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Gerettete Natur- und Kulturlandschaften

CIPRA sammelt und erzählt Geschichten

07.02.2020, 07:54 Uhr

Eine Serie mit Wissenswertem rund um gerettete Landschaften hat die CIPRA gestartet. Das Dossier, das laufend erweitert wird, soll an Natur- und Kulturjuwele erinnern, die ohne das Engagement von Naturschützern verloren gegangen wären.

Musterprojekt Murnauer Moos

Ganz im Süden Deutschlands befindet sich das größte intakte Alpenrandmoor Mitteleuropas: Das Murnauer Moos ist ein Mosaik aus Sümpfen, Groß- und Kleinseggenmooren, Streuwiesen und einem bis zu 25 Meter mächtigen, intakten Hochmoor. Ursprünglich sollten weite Moorflächen trockengelegt werden, Torf und Sandstein abgebaut und eine Müllverbrennungsanlage mitten ins Moos gesetzt werden. Dass es anders kam und das Murnauer Moos seit 1980 Naturschutzgebiet ist, ist vor alle zwei Persönlichkeiten zu verdanken: Die Botanikerin Ingeborg Haeckel und der Zoologe Max Dingler engagierten sich früh und unermüdlich für den Erhalt der wertvollen Flächen.

 

Steinadler statt Skipisten

In den französischen Alpen, nahe Grenoble, konnte wiederum Ende 2016 das Areal Les Vans – vorerst – gerettet werden: Die Gemeinde Chamrousse wollte das lokale Skigebiet ausbauen. Und rief damit die vermutlich größte Protestaktion auf den Plan, die es je auf einem Berg in den französischen Alpen gegeben hat. Mit Erfolg. Die Gemeinde verkündete bald, das Projekt auf Eis zu legen. Im Gebiet lebende, seltene oder bedrohte Tierarten wie Birk- und Schneehühner oder der Steinadler haben nun eine Chance, weiter an den Berghängen ein Refugium zu finden.

 

Vielfältige Projekte

Das Dossier der CIPRA dokumentiert vielfältige Fälle aus dem gesamten Alpenraum, in denen es gelungen ist, außergewöhnliche Natur- und Kulturlandschaften zu erhalten. Dazu gehört auch die Eisenbreche in den Allgäuer Hochalpen – trotz maximalem Schutzstatus sah es zwischenzeitlich so aus, als könnte der Wildfluss mit einem Wasserkraftwerk verbaut werden. Es kam anders; Tiere, Pflanzen und Eisenbreche können sich weiter entfalten.

 

Eine Übersicht geretteter Landschaften hat die CIPRA hier zusammengestellt. Weitere Beispiele, bei denen betroffene Menschen mit Erfolg Verantwortung für ihre Umwelt übernommen haben, finden sich außerdem in einer interaktiven Karte.