logo-dav-116x55px

Erschließung der Kalkkögel

Das Ziel: Zusammenschluss von „Axamer Lizum“ und „Schlick 2000“ im Stubaital über die Kalkkögel hinweg. Eine Realisierung blieb zum Glück aus: das Projekt wurde als verfassungswidrig eingestuft!

Erschließungsprojekt Gestoppt

 

Ein großes Skizentrum vor den Toren Innsbrucks?

Im direkten Einzugsgebiet von Innsbruck sollte durch den Zusammenschluss von Axamer Lizum und Schlick 2000 (Stubaital) über die Kalkkögel hinweg - der sog. "Brückenschlag"- ein großes Skizentrum geschaffen werden. Laut den Befürwortern sichere dieser Zusammenschluss das wirtschaftliche Überleben der beiden kleinen Skigebiete.

 

Anvisiert wurde eine Seilbahnverbindung vom Kreuzjoch (Schlick2000) direkt über die Kalkkögel zum Hoadl (Axamer Lizum). Eine zweite Lösung wäre eine Seilbahn von der Schlicker Alm (Schlick2000) über die Malgrubenscharte entlang der Kalkkögel zum Hoadl (Axamer Lizum). Zuletzt wurde als Alternativlösung sogar eine Tunnelbahn vorgeschlagen um das Ruhegebiet „Kalkkögel“ nicht zu beeinträchtigen

 

"Brückenschlag" verfassungswidrig

Fachgutachten belegen das offensichtliche: das Projekt steht im Widerspruch zur Alpenkonvention und ist verfassungswidrig.

Das Tiroler Naturschutzgesetz verbietet den Bau von Seilbahnen zur Personenbeförderung in Ruhegebieten. Trotz diess klaren Verbotes versuchten die Befürworter eine Ausnahmeregelung zu erziehlen.

Zusätzlich verpflichtete sich Österreich mit der Unterzeichnung der Alpenkonvention aktuelle Schutzgebiete zu bewahren und deren Schutzzwecke zu achten. Dennoch war der Zusammenschluss von Axamer Lizum und Schlick2000 durch das Ruhegebiet Kalkkögel ein bestimmendes Thema.

Im Oktober 2014 erfolgte durch die Tiroler Landesregierung der Auftrag zur externen Untersuchung der Realisierbarkeit des Projektes „Brückenschlag“ durch unabhängige Prüfgutachter aus den Bereichen Wirtschaft, Verkehr, Raumordnung, Tourismus und Recht.

Das Ergebnis der Gutachten:die Änderungen des Naturschutzgesetzes sind verfassungswidrig.

 

Mit Alpenkonvention unvereinbar

Auch das völkerrechtliche Gutachten sieht einen klaren rechtlichen Widerspruch: das Vorhaben verletzt Art. 11 Abs. 1 der Alpenkonvention. Darin verpflichtet sich Österreich „bestehende Schutzgebiete im Sinne ihres Schutzzwecks zu erhalten“. Das Verbot von Seilbahnen zur Personenbeförderung gilt als wesentlich für den Schutzzweck in Ruhegebieten.  

Diese Gutachten sind ein klares Appell an die Politik und Befürworter des Projektes aktuelle Naturschutzgesetzgebungen einzuhalten und Schutzgebiete zu respektieren.

 

Weiterführende Links:

Alpine Raumordnung

Ein bedeutendes Instrument im Naturschutz

Mehr erfahren
Die Alpen müssen gleichermaßen die Rolle als Wirtschafts-, Siedlungs-, Erholungs- und Naturraum erfüllen. Die Alpine Raumordnung versucht durch integrative Raumordnungs-Konzepte eine nachhaltige Entwicklung des Alpenraumes mit zu gestalten: d.h. unberührte alpine Natur für nächste Generationen bewahren, Biodiversität erhalten, gleichzeitig aber auch attraktive Wirtschaftsräume schaffen.

Raumverbrauch durch Skitourismus

Erschließungsspirale stoppen

Mehr erfahren
Klimawandel, Abnahme der Schneesicherheit, stagnierende Skifahrerzahlen: Skigebiete befinden sich alpenweit in einem Verdrängungswettbewerb. Immer höher und größer darf nicht die Lösung sein!