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Zusammenschluss Pitztaler Gletscher und Sölden

In Planung ist das größte Gletscherskigebiet Europas (und der Welt): Mittelbergferner, Hangender Ferner und Rettenbachferner in den Ötztaler Alpen sollen mit Seilbahnen und Pisten erschlossen werden um den Pitztaler Gletscher mit Sölden zu verbinden.

Verfahrensstand: Umweltverträglichkeits-Prüfung (UVP)

Bereits seit 2 Jahren ist der Zusammenschluss des Pitztaler- und Ötztaler Gletschers (Sölden) im Gespräch. Nun nimmt das Projekt Fahrt auf und es wird deutlich konkreter: am 09. März 2015 haben beide Seilbahnbetreiber ihre gemeinsamen Pläne der Naturschutzlandesrätin Ingrid Felipe vorgelegt und zur Vorprüfung zur Umweltverträglichkeitsprüfung eingereicht.

 

 

Ein neues Skigebiet entsteht

Die Erschließung könnte sich vom Pitztaler Gletscher über den unteren Teil des Mittelbergferners über den Linken Fernerkogel, Hangesferner und Karlesferner zum Rettebachjoch (Sölden) erstrecken. Die Betreiber werden alles daran setzen auf den weiten Gletscherflächen Skipisten anzulegen. Die Erschließung dieser Gletscherflächen hätte massive Auswirkungen auf noch unerschlossene Gletscherflächen sowie die Möglichkeiten des alpinen Bergsports rund um die Braunschweiger Hütte.

 

Die Fakten

 

Anzahl Seilbahnen

3 (2x Einseil-Umlaufbahn, 1x Dreiseil-Umlaufbahn)
Höchster Punkt der Erschließung Linker Fernerkogel (3.277 m)
Speicherteich und Beschneiung Ja
Geplante Pistenfläche 64 ha
davon auf Gletschern 95%
Besonderheiten

skitechnische Verbindung zum Rettenbachferner via Skitunnel

großes Seilbahn- und Gastronomiezentrum im Gletschervorfeld des Karlesferners und unterhalb der Braunschweiger Hütte des DAV

Gesamtkosten rund 120 Mio. €

Das Vorhaben läuft natürlich unter dem Motto "Zusammenschluss". Betrachtet man aber den Umfang der Erschließungsmaßnahmen, muss hier eher von einem Neubau eines Kleinskigebietes gesprochen werden: das resultierende Gebiet ist in etwa halb so groß wie das gesamte Skigebiet auf der Zugspitze!

 

Ausnahme vom Gletscherschutz-Programm

Grundsätzlich ist eigentlich in Tirol die Erweiterung von Skigebieten aus ihren festgelegten Grenzen heraus durch das Tiroler Seilbahn- und Skigebietsprogramm untersagt. Zusätzlich hat die Landesregierung im Raumordnungsprogramm über den Schutz der Gletscher (als Downlaod verfügbar) beschlossen, dass noch unerschlossene Gletscher und ihre Einzugsgebiete von der Errichtung von Anlagen freizuhalten sind.

 

In diesem Fall jedoch besteht eine Ausnahmeregelung: die Fläche zwischen den beiden bestehenden Skigebieten ist im Tiroler Raumordnungsprogram Pitztaler und Ötztaler Gletscher explizit als freigegebene Erweiterungsfläche ausgewiesen. Das wiederum bedeutet auch, dass für diese Fläche keine Regelungen für Schutzgebiete greifen. Das Ruhegebiet Ötztaler Alpen beginnt erst südlich dieser Erweiterungsfläche und würde von den Erschließungsmaßnahmen nicht berührt werden.

 

Zusammenschluss im Koalitionspapier verankert

Besorgnis und Zuversicht zugleich bietet ein anderer Sachverhalt: Der Zusammenschluss ist sogar offiziell im schwarz-grünen Koalitionspapier der Landesregierung mit einer Überspannung des Gletschers verankert. Hierbei wurde jedoch der Pistenbau grundsätzlich ausgeschlossen.  Für die Liftbetreiber kommt aber eine reine Verbindungsgondel ohne neue Pistenfläche nicht in Frage!

 

Aktuelle Informationen

ARD - Mittagsmagazin, 04. Dezember 2018

 

 

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