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Skischaukel St. Anton - Kappl gestoppt

03.12.2018, 09:50 Uhr

Das Bundesverwaltungsgericht in Wien hebt die Genehmigung für die geplante Skischaukel zwischen St. Anton und Kappl durch das Malfontal auf. Die Urteilsverkündung: die Interessen des Naturschutzes überwiegen die touristischen Interessen.

Interessen des Naturschutzes überweigen

Nach 4 harten Verhandlungstagen verkündet die Richterin am Verwaltungsgerichtshof in Wien ein geschichtsträchtiges Urteil: die 2015 ausgesprochene Genehmigung für den Zusammenschluss zwischen St. Anton und Kappl wird aufgehoben! Und noch viel bedeutender ist die Begründung der Richterin: Das Vorhaben hat schwerwiegende Eingriffe in den Naturhaushalt des Malfontals zur Folge. Diese negativen Auswirkungen und Interessen des Naturschutzes überwiegen die touristischen Interessen. Der Natur wurde an diesem Tag nicht nur eine Stimme, sondern auch ein Wert gegeben. Ein klares Signal aus Wien und eine Bestärkung der Bemühungem von DAV und ÖAV: eine nachhaltige Entwicklung braucht auch Naturräume wie das Malfontal.

 

Zusammenarbeit macht sich endlich bezahlt

Seit 8 Jahren läuft das Verfahren rund um die geplante Skischaukel: 2010 wurde das Vorhaben erstmals eingereicht und 2015 erfolgte die Genehmigung durch das Land Tirol. Seit 2010 begleiteten Seite an Seite der Österreichische und Deutsche Alpenverein das Verfahren als Naturschutzorganisationen und kämpften mit Stellungnahmen und fachlichen Gutachten für den Erhalt des Malfontals. Die Urteilsverkündung ist für uns alpine Vereine nicht nur eine Bestätigung unserer Naturschutzarbeit. Es auch eine richtungsweisende Entscheidung: der Erhalt intakter Naturräume wurde höher eingestuft als der touristische Nutzen. Das Malfontal hat einen großen Wert und eine Stimme bekommen: das ist unbezahlbar und nachhaltig.

 

Weitere Erschließungen drohen - die Arbeit geht weiter

Nach der Verhandlung ist vor der Verhandlung: in Tirol liegen weitere große Erschließungspläne auf dem Tisch. So wird in baldiger Zukunft das Vorhaben "Zusammenschluss zwischen Pitztaler Gletscher und Sölden" in die Umweltverträglichkeitsprüfung gehen.

Angeschürt durch die aktuellen Verhandlungen das Tiroler Seilbahn- und Skigebietsprogramm (TSSP) zu lockern, werden aktuell fast schon vergessene Großprojekte (v.a. Zusammenschlüsse) wieder aus der Schublade geholt. So z.B. eine Verbindung zwischen Hochoetz und Kühtai über die Feldringer Böden oder die Verbindung von Weerberg im Inntal mit Hochfügen.

DAV und ÖAV werden auch hier weiter mit gleicher Ausdauer und fachlicher Expertise für den Erhalt der alpinen Natur und Landschaft kämpfen.

 

 

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