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Deutsche Meisterschaft Bouldern: Ausgang so offen wie noch nie

09.06.2022, 12:50 Uhr

Bei der Deutschen Meisterschaft im Bouldern am 11. und 12. Juni in der Einstein Boulderhalle Düsseldorf werden in jedem Fall neue strahlende Gesichter auf den obersten Podiumsplätzen zu sehen sein: Die Veranstaltung findet in diesem Jahr aufgrund von Terminüberschneidungen parallel zum Boulderweltcup in Brixen statt. Durch die Abwesenheit der amtierenden Titelträger ist die Deutsche Meisterschaft vor allem eine Chance für die jungen, aufstrebenden Boulderstars. Nie war die Startliste bei einem nationalen Boulder-Event ausgeglichener und nie war es so schwer, die Siegerin oder den Sieger vorherzusagen. Spannung ist garantiert.

Bei den Herren treffen erfahrene Athleten auf ambitionierte Talente

Bei den Herren gelten sicherlich die Nationalkaderathleten Tim Würthner (DAV Würzburg) und Lasse von Freier (AlpinClub Hannover) als aussichtsreiche Kandidaten für einen Podiumsplatz. Beide bringen internationale Wettkampferfahrung mit. Im selben Atemzug muss Max Prinz (AlpinClub Hannover) genannt werden, der Deutsche Meister von 2019. Chancen auf den Titel könnte sich auch Emil Zimmermann (DAV Freiburg-Breisgau) ausrechnen: Der 18-Jährige gewann erst im April den IFSC Continental Youth Cup im Bouldern, wurde bei der DM Bouldern letztes Jahr Sechster und ist Vize-Weltmeister im Bouldern in der Jugend.

 

Der 16-Jährige Florian Schweiger (DAV Ringsee) gilt als großes Talent und konnte die bayerische Meisterschaft in der Jugend im Bouldern gewinnen. Nun muss er gegen international erfahrene Athleten antreten. Für Jonas Brandenburger (DAV Wuppertal) ist die diesjährige Deutsche Meisterschaft fast ein Heimspiel: Seine sportliche Heimat ist die Sektion Wuppertal, erst vor wenigen Wochen konnte er bei der westdeutschen Meisterschaft im Bouldern in Düsseldorf den 7. Platz erreichen. Zu guter letzt schauen wir auf Thorben Perry Bloem (DAV Braunschweig). Der 17-jährige Braunschweiger stand bereits zweimal beim Deutschen Jugendcup auf dem obersten Podiumsplatz und belegte beim IFSC Continental Youth Cup in Chambéry im Bouldern den zweiten Platz.

 

Bei den Damen wird es eine neue Titelträgerin geben

Julia Koch (DAV Rheinland-Köln) war bereits in Düsseldorf erfolgreich. Sie sicherte sich im Mai bei der westdeutschen Meisterschaft im Bouldern den vierten Platz und wird versuchen, an diese Leistung anzuknüpfen. Das bekannteste Gesicht im Startfeld ist wohl Franziska Ritter (DAV Düsseldorf): Sie ist die aktuell vielversprechendste und erfolgreichste Speedkletterathletin in Deutschland, mit drei Meistertiteln im Speedklettern in den letzten drei Jahren – erst am vergangenen Wochenende gewann sie den Europa Cup im Speedkelttern im italienischen Arco. Nun will sie sich mit den Boulderspezialistinnen messen und zeigen, dass sie auch in einer anderen Disziplin mithalten kann. Helene Wolf (DAV Hamburg und Niederelbe) nahm bereits letztes Jahr an der Deutschen Meisterschaft teil und belegte den 7. Platz, während sie die Nord-Ostdeutsche Meisterschaft gewinnen konnte. Die 24-jährige Hamburgerin durfte bereits internationale Erfahrungen sammeln, die ihr bei der diesjährigen Meisterschaft weiterhelfen könnten. Zum engsten Favoritenkreis zählt auch Florence Grünewald (DAV Kaiserslautern), die in diesem Jahr die westdeutsche Meisterschaft gewann. Helene Wolf, mit 23 Jahren in diesem Teilnehmerfeld bereits ein "alter Hase", konnte in diesem Jahr bereits den Sieg bei der Rheinland-Pfalz Meisterschaft im Lead und Bouldern feiern. 

 

Weitere Infos

Austragungsort:

Die Einstein Boulderhalle Düsseldorf eröffnete erst am 30. April diesen Jahres. Neben einem weitläufigen Boulderbereich mit einer Fläche von 1.725 Quadratmetern gibt es die “Competition Wall”, an der auch die deutsche Meisterschaft stattfindet. Obwohl die Halle so neu ist, ist die “Competition Wall” keine Unbekannte: Sie kam bereits bei den Adidas Rockstars vor 4.000 Zuschauer*innen in der Porsche Arena in Stuttgart zum Einsatz.

 

Tickets:

Zum ersten Mal seit knapp drei Jahren wird die deutsche Bouldermeisterschaft wieder vor Publikum ausgetragen. Die Tickets können, solange der Vorrat reicht, vor Ort an der Tageskasse in der Einstein Boulderhalle erworben werden. Ein Tagesticket kostet an beiden Tagen 5 Euro.

 

Livestream:

Die komplette Veranstaltung wird als Livestream übertragen. Alle Infos finden Sie hier: alpenverein.de/38437

 

Unterstützung

Die DM im Bouldern wird von D.SPORTS unterstützt. Neben der Event-Partnerschaft verfolgt D.SPORTS einen ganzheitlichen Ansatz, um den Klettersport in der Sportstadt Düsseldorf zu implementieren. Ein Teil davon ist die Förderung von Top-Athleten*innen, die in Kürze bekannt gegeben werden. Tim Nimmesgern, Projektleiter der Boulder-DM bei D.SPORTS: “Bouldern und Klettern sind junge, olympische Sportarten, die perfekt zu D.SPORTS und Düsseldorf passen und unserem Portfolio einen neuen Touch verleihen. Wir freuen uns sehr darauf, dieses Top-Event in Düsseldorf zu begleiten.”

 

Korrektur 10.06.22, 08.15 Uhr

In einer früheren Version hieß es, Julia Koch habe die westdeutsche Meisterschaft in diesem Jahr gewonnen, tatsächlich wurde sie Vierte und Florence Grünewald gewann. Zudem hieß es, dass Jonas Brandenburger die westdeutsche Meisterschaft 2022 gewann. Tatsächlich belegte er Platz 7. Wir bitten dies zu entschuldigen.

 

Informationen für die Presse

 

Replay Deutsche Meisterschaft Bouldern 2022

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Am 11. und 12. Juni fand die Deutsche Meisterschaft im Bouldern statt. Die gesamte Veranstaltung ist hier als Replay verfügbar.

Deutsche Meisterschaft Bouldern 2022 - Zu Gast in Düsseldorf

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Am 11. und 12. Juni steht der nationale Höhepunkt der Bouldersaison auf dem Programm. Austragungsort ist die neu eröffnete Einstein Boulderhalle in Düsseldorf. Die Wände dürften dem ein oder anderen jedoch bereits bekannt sein: Vor mehr als 4000 Zuschauern standen diese nämlich bereits in der Porsche Arena im Rahmen der adidas Rockstars.

Deutsche Meisterschaft Bouldern 2022 in Düsseldorf

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Düsseldorf is calling! Am 11. und 12. Juni findet in der Sportstadt Düsseldorf die Deutsche Meisterschaft im Bouldern statt. In der neu eröffneten Einstein Boulderhalle sucht Deutschland die besten Athletinnen und Athleten im Bouldern.   Die Meisterschaft findet nur wenige Wochen vor der Heim-EM im Klettern im Rahmen der European Championships in München statt. Vom 11. bis zum 18. August kämpfen dort die besten Kletterer und Kletterinnen Europas bei vier Entscheidungen um die Europameistertitel (Lead, Bouldern, Speed, sowie Lead und Bouldern im Combined-Format). Die Deutschen Meisterschaften in Düsseldorf sind dafür ein willkommener Prüfstein.   

Was ist Bouldern?

Die Sportart als Wettkampf

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Bouldern bedeutet Klettern ohne Seil in Absprunghöhe – also einer Höhe, aus der noch ohne Verletzungsgefahr abgesprungen werden kann. Weichbodenmatten sollen bei einem eventuellen Sturz vor Verletzungen schützen. Das Bouldern ist eine eigene Disziplin des Sportkletterns und hat in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung durchlaufen. Bei dieser Kletterdisziplin geht es darum, Probleme zu lösen, also Boulder richtig zu lesen. Im Wettkampf müssen komplexe Einzelzüge und komplizierte Bewegungsabläufe in einer vorgegeben Zeit bewältigt werden: Ziel ist es, den Topgriff, also den obersten Griff, mindestens drei Sekunden lang stabil zu halten. Beim Bouldern ist vor allem Maximalkraft gefragt. Diejenigen Kletterinnen und Kletterer, die an der Weltspitze dabei sein wollen, brauchen darüber hinaus ein hohes Maß an Athletik, eine sehr gute Beweglichkeit und ein ausgeprägtes Koordinationsvermögen. Akrobatische Bewegungsabläufe, Sprünge oder ungewöhnliche Körperpositionen gehören mittlerweile zum abgefragten Repertoire bei den Wettkämpfen. Durch seine spektakulären Bewegungen, viel Action in kurzer Zeit sowie dem zuschauerfreundlichen Modus hat das Wettkampfbouldern in den vergangenen Jahren zunehmend an Anziehungskraft gewonnen. Zu dem diesjährigen Boulderweltcup in München, bei dem der deutsche Starter Jan Hojer Bronze gewann, kamen mehr als 5000 Besucherinnen und Besucher.