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Weniger Schnee in den Alpen – regionale Unterschiede

17.03.2021, 15:48 Uhr

Schnee fällt später und taut früher wieder ab – so die Erkenntnis einer neuen internationalen Studie, die erstmalig Schneedaten aller Alpenländer aus fast fünf Jahrzehnten zusammengeführt hat. Allerdings sind die Veränderungen regional unterschiedlich.

In der Studie Observed snow depth trends in the European Alps: 1971 to 2019 trugen Forscherinnen und Forscher Daten von mehr als 2000 Messstationen in den Alpen zusammen. Die Auswertung hat gezeigt, dass an 82 Prozent aller Stationen die Schneehöhen im Winter abnahmen, im Frühling sogar an 90 Prozent. Auch die Schneeperioden werden im Winter immer kürzer. Dies gilt besonders für die Regionen unterhalb von 2000 Metern. Hier verkürzte sich die Anzahl der Tage mit Schneebedeckung in den letzten fünf Jahrzehnten um bis zu 27 im Norden und bis zu 34 Tage im Süden - also um mehr als einen Monat. „Dies entspricht je nach Höhenlage einer Abnahme um 10 bis 35 Prozent im Winter und um 30 bis 50 Prozent im Frühling“, so die Forscher vom Schweizer WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, einem der Projektpartner.

 

Starker Rückgang im Süden

Bisher war die Auswertung von Daten zu Schneehöhen auf einzelne Länder oder Regionen beschränkt. Mit der neuen Studie liegt nun erstmals eine übergreifende Analyse für den gesamten Alpenraum vor. An der Studie unter der Leitung des Forschungsinstituts Eurac Research beteiligten sich mehr als zwanzig Institutionen aus Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Slowenien und der Schweiz.

 

Wie stark die Schneehöhen sinken und die Tage mit Schneebedeckung zurückgehen, hängt von der Region und der jeweiligen Höhenstufe ab. Die Studie arbeitete fünf „schneeklimatische Zonen“ in den Alpen heraus. Dabei kann man sehen, dass auf der Alpensüdseite die Schneehöhen deutlich stärker zurückgegangen sind, als in den nördlicheren Gebieten. „Das zeigt, dass Beobachtungen aus nur einer Region nicht verallgemeinert werden können, sondern dass man die Entwicklung differenziert betrachten muss“, erklärt Co-Autor und MeteoSchweiz-Mitarbeiter Sven Kotlarski.

 

Die Daten der Studie sind größtenteils frei zugänglich und können nun für weitere Forschungsarbeiten genutzt werden.