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Endgültiges Aus für Skigebietszusammenschluss Pitztal - Ötztal

10.11.2022, 11:03 Uhr

Die zuständige Behörde der Landesregierung Tirol besiegelt mit einem negativen Bescheid das Ende des geplanten Zusammenschlusses der Skigebiete Pitztaler Gletscher und Sölden.

Negativer Bescheid der UVP-Behörde besiegelt Vorhaben

Bis zum 31. Oktober 2022 hatten die Projektwerber noch Zeit aktualisierte Unterlagen und Pläne einzureichen um den Antrag über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) aufrecht zu halten. Insbesondere ging es um aktualisierte Pläne, welche die durch den massiven Gletscherrückgang veränderten tatsächlichen Bedingungen am Gletscher in den vergangenen Jahren widerspiegeln. 

Die Pitztaler Gletscherbahnen und Bergbahnen Sölden sind dieser Aufforderung nicht nachgekommen, die UVP-Behörde reagierte nun aufgrund mangelhafter Unterlagen mit einem negativen Bescheid.

Das Aus für das Vorhaben hat sich jedoch bereits im Juli abgezeichnet: in einem Bürgerentscheid stimmte die knappe Mehrheit der Bürger der betroffenen Gemeinde St. Leonhard im Pitztal gegen den Zusammenschluss. 

 

 

Erfolg für Natur und Umwelt nach langjährigem Verfahren

Im Mai 2015 beantragten die Seilbahnbetreiber beim Amt der Tiroler Landesregierung die Genehmigung des Vorhabens "Skigebietserweiterung und -zusammenschluss Pitztal - Ötztal". Seitdem hat sich der DAV gemeinsam mit dem ÖAV als anerkannter Naturschutzverband aktiv gegen dieses Vorhaben eingesetzt und 2019 zum Start des UVP-Verfahrens eine ablehnende Stellungnahme eingereicht: die negativen Auswirkungen auf den Natur- und Landschaftsraum des Vorhabens zu gravierend und im Kontext des Klimawandels keine nachhaltige touristische Entwicklung der Region (Gesamte Stellungnahme von ÖAV und DAV im Download).

 

Für die Alpenvereine ist klar: diese Entscheidung ist wichtig und wegweisend für den Erhalt intakter alpiner Naturräume und der Biodiversität. Gleichzeitig steht dieser wertvolle Landschaftsraum mit den letzten großen Ötztaler Gletschern für eine nachhaltige und naturverträgliche touristische Entwicklung den nächsten Generationen zur Verfügung. 

 

Was war geplant?

Mit drei Gondelbahnen und einem gemeinsamen Seilbahnzentrum unterhalb der Braunschweiger Hütte sollten 64 Hektar an Pistenflächen auf Karles-, Hangenden- und Mittelbergferner rund um den Linken Fernerkogl erschlossen werden, inkl. Speicherteich und Beschneiungsanlage.

 

Endgültiges Aus für Zusammenschluss Pitztal - Ötztal

Keine Neuaufnahme des Verfahrens geplant

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Ende Oktober 2022 ist nun final Schluss mit den Plänen für den Zusammenschluss der beiden Skigebiete Pitztaler Glescher und Sölden: Das Amt der Tiroler Landesregierung erteilt aufgrund mangelhafter Unterlagen einen negativen Bescheid und beendet damit das Verfahren zur Umweltverträglichkeit. Mittelbergferner, Hangender Ferner, Karlesferner und Linker Fernerkogel sollten mit drei Seilbahnen durch die Verbindung von Pitztaler Gletscher und Sölden erschlossen werden. Nun kommt das Aus: die knappe Mehrheit der Bevölkerung im Pitztal stimmt gegen das 135 Millionen Euro teure Vorhaben. Die Pitztaler Gletscherbahnen wollen den Zusammenschluss nicht mehr weiterverfolgen. Die Alpenvereine hatten sich vehement gegen das Vorhaben eingesetzt und sehen sich in ihrer Kritik bestätigt.