und Bergstürze sowie vermehrte Steinschlagaktivität durch tauenden Permafrost, Gletscherschmelze und veränderte Vegetationsbedeckung.
  • Naturgefahren (Überschwemmungen, Muren, Hangrutschungen, etc.) treten durch die Zunahme von Starkniederschlägen häufiger auf. Das Schadenspotenzial in Siedlungsräumen steigt.
  • Verlust an Biodiversität und Beeinträchtigung der Schutzwälder durch invasive Arten.

 

Neben dem Ökosystem Alpen, menschlichen Siedlungsräumen und (alpinen) Infrastrukturen bleiben auch wichtige Wirtschaftszweige in den Alpen vom Klimawandel nicht verschont. So ist beispielsweise der Skitourismus, insbesondere in den tieferen Lagen – nach wie vor wichtige Lebensgrundlage für viele Gemeinden im Alpenraum – stark von den klimatischen Veränderungen betroffen.

 

Weitere Informationen

DAV-Broschüre Klimawandel im Alpenraum – Auswirkungen und Herausforderungen

 

Ein passender Radiobeitrag des Bayerischen Rundfunks zum Thema Alpen im Wandel – auf Streifzug zum Klimawandel in den Alpen.