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Ausbau des Kaunertaler Gletschers nach Langtaufers abgelehnt

19.12.2017, 09:12 Uhr

Die Südtiroler Landesregierung hat sich klar für den Naturschutz in den Alpen bekannt: am Dienstag wurde das Vorhaben "Skigebietsverbindung Kaunertaler Gletscher - Langtaufers" abgelehnt. Das jahrzehntelange Verfahren sollte also endgültig vom Tisch sein!

Großprojekt vom Tisch

Seit Jahrzehnten wird über die Erweiterung des Kaunertaler Gletschers mit dem seit mehreren Jahren stillgelegten Skigebiet Langtaufers nach Südtirol debattiert.

Endlich hat die Südtiroler Landesregierung diesen Ambitionen einen Riegel vorgeschoben: in der gestrigen Sitzung wurde das Vorhaben abgelehnt, das Projekt ist somit vom Tisch!

 

Ein noch gänzlich unerschlossenes Hochgebirgstal bleibt durch diese Entscheidung auch weiterhin der Natur überlassen; ohne Liftstützen oder Schneekanonen. Für alle Alpin- und Umweltverbände eine längst überfällig gewesene Entscheidung für die Natur und nachhaltige Entwicklung. Naturnaher und ressourcenschonender Tourismus wird in Langtaufers dank dieser Entscheidung eine Zukunft haben.

 

Sieg der Vernunft

Ausschlaggebend für die Ablehnung ist das unmissverständlich negative Fachgutachten des Umweltbeirates, die Entscheidung ist daher fachlich konsequent. Dieses Vorgehen schafft aber auch Rechtssicherheit, Objektivität und Nachvollziehbarkeit. Alle Umwelt- und Alpinverbände begrüßen diese fachliche Vorgehen und laden die Südtiroler Landesregierung ein, sich in Zukunft konsequent an die Fachgutachten der eigenen Expertenkommissionen zu halten. 

 

 

Die Hintergründe

Geplant war der Bau einer Seilbahn und Piste über das Karlesjoch nach Süden hinunter zum kleinen Skigebiet Maseben (Gemeinde Graun in Südtirol). Die Neuerschließung würde die Verbauung eines ca. 280 ha großen Areals (Gepatschferner) bedeuten und den Bau einer Bergstation auf dem Gipfel des Weißseeferners in 3.526 Metern Höhe. Ein überarbeitetes Konzept zur Verbindung wurde schließlich von der Kaunertaler Gletscherbahnen GmbH im Juni 2013 vorgelegt und die geschätzten Kosten von 4,7 Mio. Euro lukriert.

 

Alle Infos zum Vorhaben hier.

 

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