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Das Prinz-Luitpold-Haus wird die erste DAV-Hütte mit Bio-Küche

10.07.2021, 08:12 Uhr

Unterhalb des Hochvogels kommen nur noch Gerichte aus Bio-Produkten auf den Tisch

Das Prinz-Luitpold-Haus liegt auf 1.846 m am Ende des Hintersteiner Tals im Oberallgäu. 2019 hat Christoph Erd mit seiner Familie die Alpenvereinshütte übernommen.

Zuvor war der gelernte Koch über 14 Jahre Pächter des Staufner Hauses am Hochgrat. Er weiß also was er tut, wenn er jetzt die Hüttenküche auf Bio umstellt.

 

Blick auf die Herkunft der Produkte

Christoph Erd stammt aus Nesselwang im Ostallgäu und hat in Füssen seine Ausbildung zum Koch absolviert. Sein damaliger Küchenchef war unter anderem auch Kunde von Christophs Vater, einem Bio-Landwirt. „Die Wertschätzung für Lebensmittel ist bei uns fest in der Familie verankert. Und in der Ausbildung kam ich in Berührung mit dem „Köcherverein gesunde Ernährung“, der sich damals schon mit Bio-Lebensmitteln, mit vegetarischer und Vollwertküche befasst hat.

 

Das Thema hat ihn sein Berufsleben über begleitet – ob in der Goldenen Gans in Augsburg oder dem Biohotel Eggensberger in Hopfen am See. 2004, im Alter von 26 Jahren, verbrachte Christoph Zeit in der Schweiz. Als Zusenn auf der Alpe Stürvis in Graubünden bekam er nicht nur einen Einblick in die Herstellung von Käse, sondern auch in das unmittelbare Zusammenspiel von Tier, Weide und Wetter in den Bergen und den Einfluss auf die Milchqualität.

 

2005 zog er mit seiner Ehefrau Ulli aufs Staufner Haus, 2019 wechselten sie auf das Prinz-Luitpold-Haus.

 

„Auf den Hütten haben wir schon immer auf regionale, hochwertige Produkte geachtet. Wir sind Teil der Aktion „So schmecken die Berge“ und haben alle Lieferanten auf unserer Speisekarte gelistet.“, erklärt Christoph.

 

„Jetzt war es für uns an der Zeit, einen Schritt weiterzugehen und die erste Alpenvereinshütte zu werden, die eine reine Bio-Küche anbietet. Bei der Erzeugung von Bio-Produkten wird nachhaltig, gentechnikfrei und klimafreundlich gearbeitet. Das hat direkte positive Auswirkung auf Insekten, auf andere Kleinstlebewesen im Boden, auf den Schutz des Grundwassers, auf das Tierwohl – auf uns. Und wir sind der festen Überzeugung, dass sich genau das auch im Geschmack niederschlägt.“

 

Nachhaltiger Verbrauch aller Lebensmittel

Der Sommer 2021 wird noch ein Übergangsjahr für die Hütte. Ein Großteil der Lebensmittel wird bereits in Bio-Qualität bezogen, doch Restbestände eingelagerter Ware entsprechen nicht dem Bio-Standard, werden aber natürlich noch verarbeitet. Aktuell hat die Familie Erd die Gerichte, die bereits vollständig aus Bio-Zutaten bestehen in der Speisekarte mit ihrem neuen Bio-Blatt gekennzeichnet.

 

Gut vernetzt in der Region

Unterstützung bei der Umstellung erhält Christoph von seiner Familie – von Ehefrau Ulli und den drei Kindern Lina, Hannes und Felizia am Berg und seinen Eltern und Geschwistern im Tal. Aber genauso auch von dem starken Netzwerk an Lieferanten aus der Region, die Christoph mit Bio-Qualität versorgen. Vom Biohof Sonnengund, der Christoph mit Rindfleisch und Wurstwaren beliefert oder den Bio-Backwaren vom Kirchebäck.

 

Das Prinz-Luitpold-Haus ist eine wahre Bastion unter den DAV-Hütten. Anfang Juli 1881 wurde es eröffnet – damals mit Schlafplätzen für 12 Personen. In Spitzenzeiten fanden bis zu 268 Personen einen Platz im Lager. Zur Qualitätsverbesserung sind allerdings Umbaumaßnahmen geplant, so dass sich die Schlafkapazität auf etwa 160 reduziert.

 

Das Prinz-Luitpold-Haus als Stützpunkt in den Allgäuer Alpen

Das Haus ist ein beliebter Stützpunkt auf Weitwanderwegen wie dem Jubiläumsweg oder als Basislager für den Aufstieg zum markanten Hochvogel. Doch seit der Übernahme durch die Erds ist das PLH auch zum Ziel für Tagestourer geworden – die Qualität der Küche hat sich schnell herumgesprochen…

 

 

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Auf Alpenvereinshütten mit der Auszeichnung "So schmecken die Berge" kommen hauptsächlich regionale Speisen und Getränke auf den Tisch. Der Großteil der Produkte stammt aus einem Umkreis von 50 Kilometern – und möglichst aus ökologischer Berglandwirtschaft. Es gilt: so lokal und regional wie möglich.