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Fritsche/Putzer/Putzer: Technik in den Alpen

Sachbuch

01.03.2018, 11:00 Uhr

Technik gehört zur Natur-Erlebnis-Landschaft Alpen untrennbar dazu: von Straße und (Seil-/Eisen-)Bahn bis zu Lawinenverbauung und Stausee. Dieses Buch bereitet Wissenswertes dazu übersichtlich auf.

„Die Alpen“, so heißt es in diesem Buch, „sind schon lange keine Naturlandschaft mehr, sondern eine von Technik in hohem Maß geprägte Landschaft.“ Das machen sich die meisten Skifahrer und Bergsteiger gar nicht bewusst. Dabei beginnt es schon bei den Straßen und geht bis zu mit modernster Technik ausgestatteten Bergbahnen oder zu Skipisten, die von ausgeklügelten Fahrzeugen bearbeitet und mit komplexen Schneekanonen beschneit werden.

 

Von wegen Naturerlebnis

Die Autoren beschreiben anhand zahlreicher Zeichnungen und Fotos, gewürzt mit Kästen, Grafiken und Statistiken, leicht und verständlich in kurzen Texten, wie das alles funktioniert, was der Mensch da so in die Landschaft stellt, von Zahnradbahnen und deren Antrieben bis hin zu Bauten zum Schutz vor Lawinen und Steinschlag.

 

Bei der Fülle der Themen bleiben die Erklärungen manchmal etwas oberflächlich. Sie genügen aber, um einen Eindruck von den verschiedenen Techniken zu bekommen. Und in den Kapiteln über Verkehrswege wird schnell klar, dass es eben nicht selbstverständlich ist, die Alpen problemlos per PKW oder Bahn zu überwinden.

 

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Besonders geeignet für … Interessierte an Technik-Journalismus und an alpinen Hintergründen – und (nicht nur für) Kinder. 

 

Elfi Fritsche, Johanna Putzer, Josef Putzer: Technik in den Alpen, Von Seilbahnen, Staudämmen und Schneekanonen, Folio Verlag, 2016, 128 S., € 19,90

 

Link zum Verlag

 

 

 

ISBN: 978-3-85256-710-5

Matthias Schickhofer: Schwarzbuch Alpen

Umwelt-Sachbuch

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Befunde und Therapievorschläge: Schickhofer legt nahe, dass die Alpen wieder wilder werden könnten, ohne arm zu werden, und dass beheizte Sessel im Lift nicht die Herzen wärmen. Verursacht das drohende Aus fürs Skifahren durch warme Winter nun eher ein Chaos in der Tourismusbranche oder bedeutet es eine Chance? In Schwarzbüchern werden gewöhnlich Missstände gesammelt und Illegales aufgedeckt. In dieser Hinsicht gehört der Titel eher zu den weniger borstigen Exemplaren. Denn seine Anklage ist weit mehr als eine bloße Schimpfrede. Schickhofer beschreibt zwar einerseits sachkundig und mit Details versehen Kraftwerksplanungen mit zweifelhaftem Allgemeinnutzen und Seilbahn-Ausbaupläne für eine Klientel, die seiner Analyse zufolge schwindet wie die Gletscher um sie herum. 

Marktgemeinde Bad Hindelang (Hrsg): Kühe. Menschen. Berge

Kulturerbe-Doku

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Sie sind kulturelles Welterbe und Projektionsfläche blasser Städter: Die Kuhweiden nördlich und südlich von Bad Hindelang sind bis heute Kleinbetriebe, mit geographischer Schräglage, aber nicht in wirtschaftlicher. Diese Aufstellung zählt jede Kuh. Das, was in vielen Gebieten der Alpen die Almen sind, heißt im Allgäu Alpe. In der Mehrzahl Alpen, was zur Verwirrung beitragen kann. Vermutlich entstammt der Name des Gebirges dieser Bezeichnung. 

David Boyd: Die Natur und ihr Recht

Umweltplädoyer

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267 Seiten Reportage zum Naturrecht: David Boyd gibt Flechten bis Füchsen mit juristischer Expertise eine Stimme und erläutert anhand von bisherigen Umwelt-Gerichtsverfahren, dass Naturrechte tatsächlich einklagbar sind. David Boyds Fazit ist vorhersehbar und es ist klar: Pflanzen und Tiere besitzen ein Lebensrecht. Das sollte in der Rechtsprechung verankert werden und auf lange Sicht sei das auch für alle Menschen gut.   Es wäre jedoch verkehrt, diese Forderung als Gefühligkeit eines kanadischen Outdoor-Enthusiasten herunterzuspielen. Boyd ist Umweltexperte und Professor der Rechtswissenschaften an der University of British Columbia. Sein Wort hat Gewicht bei Regierungen und seine sauber recherchierten Beispiele wiegen schwer bei jenen, die Menschen als privilegierte Lebewesen der Erde betrachten. 

Werner Bätzing: Die Alpen. Das Verschwinden einer Kulturlandschaft

Illustrierte Dokumentation

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Der "Alpenprofessor" Werner Bätzing als Fotograf - diese Kombination hatte man bisher kaum auf dem Schirm. Doch mit diesem Bildband zeigt er in detailreichen Abbildungen, dass wissenschaftliche Dokumentation anschaulich und spannend sein kann. Dreifaches Alphorntrööt! Die Berge bezwingen? Das machen nicht nur Alpinisten, das ist auch ein Trend in der Hochalpinismus-Architektur. Hütten und hochgelegene Seilbahnstationen wurden über Jahrzehnte mit Natursteinen gebaut oder wenigstens verblendet. Neuerdings werden alpine Bauten als Fremdkörper ins Gebirge gepflanzt. Werner Bätzing dokumentiert diese Entwicklung. Er belegt sie mit zurückhaltenden Fotografien. Er beobachtet die Veränderung in den Alpen seit langem aufmerksam, er ist der kluge Kenner der Kulturlandschaft, erläutert detailliert in ausführlichen Bildlegenden, aber immer so verständlich wie möglich. 

V. Borkmann, S. Rief, S. Strunck: Der Alpentourismus der Zukunft

Sachbuch

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Alpenhotelvisionen 2030: Szenarien für eine künftige Alpenvermarktung aus dem Tourismuslabor. Mehr Chichi statt Ski, mehr Individualität statt Interrrail-Mentalität? Wenn die Bank für Tirol und die Explorer Hotels Entwicklungs GmbH eine Studie in Auftrag geben, dann stellen verständlicherweise Hotelkonzepte das Ergebnis der Untersuchung dar, nicht Zeltplätze. Es bringt aber nichts, solche Partnerschaften zu bejammern. Vielmehr sollten sie und ihre Resultate kritisch zur Kenntnis genommen werden.   In den vorgestellten Szenarien ist glücklicherweise nicht von berggroßen neuen Hotelkomplexen die Rede. Die neuen Hotels heißen "Y", offenbar in Anlehnung an die Zielgruppe, die Generation Y, das bezeichnet die Geburtsjahrgänge 1980 bis 2000, aber auch Menschen, die den Begriff "offline" mit "scheintot" gleichsetzen. 

Alexander Schiebel: Das Wunder von Mals

Dokumentation

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Was als Reportage beginnt, wird zu einem realen Krimi, in den der Autor selbst verwickelt ist: der Kampf einer unbeugsamen Gemeinde gegen eine übermächtige Allianz aus Bauernbund, Landesregierung und Agrarindustrie. Man meint, es müsste so einfach sein: Wenn eine Gemeinde wünscht, dass ihre Kinder nicht durch Rückstände giftiger Insektenvernichtungsmittel krank werden, und sich mit großer Mehrheit für einen Ausstieg aus der Pestizid-Landwirtschaft ausspricht, sollten die Weichen in eine gesunde Zukunft gestellt sein. Von wegen! Die Südtiroler Landesregierung spielt alle denkbaren Machtmittel gegen die Initiative aus – und ob der Geschichte irgendwann ein gutes Ende beschert sein wird, steht in den Sternen.