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Skiverbindung Grasgehren und Balderschwang über das Riedberger Horn

In direkter Nähe zum beliebten Skitourenziel Riedberger Horn soll die Verbindungsbahn zwischen Grasgehren und Balderschwang verlaufen. Das wäre die erste Verletzung der Zone C des bayerischen Alpenplans überhaupt!

Das Riedberger Horn im Oberallgäu ist eines der beliebtesten und bekanntesten Skitourenziele der bayerischen Alpen. Obwohl die beiden Skigebiete Grasgehren und Balderschwang auf beiden Seiten des Berges liegen, konnte der Berg als noch technisch unerschlossenes Gebiet für Skitourngeher und Bergwanderer erhalten bleiben.

 

Alpenplan - Ein Präzendenzfall droht

Schon seit Jahrzehnten träumen die beiden kleinen Skigebiete Grasgehren und Balderschwang im Oberallgäu von einem seilbahntechnischen Zusammenschluss über das Riedberger Horn. Hauptproblem für  die Bahnbetreiber seit jeher: die Zone C des Alpenplans. Sie liegt nämlich genau zwischen beiden Gebieten. In diesem Bereich besteht hier also per Gesetz ein ausnahmsloses Erschließungsverbot durch Seilbahnen oder Pisten.

Diese Zonierung hat maßgeblich dazu beigetragen, dass es in den bayerischen Alpen neben touristisch intensiv genutzten Räumen auch ausreichend Rückzugs- und Lebensräume für Wildtiere (z.B Rauhfußhühner) gibt. 

Die Erschließung des Riedberger Horns wäre die erste Verletzung der Regelungen des Alpenplans und würde eine Aufweichung eines bewährten Raumordnungskonzeptes bedeuten.

 

Geschützte Flora und Fauna in Gefahr

Die Region um das Riedberger Horn ist das wichtigste Quellgebiet für die vom Aussterben bedrohten Birkhühner in den Allgäuer Alpen westlich der Iller, d.h. von dort aus werden die umliegenden Habitate „versorgt“. Die seilbahn- und skitechnische Erschließung dieses Bereichs kann das Aussterben des Birkhuhns zur Folge haben.

Zur Sicherung der Birkhuhn-Bestände hat das DAV-Projekt „Skibergsteigen umweltfreundlich“ weitreichende Regelungen (naturverträgliche Routen, Wald-Wild-Schongebiete auf Basis der Freiwilligkeit) erarbeitet, die derzeit mit viel ehrenamtlichem Einsatz umgesetzt werden. Dieses Engagement wird hinfällig, sobald das Riedbergerhorn als beliebtes Ziel für Skitouren- und Schneeschuhgeher verloren geht.

 

Geologisch instabil

Das Riedberger Horn befindet sich im sog. Flysch: dies ist eine Sedimentationsfazies aus Tonen, Mergel und Sandstein.

Der gesamte südwestliche Bereich des Riedberger Horns (in Richtung Balderschwang) ist akut rutschungsgefährdert. Das Landesamt für Umwelt und die Technische Universität München haben diese Hänge zweielsfrei kartiert und in die höchste Gefährdungskategorie eingestuft.

Die geplante Piste quert 3 dieser tiefgreifenden Rutschungen, die teilweise aktiv sind.

 

 

 

Pistenbau fordert massive Eingriffe

Das Gelände vom Riedberger Horn zur Mittelalpe ist ungeeignet für eine einfache Familienabfahrt. Die Piste muss steile Hänge bzw. Tobel queren und an mehreren Stellen muss der bestehende Fahrweg massiv erweitert werden.

In diesem von tiefgreifenden Rutschungen geprägten Gelände, werden diese technischen Eingriffe die Instabilität der Hangbereiche verstärken.

 

Ein klares "Nein" der Naturschutzverbände

Der Deutsche Alpenverein, die Cipra Deutschland und viele weitere Naturschutzverbände kritisieren die Planungen scharf. Ein Appell des DAV an die Bayerische Staatsregierung blieb bis jetzt ohne Wirkung.

 

Entscheidung steht weiterin aus

Trotz der deutlichen Ablehnung des Vorhabens durch Umweltministerin Ulrike Scharf, werden die Erschließungspläne durch Horst Seehofer und Markus Söder weiter verfolgt.

Die endgültige Entscheidung steht weiterhin aus.

 

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