Emissionsbilanz 2025

Für das Jahr 2025 hat der DAV bereits seine vierte Emissionsbilanz erstellt. Die Ergebnisse zeigen weiterhin einen leichten Rückgang der Emissionen: Sowohl die Gesamtemissionen als auch die Emissionen pro Mitglied sind gegenüber dem Vorjahr gesunken. Damit setzt sich der bereits in vergangenen Jahren erkennbare Abwärtstrend fort.

Gleichzeitig zeichnet sich eine leichte Verschiebung der Emissionsursachen ab: Während der Anteil der Emissionen aus Waren und Dienstleistungen steigt, geht der Anteil der Mobilitätsemissionen an den Gesamtemissionen zurück.

Die Fortschritte sind noch überschaubar, zeigen aber, dass Klimaschutzmaßnahmen im DAV langsam ihre Wirkung entfalten. Gleichzeitig macht die Bilanz klar, dass für eine deutlichere Reduktion der Emissionen weitere Anstrengungen notwendig sind. Die größten Ansatzpunkte liegen weiterhin in den Bereichen Verpflegung, Mobilität und Infrastruktur.

Unsere Gesamtemissionen 2025

Insgesamt entstanden im DAV 2025 hochgerechnet 50.375 Tonnen CO₂-Äquivalente (CO₂e). Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Rückgang um 321 Tonnen beziehungsweise 0,6 Prozent.

Auch die Emissionen pro Mitglied sind gesunken: Mit 30,7 Kilogramm CO₂e pro Mitglied liegen sie 1,5 Kilogramm beziehungsweise 5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Gegenüber dem Basisjahr 2022 sind die Emissionen pro Mitglied damit um 12 Prozent zurückgegangen.

Damit entwickelt sich insbesondere der Pro-Kopf-Wert positiv. Bei den Gesamtemissionen lässt sich allerdings nur eine Fortsetzung des sehr leichten Abwärtstrends der Vorjahre erkennen. Die Bilanz zeigt: wir sind auf dem richtigen Weg, aber für eine spürbare Senkung der Emissionen braucht es weiterhin konsequente und ambitionierte Maßnahmen.

Die Beteiligung an der Bilanzierung bleibt auf dem Niveau der Vorjahre

Wie schon in den Vorjahren beteiligten sich viele Sektionen an der Emissionsbilanzierung. 2025 erfassten 143 Sektionen ihre Emissionen und repräsentierten damit 52 Prozent der DAV-Mitglieder.

Die Emissionen der übrigen Sektionen wurden auf Grundlage der Daten der teilnehmenden Sektionen hochgerechnet. Um mögliche Unterschätzungen zu vermeiden und Unsicherheiten bei der Hochrechnung abzufedern, wurde dabei ein konservativer Sicherheitszuschlag von 25,7 Prozent berücksichtigt.

Für die Bilanzierung stand den Sektionen 2025 erstmals auch eine Pauschalvariante zur Verfügung. Auf Grundlage der Daten aus den vergangenen Bilanzierungsjahren wurden Pauschalwerte für Hütten, Kletteranlagen, Geschäftsstellen und Veranstaltungen berechnet. Damit können Sektionen auch dann eine Bilanz erstellen, wenn für einzelne Standorte – beispielsweise eine Kletteranlage – nicht alle notwendigen Daten vorliegen.

Die ausführliche Bilanzierung bleibt jedoch der Standard: Knapp 90 Prozent der teilnehmenden Sektionen nutzten sie weiterhin vollständig oder größtenteils. Das ist für die Qualität der Bilanz wichtig. Denn nur detaillierte Daten zeigen, wo die größten Emissionstreiber liegen, welche Veränderungen sich beobachten lassen und wo konkrete Einsparpotenziale bestehen.

Gleichzeitig bilden die detaillierten Daten die Grundlage dafür, die Pauschalwerte künftig weiterzuentwickeln und zu verbessern.

Die meisten Emissionen entstehen auf den DAV-Hütten

Mit 46 Prozent entsteht fast die Hälfte der DAV-Emissionen auf den Hütten. Ihr Anteil an den Gesamtemissionen ist gegenüber 2024 um sieben Prozentpunkte gestiegen. Damit bleiben die Hütten der größte Emissionsbereich im DAV.

An zweiter Stelle stehen die Geschäftsstellen mit einem Anteil von 31 Prozent. In diesem Bereich werden auch die Veranstaltungen der Sektionen erfasst. Insbesondere die An- und Abreise der Teilnehmenden verursacht hier viele Emissionen, da sie häufig mit dem Pkw erfolgt.

Gleichzeitig ist der Anteil der Geschäftsstellen an den Gesamtemissionen gegenüber dem Vorjahr um vier Prozentpunkte zurückgegangen.

Unsere wichtigsten Hebel: Verpflegung, Mobilität und Infrastruktur

Ein Blick auf die detaillierten Bilanzen der ausführlich bilanzierenden Sektionen zeigt ein ähnliches Bild: Der Anteil eingekaufter Waren und Dienstleistungen, zu denen auch Lebensmittel zählen, wächst deutlich. Gleichzeitig gehen die Emissionen aus dem Bereich Mobilität leicht zurück. Das deutet darauf hin, dass sich die Emissionsschwerpunkte leicht verschieben und die Bedeutung der Beschaffung von Konsumgütern und Lebensmitteln zunimmt.

Die detaillierten Bilanzen verdeutlichen wie auch in den Vorjahren nochmal: die größten Möglichkeiten für weitere Emissionsminderungen bieten die Bereiche Verpflegung, Mobilität und Infrastruktur. In allen drei Bereichen erkennen wir bereits Veränderungen. Die vorhandenen Potenziale sind aber noch lange nicht ausgeschöpft.

Lebensmittel, Fahrten mit dem Verbrenner-Pkw und Strom und Wärme sind die Top 3-Emissionstypen. DAV/eigene Darstellung

Verpflegung: Ansatzpunkte durch Stärkung des vegetarischen Angebots

Mit einem Anteil von 22 Prozent an den Gesamtemissionen ist der Einkauf von Lebensmitteln der größte Einzelposten der DAV-Emissionsbilanz. Besonders deutlich zeigt sich die Bedeutung der Verpflegung auf den Hütten: Dort entstehen rund 75 Prozent der Emissionen durch den Einkauf von Lebensmitteln.

Eine wichtige Rolle spielen dabei Fleischprodukte. Obwohl sie nur rund 12 Prozent der eingekauften Lebensmittelmenge auf Hütten ausmachen, verursachen sie rund 36 Prozent der lebensmittelbedingten Emissionen.

Darin liegt ein konkreter Ansatzpunkt für den Klimaschutz. Ein größeres und attraktives vegetarisches Angebot kann dazu beitragen, die Emissionen der Verpflegung zu senken, ohne das Angebot grundlegend einzuschränken. Das gilt für Hütten ebenso wie für Kletterzentren und Veranstaltungen.

Fleischprodukte verursachen bei vergleichsweise geringerer Menge besonders viele Emissionen. DAV/eigene Darstellung

Mobilität: Hebel durch Ausbau des Öffi-Angebots

Trotz eines leichten Rückgangs bleibt die Mobilität ein zentraler Hebel für Klimaschutzmaßnahmen im DAV. Der Anteil der Veranstaltungen an den Gesamtemissionen sinkt 2025 zwar von 30 auf 25 Prozent, gleichzeitig geht auch die Zahl der bilanzierten, teilweise wiederkehrenden Veranstaltungen leicht zurück.

In den ausführlich bilanzierenden Sektionen zeigt sich jedoch weiterhin eine hohe Aktivität: Mit durchschnittlich 67 bilanzierten Veranstaltungen pro Sektion wurden rund zehn Veranstaltungen mehr erfasst als im Vorjahr.

Der Rückgang der Emissionen im Veranstaltungsbereich ist vor allem auf deutlich weniger Flugreisen im Jahr 2025 zurückzuführen. Die knapp 80 Sektionen, die in den vergangenen drei Jahren durchgehend ihre Daten über das vom Bundesverband bereitgestellte Bilanzierungstool erfasst haben, verzeichnen gegenüber 2024 einen Rückgang der Emissionen aus dem Flugverkehr um 78 Prozent. Auch die Emissionen aus Pkw-Fahrten gehen leicht zurück.

Dennoch bleiben Fahrten mit dem Verbrenner-Pkw ein bedeutender Emissionstreiber: Im Standort der Geschäftsstellen sind sie mit Abstand der emissionsintensivste Bereich. DAV-weit verursachen Pkw-Fahrten 13 Prozent der Gesamtemissionen und liegen damit hinter der Verpflegung auf Platz zwei der größten Emissionsquellen.

Im Bereich Mobilität liegen damit weiterhin wichtige Ansatzpunkte für den Klimaschutz im DAV. Besonders bei der An- und Abreise zu Touren und Veranstaltungen besteht noch großes Potenzial, Emissionen einzusparen. Durch den weiteren Ausbau von Tourenangeboten mit guter Anbindung an den öffentlichen Verkehr können klimafreundliche Alternativen attraktiver werden und Pkw-Fahrten reduziert werden. Gleichzeitig spielt die politische Interessenvertretung des DAV eine wichtige Rolle, um die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Mobilität im Bergsport weiter zu verbessern.

Fahrten mit dem PKW verursachen den größten Teil der Mobilitätsemissionen in Geschäftsstellen. DAV/eigene Darstellung

Infrastruktur: große Potenziale in erneuerbaren Energien

Wie bereits 2024 entstehen auch 2025 rund 13 Prozent der Gesamtemissionen durch die Strom- und Wärmeversorgung. Entsprechend groß ist das Potenzial, Emissionen durch den Umstieg auf erneuerbare Energien weiter zu reduzieren.

Die Bilanzen zeigen, dass noch nicht an allen Standorten Ökostrom bezogen wird und insbesondere in Kletteranlagen weiterhin erhebliche Emissionen durch fossile Energieträger entstehen. Allein das Heizen mit Erdgas verursacht dort rund neun Prozent der Emissionen. Eine Umstellung auf klimafreundliche Alternativen ist nicht überall kurzfristig möglich und häufig mit hohen Investitionen verbunden. Dennoch liegen in diesem Bereich einige der wirksamsten Hebel zur langfristigen Emissionsminderung.

Um Sektionen bei dieser Transformation zu unterstützen, fördert der DAV über den vereinseigenen Klimafonds Maßnahmen wie die Installation von Photovoltaikanlagen, den Ausbau erneuerbarer Energien oder den Einbau von Wärmepumpen. So können wichtige Investitionen angestoßen und die Emissionen von Hütten, Kletteranlagen und Geschäftsstellen dauerhaft gesenkt werden.

Im Bundesverband sinken die Emissionen um neun Prozent

Im Bundesverband sind die Emissionen von 2024 auf 2025 deutlich zurückgegangen: um 478 Tonnen CO₂e beziehungsweise knapp neun Prozent. Insgesamt verursachte der Bundesverband 2025 4.437 Tonnen CO₂e.

Der Rückgang ist vor allem auf die geringere Auflage der Panorama zurückzuführen. Das Magazin erschien 2025 nur noch vier statt sechs Mal pro Jahr. Dadurch konnten insbesondere beim Druck und beim Postversand erhebliche Emissionen eingespart werden. Insgesamt entfielen darauf knapp 600 Tonnen CO₂e.

Gleichzeitig sind die Emissionen aus der Mobilität im Bundesverband gestiegen. Ursache dafür sind vor allem mehr Veranstaltungen mit mehr Teilnehmenden. Gleichzeitig waren die Veranstaltungen im Durchschnitt kürzer. Insgesamt wurden dadurch knapp zwei Millionen Kilometer mehr zurückgelegt.

Der Rückgang der Gesamtemissionen im Bundesverband ist damit vor allem auf die Veränderungen bei Druck und Postversand zurückzuführen. Gleichzeitig zeigen die gestiegenen Mobilitätsemissionen, dass auch hier weitere Reduktionspotenziale bestehen.

Die Emissionen des Bundesverbands sanken 2025 um knapp neun Prozent. DAV/eigene Darstellung

Kleine Fortschritte - und noch viel Potenzial

Die Emissionsbilanz 2025 zeigt: Die Emissionen im DAV sinken weiter leicht. Damit setzt sich der Abwärtstrend der vergangenen Jahre fort. Die Entwicklung ist noch moderat, zeigt aber, dass Veränderungen möglich sind und Klimaschutzmaßnahmen Wirkung zeigen können. Dahinter steht das große Engagement vieler Ehrenamtlicher, die den Klimaschutz im DAV mit viel Einsatz voranbringen.

Gleichzeitig darf der Blick auf die positiven Entwicklungen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Gesamtemissionen bislang nur langsam zurückgehen. Bis zu den Klimazielen des DAV für 2030 ist noch ein gutes Stück Weg zurückzulegen.

Die Bilanz bestätigt dabei das Bild der vergangenen Jahre: Verpflegung, Mobilität und Infrastruktur bleiben die größten Hebel für weitere Emissionsminderungen. In allen drei Bereichen gibt es erste Fortschritte, gleichzeitig besteht weiterhin erhebliches Potenzial.

Entscheidend für die kommenden Jahre wird deshalb sein, erfolgreiche Ansätze weiter auszubauen und insbesondere dort anzusetzen, wo die größten Emissionen entstehen. Die Emissionsbilanz schafft dafür eine wichtige Grundlage: Sie zeigt, wo der DAV heute steht, welche Veränderungen bereits erkennbar sind – und wo weitere Anstrengungen notwendig sind.