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Erdgeschichte hautnah erleben

Geoparks in den Alpen

Ob ein kurzer, gemütlicher Spaziergang oder eine anspruchsvolle Mehrtageswanderung – Geoparks in den Alpen lassen sich auf ganz individuelle Art erkunden. Immer erlebt man dabei außergewöhnliche Landschaften, die über wichtige Kapitel der Erdgeschichte erzählen können.

Erdgeschichte offengelegt

Das Besondere von Gebieten, die als Geopark ausgewiesen sind: hier lässt sich Erdgeschichte anfassen.

 

Geologische und geomorphologische Prozesse, die also die Formung der Oberfläche beeinflusst haben, ihre Entstehung und Veränderung, zeigen sich in einem Geopark besonders gut.

 

Ob geheimnisvolle Höhlen oder funkelnde Kristalle, ob versteinerte Pflanzenfossile oder Trittspuren von Dinosauriern – solche Zeugnisse können Teile der Erdgeschichte erklären und erlebbar machen.

 

Alpen-Geschichte erleben

Erdgeschichte liegt Interessierten gewissermaßen wie ein offenes Buch zu Füßen. Man braucht nur hinschauen und sich ein wenig damit beschäftigen. Kinder können sich auf oft spielerische Art an komplexe Zusammenhänge wagen. Und auch erwachsene Laien erfahren immer neue Details.

 

Ob Geologie während einer ausgiebigen Wanderung eher „nebenbei“ erlebt wird, oder ob man sich beim Besuch in einem Geopark ganz auf dieses Thema konzentriert, ist Geschmackssache. Für alle, die ganz besonders tief in die Erdgeschichte abtauchen wollen, haben meist Infozentren und Museen in den jeweiligen Parks weitere Fakten in Ausstellungen aufbereitet. Außerdem kann man dort häufig auch geführte Geopark-Touren und Workshops buchen.

 

Geoparks im Alpenraum

In den Alpen gibt es eine ganze Reihe von Geoparks, u. a.:

 

Wo? Salzburger Land/Österreich

Was? In mehreren Schaubergwerken, Besucherstollen und Schurfbauen blickt man auf 4.000 Jahre Bergbaugeschichte zurück. Verbunden sind diese Bergbauorte rund um den Hochkönig und im Pongau durch einen Geotrail, der sich auf fünf Etappen erwandern lässt.

 

 

Wo? Nördliche Steiermark/Österreich

Was? Die Region ist stark verkarstet und es gibt viele Höhlen, Klammen und Quellen. Von hier führt auch die II. Wiener Hochquellenleitung frisches Quellwasser bis in die 180 Kilometer entfernte österreichische Hauptstadt. Über die Geschichte dieser ingenieurstechnischen Meisterleistung erfährt man mehr im Museum HochQuellenWasser.

 

 

Wo? Karnische und Gailtaler Alpen (Kärnten/Österreich)

Was? In den Karnischen Alpen gibt es ganz besonders viele erdgeschichtliche Zeugnisse: versteinerte Tintenfische aus der Urzeit, Spuren früher Saurier und mehr. Auf einem Geotrail lernt man außerdem den Versteinerten Urwald von Laas kennen.

 

 

Wo? grenzüberschreitend in den österreichisch-slowenischen Karawanken in Kärnten und Koroška

Was? Die Alpen haben sich dort aus dem Meeresboden gehoben, wo die Adriatische und die Eurasische Platte aufeinandergestoßen sind. Die an dieser Stelle entstandene mehrere hundert Kilometer lange Störungszone führt direkt durch den Geopark Karawanken. Heute lassen sich hier neben Tropfsteinhöhlen auch verlassene Bergbaustollen entdecken – sogar mit Kajak und Bike.

 

 

Wo? St. Gallen/Schweiz

Was? Im Kerngebiet des Geoparks befindet sich die Glarner Hauptüberschiebung, eine der prominentesten Tektonikstörungen der Alpen; seit 2008 gehört sie auch zum UNESCO-Weltnaturerbe. Die Gesteinsschichten sind hervorragend sichtbar, so dass auch Laien den Gebirgsbildungsprozess sehr gut nachvollziehen können.

 

Weitere Geoparks & weitere Informationen

Es gibt noch mehr Geoparks in den Alpen, in denen sich die Erdgeschichte erkunden lässt, unter anderem der Geopark Idrija in Slowenien oder die Geoparks Haute Provence und Massif des Bauges in Frankreich.

 

In den Allgäuer Alpen existieren herausragende Geotope wie die Breitachklamm, der Steigbachtobel oder die Allgäuer Nagelfluhkette (allerdings formal kein Geopark). Abseits der Alpen sind in Deutschland rund 20 Geoparks eingerichtet.

 

Weitere Infos auch beim Netzwerk Europäischer Geoparks sowie bei der UNESCO.