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2500 Gespräche zum Schutz der Natur

17.02.2020, 15:23 Uhr

Mitte Februar 2020 fand der Aktionstag „Natürlich auf Tour“ in den Bayerischen Alpen und im Bayerischen Wald an 11 Standorten und erstmals grenzüberschreitend statt.

Beim bayernweiten Aktionstag der Kampagne „Natürlich auf Tour“, der am 15. Februar 2020 bereits zum sechsten Mal stattfand, erreichten etwa 120 Helferinnen und Helfer rund 2500 Tourengeherinnen und Tourengeher - so viele wie noch nie. Ziel des Aktionstages ist es Jahr für Jahr, bei Skitouren- und Schneeschuhgehern mehr Verständnis und Sensibilität für ein umweltfreundliches Verhalten im winterlichen Gelände zu schaffen. Damit sollen die nötigen Maßnahmen zur Besucherlenkung umgesetzt werden, die der DAV zusammen mit dem Bayerischen Umweltministerium und vielen Beteiligten im Rahmen des Konzeptes „Skibergsteigen umweltfreundlich“ in den gesamten Bayerischen Alpen und in Teilen des Bayerischen Waldes erarbeitet hat.

 

Vom Allgäu bis zum Arber

Informiert wurde zeitgleich an 11 Standorten: Gunzesrieder Tal, Grasgehren, Balderschwang, Hochhäderich und Schönkahler in den Allgäuer Alpen, Scheinberg und Hörnle in den Ammergauer Alpen, Hirschberg und Spitzingseegebiet im Mangfallgebirge sowie Großer Arber und Dreisesselberg im Bayerischen Wald. Am Hochhäderich im Naturpark Nagelfluhkette fand der Aktionstag erstmals in Österreich, am Dreisesselberg grenzüberschreitend auch in Österreich und Tschechien statt. Der Helferkreis bestand aus Engagierten von DAV-Sektionen, Naturparks, Bergwacht, Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz, Forstbetrieben, Jagdverband und vielen mehr. Auch hauptamtliche Gebietsbetreuer, Bergführer, Seilbahnbetreiber, private Grundeigentümer und Hüttenwirte wirkten mit.

 

Die Kampagne "Natürlich auf Tour"

Der Aktionstag ist Bestandteil der Kampagne „Natürlich auf Tour“, die der Deutsche Alpenverein 2014 auf den Weg gebracht hat. Die Kampagne wird allgemein über die Medien und regional je nach Handlungsbedarf in den bayerischen Tourengebieten umgesetzt. Sie ist erforderlich geworden, weil sich längst nicht alle Wintersportlerinnen und Wintersportler an die naturverträglichen Ski- und Schneeschuhrouten halten.

Welche Routen naturverträglich sind, haben der DAV und das Bayerische Umweltministerium bzw. das Bayerische Landesamt für Umwelt im Rahmen des Projektes „Skibergsteigen umweltfreundlich“ und der Untersuchung „Wildtiere und Skilauf im Gebirge“ herausgefunden. Zwischen 1995 und 2013 sind dazu die gesamten Bayerischen Alpen und grenzüberschreitende Teilbereiche Österreichs flächendeckend bearbeitet worden. Rund 300 sensible Bereiche im Umfeld der üblichen Routen wurden als sogenannte „Wald-Wild-Schongebiete“ ausgewiesen, die Wintersportlerinnen und Wintersportler auf Basis der Freiwilligkeit meiden sollen. „Wir sind stolz darauf, dass wir für sämtliche Tourenberge Lösungen gefunden haben, denen die Vertreterinnen und Vertreter der unterschiedlich betroffenen Behörden, Verbände, DAV-Sektionen etc. jeweils zugestimmt haben. Wenn es uns jetzt noch gelingt, die Akzeptanz möglichst aller Tourengerinnen und Tourengeher zu erzielen, hat sich die Arbeit wirklich gelohnt“, fasst Manfred Scheuermann, der das Projekt von Beginn an begleitet, das Ergebnis zusammen. Freiwilliger Verzicht zum Schutz der Natur sei nur auf rund 20 Prozent der üblicherweise genutzten Fläche erforderlich. Damit würde niemandem zu viel abverlangt.