Logo-DAV-116x55px

9€ Ticket: DAV und JDAV fordern Anschlussangebot

10.08.2022, 14:06 Uhr

Günstig, unkompliziert und klimaschonend zum Wandern, Klettern oder Mountainbiken - für viele ist das 9 Euro Ticket ein Anreiz, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Nachhaltige Mobilität - nicht nur im Bergsport - muss dauerhaft attraktiver werden. DAV und JDAV fordern die Verkehrsministerien auf Bundes- und Länderebene in einem offenen Brief auf, ein Anschlussangebot für das 9 Euro Ticket zu entwickeln und das öffentliche Verkehrsnetz zu sanieren und auszubauen.

Die Politik muss gute Voraussetzungen für klimaschonende Mobilität schaffen

Die Klimakrise ist da - das bekommen wir auch in Deutschland zu spüren: Hitze und anhaltende Trockenheit führen zu Waldbränden und Wasserknappheit. In den Alpen sind die Folgen ebenso drastisch sichtbar. Alpine Gefahren nehmen zu, einige klassische Hochtouren sind in diesem Jahr schon seit den frühen Sommermonaten nicht mehr begehbar, Schutzhütten bangen um ihre Wasserversorgung. Die Folgen für den Bergsport scheinen aber marginal im Vergleich zu den Folgen für die Menschen vor Ort und die Natur. Alle müssen jetzt ihren Beitrag leisten: für mehr Klimaschutz, für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen.

 

Die Mobilität ist dabei ein entscheidender Faktor - im Bergsport verursacht sie den größten Anteil der Treibhausgasemissionen - und nimmt deshalb im DAV-Klimaschutzkonzept eine zentrale Rolle ein. Vermeiden vor Verlagern vor Verbessern: Nach diesem Dreiklang sollen im Bereich Mobilität im DAV Emissionen reduziert werden.

Der DAV nimmt hier seine eigenen Angebote unter die Lupe und motiviert Mitglieder und Öffentlichkeit zu klimaschonender Mobilität. Dafür sind ein gutes Verkehrsnetz und attraktive Angebote entscheidend.

 

Deshalb fordern DAV und JDAV die Verkehrsministerien auf Bundes- und Länderebene auf: Verbessern Sie die Angebote im Öffentlichen Verkehr!

 

Dafür braucht es: 

  • ein einfach nutzbares, dauerhaft kostengünstiges und bundeseinheitliches Ticketangebot für ganz Deutschland nach dem Vorbild des 9€-Tickets,
  • dauerhaft attraktive Angebote auch für den Fernverkehr und
  • mittelfristig einen massiven Ausbau des ÖPNV-Netzes auch in strukturschwachen Regionen sowie eine Sanierung bestehender Strecken.

Nur so kann die Verkehrswende sozialverträglich und nachhaltig funktionieren!

 

Der offene Brief steht hier zum Download zur Verfügung:  20220805 Offener Brief Bundesverkehrsministerium [112 kb]

 

Der DAV motiviert zu klimaschonender Mobilität

Die Mobilität macht einen beträchtlichen Anteil der Treibhausgasemissionen beim Bergsport aus. Neben der Forderungen an die Politik verbessert der DAV auch seine eigenen Angebote und motiviert Mitglieder und Öffentlichkeit mit verschiedenen Informationsmaterialien und Anreizen zur klimaschonenden Anreise.

 

Mit Bahn und Bus zum Bergsport - das geht! Mit dem 9 Euro Ticket sogar unschlagbar günstig. Wie vielfältig die Freizeitangebote auch in der näheren Umgebung sind, hat der DAV mit seinem Video zum 9 Euro Ticket gezeigt.

 

Die Gültigkeit des 9 Euro Tickets über Ländergrenzen hinweg eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Regio-Interrail-Reise durch Deutschland? Zwei beispielhafte Routen mit vielen Tourenvorschlägen entlang der Strecke führen quer durchs Land, nach Belieben von den Alpen an die Ostsee oder vom Dreiländereck nach Ostfriesland

Wer die individuelle Tourenplanung bevorzugt, kann auf dem Tourenportal alpenvereinaktiv.com die entsprechenden Filter auswählen und findet so die passenden Touren, die mit Bus und Bahn erreichbar sind. Eine Auswahl der schönsten Touren gibt es in dieser Liste. Ein Netzplan mit Bus- und Bahnverbindungen in den Ostalpen erleichtert zudem die Anreiseplanung. 

 

Bergsporttaugliche Mobilitätsangebote sind oft noch schwer zu finden. Stellenweise erweitert der DAV das öffentliche Verkehrsnetz, beipielsweise mit dem verdichteten Takt an Wochenenden und Feiertagen auf der RVO-Buslinie 9569 von Lenggries in die Eng. Darüber hinaus gibt es Bergbusse von den Sektionen München & Oberland, Augsburg und Landsberg. Im Münchner Bergbus ist dabei im August sogar das 9 Euro Ticket gültig.

 

 

Mit der freien Nacht fürs Klima setzt der DAV finanzielle Anreize, seine Mitglieder zur Anreise in die Berge mit Bus und Bahn zu bewegen. Wer mit Öffis kommt, übernachtet auf vielen DAV-Hütten einmal kostenlos. 

 

Die Rückmeldungen zu diesen Angeboten sind meist sehr positiv. Information und Motivation ist aber nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite müssen flächendeckende, praktikable und gute Lösungen für den öffentlichen Verkehr umgesetzt werden. Das ist Aufgabe der Politik, und der DAV wird sich weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass die Politik dieser Aufgabe endlich in vollem Umfang nachkommt!

 

 

 

Freie Nacht fürs Klima

Gratis Übernachtung in rund 60 DAV-Hütten

Mehr erfahren
Mit der Bahn entspannt und klimafreundlich anreisen und dafür eine freie Übernachtung im Mehrbettzimmer oder Lager abstauben. Am nächsten Morgen als Erste*r oben auf dem Gipfel stehen und die Ruhe genießen. Die Aktion "Freie Nacht fürs Klima" macht's möglich. Wir fürs Klima!

Auf dem Weg zur Nachhaltigkeit

Was macht der DAV im Handlungsfeld Mobilität?

Mehr erfahren
2022 werden die Emissionen im DAV erstmals umfassend bilanziert. Doch schon jetzt ist klar: Die Anreise verursacht durchschnittlich die meisten Treibhausgase im Bergsport. Die Mobilität ist deshalb neben Verpflegung, Infrastruktur, Bildung und Finanzanlagen eines der Handlungsfelder im DAV-Klimaschutzkonzept. Ohne Mobilität ist Bergsport für die meisten von uns nicht möglich - denn wer hat die Berge schon direkt vor der Haustür? Wo können wir also ansetzen, wie können wir weiter unserer Leidenschaft nachgehen und dabei unseren CO2-Fußabdruck verringern? Wir erklären, was im DAV im Handlungsfeld Mobilität passieren soll.

Junge Menschen brauchen mehr als das 9€-Ticket!

Positionspapier der Bundesjugendleitung 2022

Mehr erfahren
Die Klimakatastrophe ist nach dem 9€-Zeitraum nicht vorbei. Um unserem Anspruch an eine nachhaltige Mobilität gerecht zu werden, fordern wir als JDAV von der Bundesregierung dauerhafte Maßnahmen für ein ganzheitliches, nachhaltiges und internationales Mobilitätskonzept für junge Menschen. Am 26. Juni hat die Bundesjugendleitung das Positionspapier „Junge Menschen brauchen mehr als das 9€-Ticket!“ beschlossen. Das für Juni, Juli und August geltende 9€-Ticket ist aus Sicht der JDAV lediglich einen erster Schritt in die richtige Richtung. Für junge Menschen ist dieser Ausblick jedoch langfristig nicht genug. Eigenständige und flexible Mobilität ist für die Teilhabe an gesellschaftlichem Zusammensein und an Aktivitäten in der Natur eine zentrale Voraussetzung für junge Menschen.   Das vollständige Positionspapier gibt es hier zum Download: 220626-JDAV-Position JungeMenschenbrauchenmehralsdas9EuroTicket-beschlossen [88 kb]