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Kletterhallenunfallstatistik 2016

Unfallprävention bei DAV und KLEVER

DAV und KLEVER präsentieren die Kletterhallen-Unfallstatistik 2016

Das Klettern an künstlichen Kletteranlagen boomt. Leider kommt es dabei auch immer wieder zu mehr oder weniger schweren Unfällen. Trotzdem belegen Statistiken von DAV und KLEVER (einem Verband privater Kletterhallenbetreiber), dass Klettern prinzipiell eine sehr sichere Sportart ist. Verglichen mit der großen Zahl an Eintritten werden nur sehr wenige Unfälle gemeldet.

 

DAV und KLEVER haben das gemeinsame Ziel, durch Prävention in Zukunft die Zahl der Unfälle noch weiter zu senken. Dazu legen die beiden Verbände ihre Unfallmeldungen zusammen und werten die statistischen Daten gemeinsam aus. Die Erkenntnisse daraus fließen in die Ausbildung der Kletterer ein, um letztlich den Klettersport noch sicherer zu machen.

Die Zahl der von DAV und KLEVER betreuten Kletterhallen beträgt zur Zeit etwa 250 und deckt somit über die Hälfte der Kletteranlagen in Deutschland ab.

Datengrundlage für die Kletterhallen-Unfallstatistik sind alle Unfälle an künstlichen Kletteranlagen, bei denen ein Rettungsdiensteinsatz erfolgt. Dadurch ist gewährleistet, dass der Statistik eine recht solide und zuverlässige Datenbasis zugrunde liegt.

 

Seilklettern vs. Bouldern

Insgesamt wurden im Jahr 2016 186 Ereignisse mit Verletzungen gemeldet, die einen Rettungsdiensteinsatz zur Folge hatten. Davon ereigneten sich 53 Unfälle beim Seilklettern, 119 beim Bouldern und 14 bei anderen Tätigkeiten (z.B. auf dem Kinderspielplatz). Da in den Kletterhallen, die bei der Unfallstatistik mitmachen, mehr mit Seil geklettert wird als nur gebouldert, wird hier schnell ersichtlich, dass sich beim Bouldern mehr Unfälle ereignen als beim Seilklettern.

Bei Kletterunfällen ist besonders interessant, welcher Körperteil verletzt wurde. Dazu wird jede Verletzung einer der vier Kategorien

Kopf, Rumpf, Arme und Beine

zugeteilt. Alle nicht genau zuordenbaren Verletzungen wurden als "Sonstiges / keine Angabe" eingestuft.

 

Betrachtet man die gemeldeten Unfälle 2016 hinsichtlich der verletzten Körperregionen getrennt nach Seilklettern und Bouldern, so zeigt sich ein großer Unterschied der beiden Sportarten. Beim Bouldern sind überwiegend die Extremitäten (primär die Beine) gefährdet. Beim Seilklettern hingegen werden auch häufig Verletzungen von Kopf und Rumpf gemeldet, die prinzipiell schwerwiegendere Folgen nach sich ziehen können.

 

Erkenntnisse

Beim Seilklettern sind die Verletzungsmuster breiter gestreut als beim Bouldern. Die schwersten Unfälle mit Bodensturz ereigneten sich allesamt aufgrund von Einbindefehlern - mit einem richtigen und konsequent durchgeführten Partnercheck könnten derartige Unfälle leicht verhindert werden.

Beim Bouldern deuten die Unfallprotokolle darauf hin, dass wenig Kenntnisse zum kontrollierten Abspringen und Landen vorhanden sind. Hier könnten die Unfallzahlen durch bessere Ausbildung gesenkt werden.

 

Detailliertere Informationen finden sie im angehängten PDF.