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Wege zu einem nachhaltigen Bergsport

02.10.2018, 16:40 Uhr

Die Naturschutztagung 2018 in Dresden hat sich um Kernfragen der Verbandsentwicklung gedreht: wie sieht Naturschutzarbeit im DAV in Zukunft aus? Wie wird in Zukunft der DAV seinen Beitrag zu einer nachhaltigen Tourismusentwicklung beitragen können?

Die Wiege der Nachhaltigkeit

Der Titel der diesjährigen DAV-Naturschutztagung in Dresden hätte passender nicht sein können. Denn der Begriff der Nachhaltigkeit wurde sozusagen in Sachsen erfunden. Erstmals verwendete ihn Hans Carl von Carlowitz 1713 im Zusammenhang mit einer Forstwirtschaft, bei der man nur so viel Holz schlägt wie nachwächst.

Auf der Naturschutztagung vom 28. – 30. September 2018 nahm der DAV seine fast 150jährige Vereinsgeschichte – 2019 ist das Jubiläumsjahr - zum Anlass für eine kritische Standortbestimmung und einen Blick in die Zukunft. Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutierten über aktuelle und zukünftige Wege, wie der Bergsport und der Deutsche Alpenverein nachhaltiger werden können.

 

Naturschutz braucht eine klare Kante

Ein Paradebeispiel für das Zusammenspiel von Bergsport und Naturschutz ist die Sächsische Schweiz unweit des Tagungsortes. In seinem Eröffnungsvortrag erläuterte der Leiter des Nationalparks Sächsische Schweiz Dr. Dietrich Butter wie dieses Großschutzgebiet den Ausgleich zwischen Bergsport und Tourismus auf der einen Seite und Naturschutz und Nachhaltigkeit auf der anderen Seite meistert. Dr. Thomas Gröger, Referatsleiter im Sächsischen Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft, stellte das Thema „Bergsport und Naturschutz“ in einen größeren Kontext. Er riet dazu im Naturschutz „klare Kante“ zu zeigen und sich mit anderen Akteuren zu vernetzen.

Viel Raum für Diskussion bot der Samstag, den DAV-Vizepräsident Rudi Erlacher mit einem Vortrag über „Bergsport und Naturschutz im Anthropozän“ eröffnete. Er kritisierte, dass heute die Gesellschaft - Bergsteiger eingeschlossen - alles möglich machen wollen. Nach dem Motto „Mein Wille geschehe“ werden selbst schwer erreichbare und wilde Bergregionen immer stärker erschlossen und durchdrungen.

 

Noch ein ordentliches Stück zum Ziel

Nach „Präsentationen aus der Praxis“ der DAV-Sektionen widmeten sich vier Workshops den Themen Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE), naturverträglicher Bergsport, Perspektiven des Naturschutzes im DAV und Mobilität. Die Ideen und Impulse der Workshops wurden dann mit Experten auf dem Podium weitergesponnen. Dabei erläuterte Jan Lorch die Erfolgsfaktoren, die bei Vaude dafür gesorgt haben, dass Nachhaltigkeit auf allen Unternehmensebenen gelebt wird. Transparenz, gute Kommunikation, Vernetzung auf allen Ebenen und ein starker Wille in der Führungsebene waren dabei entscheidend.

Letztendlich wurde klar, dass der DAV zwar schon in die richtige Richtung läuft, aber auf dem „Weg zu einem nachhaltigen Bergsport“ noch ein ordentliches Stück zurücklegen muss. Die Naturschutzreferentinnen und –referenten wünschen sich, dass das Jubiläumsjahr dem Thema Nachhaltigkeit einen Schub nach vorne verleiht. Am Ende stand auch die These im Raum, dass die Themen stärker als bisher im gesamten Verband und auch auf anderen Ebenen, z.B. mit Soziologen und Geisteswissenschaftlern diskutiert werden sollten.

 

Zum Ausklang der Tagung am Sonntag stand die beeindruckende Landschaft des Elbsandsteingebirges im Mittelpunkt. Bei fünf Exkursionen mit verschiedenen Themenschwerpunkten wurde das Gebiet unter fachkundiger Leitung erlebbar gemacht.