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In Zukunft mehr Schnee und Regen im Winter?

16.01.2019, 10:32 Uhr

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) geht davon aus, dass starke Niederschläge wie im Januar 2019 im Zuge des Klimawandels häufiger auftreten könnten.

Schnee ohne Ende? Im Januar 2019 schneite es besonders in Nordstaulagen der Alpen und einiger Mittelgebirge besonders stark und anhaltend. Die Schneedecke wuchs und wuchs innerhalb weniger Tage. Als die Temperaturen milder wurden, setzte mancherorts Dauerregen ein. In der Folge kam es auch zu kleineren Überschwemmungen.

„Insgesamt kann das Ereignis zwar als ungewöhnlich, aber nicht als außergewöhnlich eingestuft werden“, so der Deutsche Wetterdienst. Die täglichen Neuschneemengen in Südbayern von 30 bis 50 Zentimeter waren dabei weniger ungewöhnlich. Dass diese allerdings mehrere Tage hintereinander fielen, war eher nicht normal.

 

Starke Schneefälle nur noch in höheren Lagen

Aber bleibt dies nun ein einmaliges Szenario? Die Klimaprojektionen des Deutschen Wetterdienstes sprechen dagegen. Man kann sogar davon ausgehen, dass in Zukunft die Niederschläge im Winter noch heftiger sein werden. Denn das Wetterphänomen Anfang Januar 2019 könnte im Zuge des Klimawandels häufiger eintreten. Gemeint ist eine Wetterlage mit tiefem Luftdruck über Skandinavien und einem Hochdruckgebiet über dem Atlantik. Dadurch gelangen feuchtkalte Luftmassen nach Deutschland.

Steigt die globale Mitteltemperatur, muss allerdings davon ausgegangen werden, dass öfter Regen statt Schnee fällt. Starke Schneefälle gäbe es dann nur in den höheren Lagen. Auch ein häufiger Wechsel von Dauerschneefall mit Tauwetter und Dauerregen ist in Zukunft wahrscheinlich.

„Die mit dem Klimawandel einhergehende potentielle Intensivierung der Winterniederschläge in Verbindung mit der Häufung von Wetterlagen, die zu Stauniederschlägen neigen, erfordern fortlaufende Anpassungen z. B. im Bereich der Schneelastnormen“ sagt Prof. Dr. Paul Becker, Vizepräsident des DWD.