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3 Gletscher

Gletscher sind Eisfelder, die vor allem aus verdichtetem altem Schnee bestehen. Ist es kalt genug, fällt im Hochgebirge Schnee, der dann im folgenden Sommer nicht völlig abschmilzt. Passiert dies über mehrere Jahrhunderte, wird aus den Schneeschichten Eis und ein Gletscher kann sich bilden.

Die Stellen, an denen die Gletscher wachsen, werden als Nährgebiet bezeichnet, die Stellen, an denen sie schmelzen, als Zehrgebiete. In den letzten Jahrzehnten schmelzen allerdings viele Gletscher rund um den Globus schneller ab, als sie wachsen können.

 

3.1 Gletscher in den Alpen und in Bayern

Aktuell gibt es noch rund 5000 Gletscher in den Alpen. Im Jahr 2040 werden es nur noch halb so viele sein. Auch die Gletscher in Bayern sind von der Klimaerwärmung stark bedroht. Seit 1850 haben die Alpengletscher über 60% ihres Volumens verloren. In Bayern hat nur noch der Höllentalgletscher die für Gletscher typische Fließbewegung talwärts. Alle anderen Gletscher bestehen aus Toteis. Der Gletscher bekommt keinen Eisnachschub von oben, bewegt sich nicht mehr talwärts und schmilzt nur mehr ab.

 

3.2 Gletscher im Klimawandel

Gletscher sind ein Klimaarchiv und ihr Rückzug ist ein deutliches Zeichen, dass sich das Klima seit der Industrialisierung verändert.

Doch warum genau schmelzen die Gletscher immer weiter?

Zum einen fällt in den Wintern nicht mehr genug Schnee, um den Eisverlust in den Sommermonaten auszugleichen. Hinzu kommen immer wärmere Frühlings- und Sommermonate mit Starkregenfällen. Zum anderen färbt sich die Oberfläche der Gletscher durch Feinstaub und Ruß dunkel. Eine weiße Eisoberfläche reflektiert die Sonnenstrahlung, während eine dunkle die Sonnenwärme aufnimmt.

Bei einer Erwärmung um "nur" 2.6 °C bis zum Jahr 2100 gegenüber dem vorindustriellen Zustand werden in den Alpen bis Ende des Jahrhunderts nur noch 30% des heutigen Eisvolumens vorhanden sein. Schlagen wir den Weg des Klimaszenarios mit der stärksten Erwärmung ein, einem Anstieg der globalen Mitteltemperatur um etwa 4,8 °C im Vergleich zum vorindustriellen Zustand, dann werden die Alpengletscher bis 2100 komplett verschwunden sein.

 

3.3 Folgen des Gletscherrückgangs

Schmelzen die Gletscher, verändert sich nicht nur das alpine Landschaftsbild, es hat auch weitreichende Auswirkungen auf Naturgefahren und den Wasserhaushalt. Schutt wird freigelegt, der dann bei Starkregen als Mure oder Erdrutsch ins Tal donnern kann. In besonderen Situationen können sich durch das Schmelzwasser große Gletscherseen bilden. Ein Ausbruch eines solchen Gletschersees kann eine zerstörerische Schlamm- und Gerölllawine mit katastrophalen Auswirkungen auslösen.

Gletscher sind wichtige Wasserspeicher: bisher geben sie zuverlässig in den trockenen Sommer- und Herbstmonaten Schmelzwasser in die Täler ab. Mit Abschmelzen der Alpengletscher wird dieser Wasserspeicher verloren gehen. In Kombination mit den zunehmenden Hitze- und Dürreperioden im Sommer kann das zu Wasserknappheit in manchen Regionen führen.

 

Glossar

  • Eisfeld: flächenhafte Vergletscherung von geringer Mächtigkeit, bei der der Untergrund noch erkennbar ist
  • Erdrutsch: Abrutschen von größeren Erd- und Gesteinsmassen
  • Gletscher: Strom aus Eismassen, der sich langsam talwärts schiebt
  • Gletscherseen: See, der durch das Abschmelzen von Gletschern entsteht
  • Gletscherspalte: Risse in der Oberfläche eines Gletschers, die durch Spannung beim Fließen eines Gletschers entstehen
  • Hochgebirge: Erhebung von mehr als 1.500 m gegenüber der Umgebung
  • Klimaarchiv: gibt Auskunft über die klimatischen Veränderungen in der Vergangenheit. Gletscher, aber auch Sedimente im Ozean oder Jahresringe von Bäumen können als Klimaarchiv dienen
  • Klimaerwärmung: ungenauer Begriff, der die Veränderung des Klimas durch den Klimawandel beschreibt
  • Klimaszenarien: zeigen anhand von Berechnungen, wie das Klima in Zukunft unter bestimmten Bedingungen aussehen könnte
  • Nährgebiet: oberer Teil des Gletschers, in dem mehr Niederschlag fällt als abschmelzen kann
  • Naturgefahren: Gefahr durch natürliche Prozesse wie Wetter, Rutschungen oder Hochwasser. Durch Präventionsmaßnahmen kann der Gefahr vorgebeugt werden (z.B. Lawinenschutz)
  • Schnee: häufigste Form des festen Niederschlags, der aus Eiskristallen besteht
  • Zehrgebiete: unterer Teil eines Gletscher, in dem mehr Eis abschmilzt als Niederschlag fällt
 

Was hast du dir gemerkt?

Bei den folgenden Fragen können mehrere Antworten richtig sein!

 

4 Mobilität

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