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Earth Overshoot Day am 22. August 2020

Erdüberlastung mehr als drei Wochen später als im Vorjahr erreicht

11.08.2020, 09:49 Uhr

Der ökologische Fußabdruck der Menschheit ist durch COVID-19 geschrumpft. Das zeigt: Es ist möglich, den Ressourcenverbrauch innerhalb kurzer Zeit zu verändern. Eine echte Veränderung zum Wohle aller erreichen wir jedoch nur, wenn gemeinsame Strategien grundlegend auf Nachhaltigkeit ausgerichtet werden.

Fußabdruck temporär gesunken

Laut der Nachhaltigkeitsorganisation Global Footprint Network fällt der Earth Overshoot Day (auch Erdüberlastungstag genannt) dieses Jahr auf den 22. August. – Das ist mehr als drei Wochen später als im Jahr 2019.

 

Diese Verschiebung bedeutet, dass der ökologische Fußabdruck der Menschheit vom 1. Januar 2020 bis zum Earth Overshoot Day um 9,3 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres gesunken ist. Diese Situation ist als eine direkte Folge der weltweiten COVID-19-Quarantänen zu sehen. Vor allem der verringerte Holzverbrauch und die geringeren CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe sind nach Einschätzung der Nachhaltigkeitsexperten die beiden Hauptgründe für die Trendwende des ökologischen Fußabdrucks der Menschheit.

 

Deutschland schneidet im globalen Vergleich recht schlecht ab: der deutsche Überlastungstag war bereits zum 3. Mai 2020 erreicht.

 

Über den Earth Overshoot Day

Der Earth Overshoot Day markiert jedes Jahr den Tag, an dem die Menschheit das volle biologische Ressourcenbudget des Jahres konsumiert hat. Die Menschheit verbraucht derzeit 60 Prozent mehr als das, was unser Planet erneuern kann – oder so viel, als ob wir auf 1,6 Erden leben würden.

 

Vom Earth Overshoot Day bis zum Ende des Jahres vergrößert die Menschheit das ökologische Defizit. Die Größe des Defizits hat seit dem Beginn des weltweiten Overshoots Anfang der 1970er-Jahre enorm zugenommen. Dies geht aus den Rechnungen der „National Footprint & Biocapacity Accounts“ hervor, die sich auf UN-Datensätze stützen (mit 15.000 Datenpunkten pro Land und Jahr). Da sich die UN-Daten nur bis 2016 erstrecken, schätzten die Nachhaltigkeitsexperten die globalen Ergebnisse für 2020 mit Hilfe von ergänzenden Daten ab.

 

Der ökologische Fußabdruck ist die umfassendste Bilanzierungsmetrik für biologische Ressourcen, die es gibt. Sie summiert alle Ansprüche der Menschen an biologisch produktive Flächen, die im Wettbewerb um diese Flächen stehen. Das beinhaltet: Nahrung, Holz, Fasern, Absorption von CO2 und den Platz für Straßen und Städte. Gegenwärtig machen die CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe 60 Prozent des ökologischen Fußabdrucks der Menschheit aus.

 

Weitere Informationen bei Global Footprint Network.