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DM Speed & Lead: Top-besetztes Teilnehmerfeld in Neu-Ulm

29.09.2022, 08:00 Uhr

Nur wenige Wochen nach den Europameisterschaften in München im Rahmen der European Championships steht der nächste Höhepunkt in der Kletterwettkampf-Saison bevor: Am 1. und 2. Oktober gehen die Deutschen Meisterschaften in den Disziplinen Speed und Lead im sparkassendome in Neu-Ulm über die Bühne. Für hochklassige Wettkämpfe ist gesorgt, denn es haben sich nicht nur die Titelverteidigerin und der Titelverteidiger angekündigt. Um die vorderen Plätze kämpfen Kletterinnen und Kletterer, die auch in Weltcups und Europameisterschaften in der laufenden Saison auf den Podien standen.

Die DM Speed sowie Halbfinale und Finale der DM Lead werden im Livestream des BR übertragen.
 

 

Flohé, Hojer und Hanke führen das Herrenfeld im Lead an

Mit einem Paukenschlag geht das nationale Wettkampf-Jahr zu Ende: Die Besten des Klettersports in Deutschland treten an einem Wochenende in zwei Disziplinen gegeneinander an. Und das Teilnehmerfeld kann sich sehen lassen: Beim Lead-Klettern ist Titelverteidiger Yannick Flohé (DAV Aachen) nach seinen Leistungen im Weltcup in dieser Saison sicherlich der, den es zu schlagen gilt. Sein dritter Platz beim Lead-Weltcup in Koper (Slowenien) und der Weltcup-Sieg im Bouldern in Brixen (Italien) haben Flohé endgültig in die Weltspitze katapultiert. Zu dieser Weltspitze an der Kletterwand zählte auch Jan Hojer (DAV Frankfurt/Main) vor seiner Pause in diesem Jahr. Der 30-Jährige Olympiateilnehmer aus Tokio und Deutscher Meister von 2019 will an diese Erfolge anknüpfen und seine starken Leistungen am Fels auch bei der Deutschen Meisterschaft unter Beweis stellen. Zurück nach langer Verletzung ist Chris Hanke (DAV Allgäu-Kempten), der 28-jährige deutsche Meister im Lead von 2020. Komplettiert wird das starke Teilnehmerfeld durch die Nationalkaderathleten Max Kleesattel (DAV Schwäbisch Gmünd), Elias Krüger Arriagada (DAV Berlin) und Lasse von Freier (DAV Hannover). Aber auch einige der besten deutschen Junioren werden am Start sein: Für die Nachwuchskaderathleten Yannick Nagel (DAV Mannheim), Thorben Perry Bloehm (DAV Braunschweig), Michael Sielder (DAV Frankenthal) und Till von Botthmer (DAV Worms) wird der Wettbewerb ein harter Formtest sein.

 

Hannah Meul & Co. vs. Titelverteidigerin Martina Demmel

Bei den Damen hat Hannah Meul (DAV Rheinland-Köln) in diesem Jahr einmal mehr gezeigt, was in ihr steckt. Die EM-Silbermedaille im Bouldern und zwei zweite Plätze in derselben Disziplin im Weltcup verdeutlichen ihre Stärke. Zuletzt erreichte sie einen vierten Platz beim Lead-Weltcup im indonesischen Jakarta und geht so sicherlich als Favoritin in den Wettbewerb. DM-Lead-Titelverteidigerin Martina Demmel (DAV Allgäu-Kempten) dürfte also gewarnt sein. Die 20-Jährige war in dieser Saison bei sieben Weltcups am Start. Die beiden deutschen Meisterinnen 2019 und 2020, Lucia Dörffel (DAV Chemnitz) und Roxana Wienand (DAV Aschaffenburg), dürften aber auch ein Wörtchen mitreden bei der Vergabe der Podiumsplätze. Das bärenstarke Damenfeld komplettieren die Nationalkaderathletinnen Käthe Atkins und Anna Lechner. Schließlich wollen mit Anna Maria Apel (DAV München-Oberland), Anna-Lena Wolf (DAV Generation Rocklands), Annika Müller (DAV Augsburg) und Elisa Koppelmann (DAV Rheinland-Köln) einige der besten Juniorinnen ihr Können zeigen. 79 Athleten und Athletinnen werden bei den Lead-Wettbewerben versuchen, den Meistertitel zu erringen.

 

Deutsche Speedkletterer von ukrainischen Gaststartern gefordert

35 Damen und Herren gehen bei der Deutschen Meisterschaft im Speedklettern in Neu-Ulm an den Start. Deutschlands Schnellste Franziska Ritter (DAV Düsseldorf) will ihren vierten Meistertitel in Folge erringen und hat dafür auch gute Karten. Herausgefordert wird sie insbesondere von Nuria Brockfeld (DAV Düsseldorf), die zuletzt Zweite bei der Jugendweltmeisterschaft in Dallas geworden ist, und von Julia Koch (DAV Rheinland-Köln). Bei den Herren will Lokalmatador Linus Bader (DAV Düsseldorf) den Titel verteidigen. Ihm stehen die Weltcup-erprobten Sebastian Lucke Lucke (​​DAV Düsseldorf) und Leander Carmanns (DAV Rheinland-Köln) gegenüber. Spannung garantiert. 

 

Ein besonderes Startrecht genießen bei den Deutschen Meisterschaften im Speed vier ukrainische Athletinnen und Athleten. Neben den Deutschen Meisterschaften der Erwachsenen findet in der Jugendcupserie des DAV mit dem 6. Deutschen Jugendcup der finale Wettbewerb statt.

 

Programm (vorläufig)

 

Samstag, 1. Oktober 2022

 

DJC Speed Jugend A

  • Quali 09:45 Uhr
  • Finale 11:00 Uhr

DM Speed

  • Quali 14:30 Uhr
  • Finale 15:30 Uhr – Siegerehrung im Anschluss

DM Lead

  • Quali (Damen und Herren): 18:30 Uhr

 

Sonntag, 2. Oktober 2022
 

DJC Speed Jugend B 

  • Quali: 10:45 Uhr
  • Finale: 12:30 Uhr

DM Lead

  • Halbfinale (Damen und Herren): 14:00 Uhr
  • Finale Herren: 19:00 Uhr
  • Finale Damen: 20:00 Uhr
 

Das ist das Feld der Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Die Meldelisten zu den DMs und zum Jugendcup schließen am 26. September. Hier sind sie live einsehbar:

 

Livestream und Tickets

Die Deutschen Meisterschaften Speed und Halbfinale und Finale Lead werden im Livestream des BR übertragen.
Die Qualifikation Lead und der Deutsche Jugendcup werden im Livestream von sportdeutschland.tv gesendet. Dieser Link kommt bis spätestens Freitag an dieser Stelle. 


Tickets gibt es auf der Website des sparkassendome in Neu-Ulm. Für einen Tag kostet der Eintritt 5 Euro, für beide Tage zusammen 9 Euro. Ein Kartenkauf ist auch vor Ort möglich, solange der Vorrat reicht.

 

Akkreditierung

Medienschaffende sind herzlich eingeladen, an der Veranstaltung am 1. und 2. Oktober 2022 teilzunehmen. Bitte akkreditieren Sie sich dazu per Mail an presse[Klammeraffe]alpenverein[Punkt]de

 

Informationen für die Presse

 

Leadweltcup Koper: Yannick Flohé holt Bronze

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Beim Leadweltcup am 2. und 3. September im slowenischen Koper landete Yannick Flohé auf Platz 3. Mit seiner Platzierung führt er seine unglaublich starke Saison fort: Insgesamt gehen schon zwei Medaillen - Gold im Bouldern und jetzt Bronze im Lead - auf sein Konto. Einen Überblick zur Veranstaltung am vergangenen Wochenende lesen Sie hier.

Kletter-EM: Hannah Meul holt Silber im Bouldern

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Vom 11. bis 18. August findet das Sportklettern bei den European Championships Munich 22 statt. Das DAV-Team hat nach Tag vier der Europameisterschaften beachtliche Erfolge vorzuweisen. Hannah Meul konnte holte die Silbermedaille im Bouldern und landete im Lead auf Platz 7. Bei den Herren kletterten Alexander Megos und Yannick Flohé bis ins Finale. Alle Infos zu den vergangenen Wettkämpfen und einen Ausblick lesen Sie hier.

Was ist Speed-Klettern?

Die Sportart als Wettkampf

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Wie es der Name sagt: beim Speed geht es um Schnelligkeit. Also darum, eine weltweit genormte Route, bei der die Länge und Neigung der Wand sowie die Größe, Form und Position der Griffe und Tritte immer identisch sind, schnellstmöglich nach oben zu klettern. Gesichert wird beim Speed mit Seilsicherung von oben, also im Toprope. Die Athletinnen und Athleten müssen am Ende der Route auf einen Buzzer schlagen, dann wird die Zeit gestoppt. Die Speedtour ist bei Wettkämpfen 15 Meter hoch, hängt fünf Grad über und befindet sich im siebten UIAA Schwierigkeitsgrad. Da es sich immer um die gleiche Griffabfolge handelt, können sich die Kletterinnen und Kletterer optimal vorbereiten. Sie prägen sich bei unzähligen Gos den Bewegungsablauf so ein, dass sie ihn verinnerlicht haben und genau wissen, welchen Griff sie wie nehmen beziehungsweise wohin sie ihren Fuß setzen müssen. Beim Speedklettern ist neben einer hohen Schnell- und Maximalkraft deshalb auch eine große Greif- und Trittpräzision notwendig. Außerdem sind im Wettkampf, der über mehrere Runden geht, bei höchster Geschwindigkeit Schnellkraftausdauer und Nervenstärke erforderlich. 

Was ist Lead-Klettern?

Die Sportart als Wettkampf

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Lead, also das Klettern mit Seil, wird auch als Vorstiegs- oder Schwierigkeitsklettern bezeichnet. Es ist die traditionellste Disziplin des Kletterns. Hier geht es darum, eine definierte Route in einer vorgegeben Zeit möglichst sturzfrei zu durchklettern – beziehungsweise höher als die anderen Starterinnen und Starter zu kommen. Seit mittlerweile über 30 Jahren hat sich das Leadklettern als Wettkampfsportart etabliert – 1989 ging der erste Weltcup über die Bühne. Zu Beginn fanden die Wettkämpfe noch am Fels statt, beim „Rockmaster“ im italienischen Arco beispielsweise, einem der ältesten Sportkletterwettkämpfe überhaupt. Inzwischen aber werden Wettkämpfe in Hallen an bis zu 20 Meter hohen Kunstwänden durchgeführt. Für diese Disziplin ist vor allem Ausdauer und Kraft nötig. Daneben sind eine ausgefeilte Technik und eine gute Taktik gefragt, um an der Weltspitze mitklettern zu können. Zunehmend sieht man bei den Leadwettkämpfen aber auch spektakuläre Sprünge oder Bewegungen, wie die „Figure Four“, bei dem mangels Tritt das Bein über den Unterarm gehängt und aus dieser Position weitergezogen wird.   Das Niveau beim Leadklettern ist mittlerweile sehr hoch, bei den Deutschen Jugendmeisterschaften beispielsweise sollte die männliche Jugend A den 9. UIAA-Grad beherrschen. Bei der Deutschen Meisterschaft der Senioren liegen die Schwierigkeiten bereits bei UIAA 10/10+, international sogar noch höher: Bei den Weltcups werden Touren bis zum UIAA-Grad 11-/11 geklettert.