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Trainer C Klettern mit Menschen mit Behinderung

Um den Inklusionsgedanken zu fördern und Kletterangebote für Menschen mit Behinderungen in den Sektionen aufzubauen, bieten DAV und JDAV in Kooperation mit dem Deutschen Behindertensportverband e.V. (DBS), Special Olympics Deutschland (SOD) und dem Deutschen Gehörlosen-Sportverband (DGS) eine gemeinsam getragene Ausbildung an.

 

Die Ausbildung besteht insgesamt aus drei Lehrgängen, die in einer Kletterhalle (Indoor) beziehungsweise in der Jugendbildungsstätte Hindelang (z.T. auch Outdoor) stattfinden. In der Ausbildung erwerben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer klettersport- und behinderungsspezifische Kompetenzen. Sie können attraktive, risikoarme und bedürfnisgerechte Klettersportangebote für Menschen mit und ohne Behinderungen entwickeln und dabei die speziellen Sicherungstechniken gemäß den Sicherheitsstandards des DAV anwenden.


Tätigkeitsfelder

 

  • Betreuung und Leitung von Angeboten für Menschen mit Behinderungen
  • Planung, Organisation und Durchführung behinderungsspezifischer Kletterveranstaltungen, zum Beispiel offene Gruppen oder Kooperationsangebote zwischen Alpenvereinssektionen und Vereinen des Behindertensports sowie der Behindertenhilfe
  • Nutzung von gruppendynamischen Prozessen und persönlichkeitsbildenden Potenzialen in heterogenen Klettergruppen für Menschen mit und ohne Behinderung
 

Lehrgang 1 – KB Kletterbetreuer

(Basislehrgang Sportklettern Breitensport)


Im einwöchigen Basislehrgang zur Kletterbetreuerin oder zum Kletterbetreuer werden die grundlegenden Sicherungstechniken und -methoden in Theorie und Praxis in künstlichen Kletteranlagen (Indoor) vermittelt.

 

Zulassungsvoraussetzungen:

 

  • Einverständnis/Meldung über eine DAV-Sektion oder einen Gastverband
  • Mindestens zwei Jahre Klettererfahrung
  • Beherrschen des oberen V. Schwierigkeitsgrades (UIAA), das heißt Klettern von Routen im Vorstieg mit der Schwierigkeit V+ (UIAA) im Begehungsstil onsight
  • Beherrschen von zwei verschiedenen Sicherungsgeräten (Halbautomat und dynamisches Sicherungsgerät)
  • Nachweis über eine Ausbildung in Erster Hilfe mit mindestens neun Unterrichtseinheiten, nicht älter als zwei Jahre


Anerkennung anderer Ausbildungen: Der Lehrgang wird erlassen für JDAV-Jugendleiter mit dem Aufbaumodul Sportklettern 1.


Fernstudium: Etwa einen Monat vor Kursbeginn erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Unterlagen zum Fernstudium, die bis zum Lehrgang durchgearbeitet werden müssen.


Ausbildungsinhalte: Ausrüstungskunde, Sicherungstheorie und Sicherungstechnik (Indoor), DAV-Kletterscheine Indoor, Kunstwandklettern, Klettertechnik-Basics, Methodik, Betreuen von Kinder- und Erwachsenengruppen, Rechts- und Versicherungsfragen, Krisenmanagement


Prüfungen: Kletterkönnen gemäß den Zulassungsvoraussetzungen (am Ende des Lehrgangs); Lehrprobe aus dem Bereich Sicherungstechnik.

Kursdauer: 6 Tage (Beginn erster Tag: 18 Uhr, Ende letzter Tag: ca. 14 Uhr)

 

 

 

Lehrgang 2 – Klettern für Menschen mit Behinderungen

 

Zulassungsvoraussetzungen:

 

  • Einverständnis/Meldung über eine DAV-Sektion, einen Verein von DBS, SOD, DGS oder über einen Gastverband
  • Kletterbetreuer Breitensport oder höherstufige Ausbildungen (z. B. Trainer B/C Sportklettern Breiten- oder Leistungssport) mit gültiger Lizenz oder JDAV-Jugendleiter mit dem Aufbaumodul Sportklettern 1
  • Beherrschen des oberen V. Schwierigkeitsgrades (UIAA), das heißt Klettern von Routen im Vorstieg mit der Schwierigkeit V+ (UIAA) im Begehungsstil onsight
  • Beherrschen von zwei verschiedenen Sicherungsgeräten (Halbautomat und dynamisches Sicherungsgerät)
  • Beherrschen der Inhalte der DAV-Indoor-Kletterscheine (Toprope und Vorstieg)
  • Kenntnisse über weiterführende Sicherungstechniken (z.B. Mastwurf, HMS, Schleifknoten, Prusik, Abseilen)
  • Nachweis über eine Ausbildung in Erster Hilfe mit mindestens neun Unterrichtseinheiten, nicht älter als zwei Jahre


Ausbildungsinhalte: behinderungsspezifische Inhalte in Theorie und Praxis, Klettern mit Behinderungen, behinderungsspezifische Sicherungs- und Interventionstechniken, innovative, zielgruppenorientierte und normgerechte Ausrüstung, Einführung und Vorbereitung eines eigenen Praxisprojekts „Klettern für Menschen mit Behinderungen“


Prüfungen: keine

Kursdauer: 7 Tage (Beginn erster Tag: 18 Uhr, Ende letzter Tag: ca. 14 Uhr)

 

Lehrgang 3 – Kolloquium und Anwendung


Zulassungsvoraussetzungen:

 

  • Einverständnis/Meldung über eine DAV-Sektion, einen Verein von DBS, SOD, DGS oder über einen Gastverband
  • Erfolgreiche Teilnahme am Lehrgang 2 Trainer C Klettern für Menschen mit Behinderungen, die nicht länger als zwei Jahre zurückliegt
  • Zwischen dem Lehrgang 2 und Lehrgang 3 ist eine Zeit von mindestens drei Monaten für eine Praktikumsphase einzuplanen
  • Erstellung eines Praktikumberichtes: Dokumentation und Reflexion des Praxisprojektes im Gesamtumfang von 10 Seiten mit Bildern; davon 5 Seiten Fließtext


Ausbildungsinhalte: fachsportliche und behinderungsspezifische Inhalte in Theorie und Praxis, Präsentation und Reflexion des durchgeführten Praxisprojektes, Kolloquium


Prüfungen: Überprüfung der Kompetenzen in den behinderungsspezifischen Sicherungstechniken (Praxis); Präsentation, Reflexion und Diskussion der Praxisprojekte; Erlebnistag-Klettern und erlebnispädagogische Elemente mit Menschen mit Behinderungen


Kursdauer: 2½ Tage (Beginn erster Tag: 18 Uhr, Ende letzter Tag: ca. 14 Uhr)

Lizenz: Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine vom DAV ausgestellte Trainer C-Lizenz, die von DBS, SOD und DGS anerkannt wird. Die Ausbildung entspricht den Rahmenrichtlinien des DOSB und wird von diesem anerkannt. Eine DOSB-Lizenz kann ausgestellt werden.


Fortbildung:
• Es besteht eine Fortbildungspflicht gemäß den Richtlinien.
• Fortbildungen von DBS und SOD werden anerkannt.