DAV zieht Konsequenzen im Skimo-Team – Wettkampfteilnahme vorläufig neu geregelt

- Das Präsidium des Deutschen Alpenvereins (DAV) hat einstimmig beschlossen, die Teilnahme der drei Vorwürfe erhebenden DAV-Kader-Athlet*innen an internationalen Skimo-Wettkämpfen im Rahmen des DAV-Kaders vorläufig auszusetzen.

Skimo-Athlet*innen beim Training. Foto: DAV/Leon Hösch

Hintergrund der Entscheidung ist die in den vergangenen Wochen deutlich angespannte Situation innerhalb des Skimo-Teams. Mehrere Athletinnen und Athleten sowie Mitglieder des Trainer- und Betreuerstabs haben gegenüber der DAV Leistungssport gGmbH zum Ausdruck gebracht, dass sich das Teamklima erheblich verschlechtert hat und unter den aktuellen Umständen ein geordneter Trainings- und Wettkampfbetrieb nicht mehr verlässlich gewährleistet ist. 

„Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen. Aber wir tragen Verantwortung für das gesamte Team. Leistungssport braucht ein Umfeld, in dem Vertrauen und Zusammenarbeit möglich sind“
- DAV-Präsident Roland Stierle

Einschätzung durch unabhängige Kanzlei 

Zur objektiven Einordnung der Situation hat der DAV eine sachverständige Kanzlei als unabhängige externe Anlaufstelle eingerichtet und mit der Auswertung von Hinweisen aus dem Team beauftragt. In der nun vorliegenden vorläufigen Lageeinschätzung wird zusammenfassend festgestellt, dass aus dem Team und dem Kaderumfeld negative Auswirkungen auf die sportliche und zwischenmenschliche Situation des Teams befürchtet werden, sollte die aktuelle Konstellation unverändert fortbestehen.  

So heißt es in der Einschätzung, „es herrsche eine ‚Verunsicherung‘, teils gar eine ‚Angstatmosphäre‘, (..), die auf das Verhalten der Vorwürfe erhebenden Personen zurückgehe.“ Weiter heißt es, dass „von Seiten der Athletinnen und Athleten damit gerechnet werde, dass jedes Gespräch durch die Vorwürfe erhebenden Personen aufgezeichnet, jede Kommunikation über Messenger oder im persönlichen Gespräch selektiv (und teils sinnentstellt) an die Presse weitergegeben werde.“ Es wird weiter zusammengefasst, „dass die Vorwürfe erhebenden Personen versucht hätten, jüngere (teils minderjährige Nachwuchs-) Athletinnen und Athleten in ihrem Sinne zu beeinflussen und im bestehenden Konflikt ‚auf ihre Seite zu ziehen‘ oder ‚Stimmung‘ gegen einzelne Trainer, Betreuer oder Athletinnen und Athleten zu machen. Auch soll von Seiten der Vorwürfe erhebenden Personen der Versuch unternommen worden sein, Athletinnen und Athleten Verletzungen ‚einzureden‘. 
 
Als Folge wird beschrieben: „Selbst eher als mental und psychisch resilient eingeschätzte Athletinnen und Athleten seien aufgrund des Verhaltens der Vorwürfe erhebenden Personen sowie der medialen Berichterstattung inzwischen auf psychischer Ebene sichtbar angeschlagen.“ Ein eingeleiteter Aufklärungsprozess wird nun unter externer juristischer Begleitung fortgesetzt und aufgearbeitet. 

Die Maßnahmen sind keine Reaktion auf ursprüngliche Hinweise 

Vor diesem Hintergrund sieht sich das Präsidium in der Verantwortung, kurzfristig für Klarheit zu sorgen und den Trainings- und Wettkampfbetrieb für alle Athletinnen und Athleten abzusichern. Die Entscheidung wurde im Präsidium einstimmig getroffen und wird von den Rückmeldungen aus dem Team- und Betreuerkreis getragen. 

Der DAV betont ausdrücklich, dass diese Maßnahme keine Bewertung der gegen die drei Athlet*innen geäußerten Hinweise darstellt und ebenfalls keine Reaktion auf die ursprünglichen Hinweise dieser drei Athlet*innen ist. Hinweisgeber sollen und können sich auch künftig ohne Sorge vor Repressalien äußern. 

„Unser Ziel ist es, die Situation sachlich aufzuarbeiten und gleichzeitig sicherzustellen, dass sich unsere Athletinnen und Athleten wieder auf ihren Sport konzentrieren können“, so Stierle. 

Die Entscheidung gilt vorläufig bis zum Abschluss des laufenden Klärungsprozesses. Auf dieser Grundlage wird über die weitere sportliche Zusammenarbeit entschieden. 

Der Deutsche Alpenverein verfolgt weiterhin das Ziel, den Leistungssport im Skibergsteigen verantwortungsvoll weiterzuentwickeln und die Athletinnen und Athleten bestmöglich auf internationale Wettkämpfe vorzubereiten. 

Service für die Presse  

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  • Kontakt: DAV-Pressesprecher Julian Rohn, Tel. 089/14003-332, julian.rohn@alpenverein.de