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Kletterhallen-Unfallstatistik 2018

Mittlerweile zum viertel Mal erstellen der DAV und KLEVER zusammen eine Unfallstatistik zu Unfällen in künstlichen Kletteranlagen. Das Klettern und Bouldern in künstlichen Kletteranlagen kann mittlerweile als Breitensport bezeichnet werden, dem viele Menschen in Deutschland nachgehen. Die Zahl der gemeldeten Unfälle macht dabei nur einen Bruchteil der Kletterhalleneintritte aus und zeigt, dass Klettern eine sehr sichere Sportart ist.


Das gemeinsame Ziel der Verbände ist, möglichst wenige Unfälle in künstlichen Kletteranlagen verzeichnen zu müssen. Die gesammelten statistischen Daten sollen in künftige Ausbildungen mit einfließen, um letztlich den Klettersport noch sicherer zu machen.
Die Zahl der von DAV und KLEVER betreuten Mitgliedshallen beträgt zur Zeit etwa 250 und deckt somit einen großen Teil der Kletteranlagen in Deutschland ab.
Es werden lediglich Unfälle erfasst bei denen ein Rettungsdiensteinsatz nötig wurde, da in diesen Fällen meist eine recht gute Datenbasis vorzufinden ist. Leider kann nicht zu hundert Prozent sichergestellt werden, dass auch wirklich alle Hallen ihre gesamten Unfälle melden. Bei der Interpretation der Daten muss dies berücksichtigt werden, die Zahlen sollten daher als Stichprobe gesehen werden, welche die Trends abbildet.

 

Seilklettern vs. Bouldern

Es wurden im Jahr 2018 insgesamt 138 Ereignisse mit Verletzungen erfasst, bei denen es zu einem Rettungsdiensteinsatz kam. 40 dieser Unfälle ereigneten sich beim Seilklettern, 90 beim Bouldern und 8 bei sonstigen Aktivitäten (z.B. beim Aufwärmen). Da in den Kletterhallen, die bei der Unfallstatistik mitmachen, mehr mit Seil geklettert wird als nur gebouldert, wird hier schnell ersichtlich, dass sich beim Bouldern mehr Unfälle ereignen als beim Seilklettern. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Unfälle mit Rettungsdiensteinsatz deutlich gesunken (Anzahl 2017: 177), die prozentuale Verteilung auf Klettern und Bouldern ist jedoch ähnlich geblieben.

 

Verletzte Körperregionen

Die aufgeführten Verletzungen konnten in soweit zugeordnet werden, dass eine Kategorisierung in die Bereiche Kopf, Rumpf, Arme und Beine vorgenommen werden konnte. Alle nicht genau zuordenbaren Verletzungen wurden als „Sonstiges/keine Angabe“ eingestuft.

 

Beim Bouldern ist, wie im Vorjahr, die Anzahl der Verletzungen an den Extremitäten (Armen und Beinen) sehr hoch. Aus den Unfallprotokollen wird deutlich, dass die Ursache meist eine geringe Erfahrung mit Abspringen und kontrolliertem Fallen der Verunfallten ist.

Beim Seilklettern treten Rumpfverletzungen, die prinzipiell schwerwiegendere Folgen nach sich ziehen können, am häufigsten auf. In mehreren Unfallmeldungen werden Unachtsamkeit und Ablenkung als Unfallursache genannt, was besonders bei unangekündigten Stürzen zu Problemen bei der sichernden Person führte.

 

Unfallausgang

Beim Bouldern ergibt sich der Großteil der Verletzungen aus Mattenstürzen (77 der 90 Unfälle). Eine unkontrollierte Landung führte hier häufig zu Sprunggelenksverletzungen durch Umknicken, oder Unterarmverletzungen durch Abstützversuche.

Beim Seilklettern sind die Unfallausgänge breiter gestreut als beim Bouldern (Abbildung rechts). Zum Bodensturz kam es bei 20 Unfällen, 8 davon beim Vorstieg, 6 im Toprope und 6 beim Ablassen. In nur 2 der Fälle kam es durch nicht korrektes Einbinden zum Bodensturz. Auffällig sind die häufigen Unfälle beim Ablassen, obwohl dies als kontrollierter Vorgang angesehen werden kann. 

 

Detailliertere Informationen finden Sie im angehängten PDF.