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Passy ist Alpenstadt des Jahres

Auszeichnung für enkeltaugliche Stadtentwicklung

15.02.2022, 09:52 Uhr

Das französische Passy wird mit dem Titel „Alpenstadt des Jahres 2022“ ausgezeichnet. Die Kleinstadt wird damit für ihre Politik der nachhaltigen Entwicklung geehrt, da sie drängende Themen wie Energieeffizienz, Luftqualität sowie das Management empfindlicher Naturräume angeht und erste Projekte bereits umgesetzt hat.

Eine internationale Jury kürte die rund 11.300 Einwohner*innen zählende Gemeinde Passy in der Region Auvergne-Rhône-Alpes zur „Alpenstadt des Jahres 2022“. Damit tritt die Stadt mit Blick auf die Mont-Blanc-Kette dem internationalen Verein „Alpenstadt des Jahres“ bei. Das internationale Städtenetzwerk setzt sich für eine enkeltaugliche Stadtentwicklung in den Alpen ein.

 

Passy hat bereits drei Projekte umgesetzt, die sich mit der energetischen Sanierung von Schulen, der Umsetzung einer Luftqualitätspolitik sowie der Entwicklung eines barrierefreien Tourismus befassen. Die Stadt beschäftigt sich darüber hinaus mit den Wechselwirkungen zwischen Naturräumen, landwirtschaftlichen Flächen, Siedlungsgebieten und Tourismus.

 

In den Savoyen

Passy liegt in der Region Savoyen, der höchstgelegenen Landschaft Europas. Der Name ist historisch eng verbunden mit dem Haus Savoyen, das einst über große Gebiete beidseits der Alpen herrschte. Heute ist mit dem Namen der französische Teil gemeint – vom Genfer See im Norden bis zum Maurienne-Tal im Süden. Der Mont Blanc als höchster Alpengipfel findet sich hier. 

 

Zu Passy, Luftlinie gut 50 Kilometer südöstlich von Genf an einem sonnenexponierten Hang des oberen Arvetals in den Savoyer Alpen gelegen, gehören neben dem eigentlichen Ortskern auch mehrere Dörfer, Weiler und Gehöfte. Der Ort war bis ins 20. Jahrhundert hinein vor allem landwirtschaftlich geprägt; heute sind im Tal verschiedene Gewerbe und Unternehmen angesiedelt. Daneben spielt der Tourismus in der Region eine große Rolle; das Plateau d’Assy entwickelte sich ab den 1930er-Jahren zu einem der zeitweise wichtigsten heilklimatischen Kurorte Europas mit zahlreichen Sanatorien.

 

Für die Wahl von Passy zur jüngsten „Alpenstadt des Jahres“ sprach neben den Umweltschutzprojekten auch das kulturelle und architektonische Erbe der Stadt, das gleichermaßen für Einheimische und Gäste erlebbar gemacht wird. So sind zwei wichtige Initiativen das „Internationale Bergbuchfestival“ (Salon International du Livre de Montagne de Passy) sowie die „Route der zeitgenössischen Bildhauerei“, die sich über zwölf Kilometer zwischen Passy und Plaine-Joux erstreckt und die mehr als ein Dutzend monumentale Skulpturen säumen, immer auch mit außergewöhnlichen Blicken auf den Mont Blanc.

 

Passy ist – nach Chamonix (2015), Annecy (2012), Chambéry (2006) und Gap (2002) – die fünfte französische Gemeinde, die den Titel „Alpenstadt des Jahres“ trägt.

 

Weitere Informationen

„Alpenstadt des Jahres“ ist eine Auszeichnung, die Städte im Alpenraum für ihr besonderes Engagement zur Umsetzung der Alpenkonvention erhalten, dem wichtigsten internationalen Schutz- und Förderprogramm für den Alpenraum. Mehr unter www.alpenstädte.org.