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Umweltministerium fördert MTB-Projekt des DAV

19.09.2018, 13:52 Uhr

Mountainbiken wird alpenweit zu einem immer größeren Trend. Dabei kommt es zunehmend zu Spannungen zwischen Grundbesitzerinnen, Mountainbikern und Wanderinnen. Der Deutsche Alpenverein will dieses Problem nachhaltig lösen. Die Notwendigkeit einer gemeinsamen Strategie hat auch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz erkannt und fördert den DAV für das Projekt „Bergsport Mountainbike – nachhaltig in die Zukunft“ in den nächsten drei Jahren. In zwei Pilotregionen werden nun modellhaft Mountainbike-Konzeptionen erarbeitet, umgesetzt und evaluiert. Die feierliche Übergabe des Förderbescheids fand am 19. September 2018 in der DAV Jugendbildungsstätte in Bad Hindelang statt. Anlässlich des Projektstarts betonte Umweltminister Dr. Marcel Huber, dessen Ministerium das Projekt mit 250.000 Euro fördert: „Immer mehr Mountainbiker und E-Bikes erobern die Alpen. Gemeinsam gilt es, Wege für ein harmonisches Nebeneinander in der Natur zu finden. Zusammen mit dem Deutschen Alpenverein wollen wir konkrete Lösungen für ein naturverträgliches und konfliktfreies Mountainbiken im Alpenraum ermöglichen. Daher investieren wir 250.000 Euro in dieses zukunftsweisende Projekt mit Modellcharakter.“

 

Zunahme an Mountainbikern in den Alpen

Umweltministerium und DAV verbindet eine langjährige Beziehung: Bereits im Jahr 2000 saß der Alpenverein mit am Tisch, als das Bayerische Umweltministerium eine Partnerschaft zwischen Mountainbikerinnen und Wanderern initiierte. Schon damals hob der DAV die Bedeutung des Mountainbikens hervor, warb für ein gutes Miteinander und forderte ein großes Maß an Eigenverantwortung. Im Laufe der letzten Jahre hat sich die Sportart allerdings rasant weiterentwickelt: Die Radtechnik hat große Fortschritte gemacht und E-Bikes sind in den Alpen immer präsenter. Zudem wird im Natur- und Erholungsraum der Alpen die Zahl an Freizeitsportlerinnen und Freizeitsportlern insgesamt größer. Besonders an sonnigen Wochenenden treffen vor allem südlich von München und im Allgäu mehr und mehr Bergliebhaber aus unterschiedlichen Sportarten aufeinander. Zudem wollen Akteure aus der Alpwirtschaft und dem Naturschutz ihre Interessen gewahrt sehen. Dabei kommt es immer öfter zu Spannungen.

 

Förderung durch das Bayerische Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

Um die Konflikte nachhaltig zu lösen, müssen Konzepte gefunden werden. Aus diesem Grund wurde das Projekt „Bergsport Mountainbike – nachhaltig in die Zukunft“ ins Leben gerufen. Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz fördert das Projekt mit 250.000 Euro.

 

Der Deutsche Alpenverein erhöht die Summe um 108.000 Euro aus eigenen Mitteln, um die Projektkosten von rund 358.000 Euro vollständig zu decken. Roland Stierle begründet das Engagement des DAV so: "Knapp die Hälfte unserer Mitglieder fährt auch Fahrrad im Gebirge, und wir sind für die Bergwege in den Bayerischen Alpen zuständig." Der DAV sehe sich deshalb in der Verantwortung, zu einem friedlichen Miteinander beizutragen.

 

Pilotprojekte in Bad Tölz-Wolfratshausen und Oberallgäu

In zwei Pilotregionen werden modellhafte Mountainbike-Konzeptionen erarbeitet, umgesetzt und evaluiert. Dazu gehören neben konkreten Wegekonzepten und entsprechenden Beschilderungen auch Handlungsleitfäden. Der DAV hat dafür zwei Projektmitarbeiter eingestellt, die darüber hinaus auch Daten zu grundlegenden und drängenden Fragestellungen erheben sollen. „Die gewonnenen Informationen sind die Basis, um begründete und vermittelbare Entscheidungen treffen zu können und um Diskussionen die emotionale Komponente zu nehmen“, so Roland Stierle. Zudem leiste das Projekt einen Beitrag zur Umweltbildung. „Wir wollen über die reinen Infrastrukturmaßnahmen hinaus einen Anstoß für eine nachhaltige Umweltbildung geben“, erklärt Roland Stierle. Dabei sei es das Ziel, insbesondere Kinder und Jugendliche für einen respektvollen Umgang mit der Natur und anderen Nutzergruppen zu gewinnen.

 

MTB-Fachsymposium im Dezember

„Es wird nicht leicht, alle Beteiligten zufriedenzustellen“, gibt Roland Stierle zu. Allerdings blickt er zuversichtlich in die Zukunft: "Nach drei Jahren wollen wir passende Lösungen für Mountainbiker, Grundbesitzer und Wanderer präsentieren und flächendeckend umsetzen.“ Unbegründet ist sein Optimismus nicht, denn die Grundidee des Projekts besteht in der aktiven Einbindung aller Beteiligten. Ein wichtiger Baustein im Projekt wird deshalb ein Fachsymposium sein, das der DAV am 15. und 16. Dezember in Benediktbeuern veranstaltet.

 

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