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Jubiläums-Hauptversammlung des Deutschen Alpenvereins in München

21.10.2019, 12:00 Uhr

2019 jährt sich das Bestehen des Deutschen Alpenvereins (DAV) zum 150. Mal. Anlässlich dieser besonderen Feierlichkeiten steht die diesjährige Hauptversammlung ganz im Zeichen des Jubiläums und findet am Gründungsort München statt. Rund 750 Delegierte aus ganz Deutschland werden an der Tagung des größten Bergsportverbands der Welt am Samstag teilnehmen. Weitere 250 Gäste werden die Feierlichkeiten im Rahmen und am Rande der Hauptversammlung besuchen. Am Freitag, 25. Oktober, gibt es einen Festakt, und am Samstag, 26. Oktober, findet die Arbeitstagung statt. Auf der Agenda stehen wichtige Entscheidungen für die Entwicklung des Verbandes in den nächsten Jahren. Gastgeberinnen der Hauptversammlung sind die Sektionen München und Oberland des Deutschen Alpenvereins.

Das Jubiläumsjahr 2019

Unter dem Motto „Wir lieben die Berge. Seit 1869.“ wurde das DAV-Jubiläum vom Bundesverband und zahlreichen Sektionen in ganz Deutschland gefeiert. Zu den Höhepunkten gehört bislang die Wanderung mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und einer großen Gruppe von Ehrenamtlichen aus unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern zur Schönfeldhütte am Spitzingsee. Bundespräsident Steinmeier wendet sich an die Gäste des Festaktes mit einer Videobotschaft.

Neben dem Jubiläumstourenbuch und der großen Jubiläumspublikation „Die Berge und wir“ wurde erstmals die Geschichte des Deutschen Alpenvereins digital aufbereitet. Unter alpenverein.de/geschichte gibt es seit dem Geburtstag im Mai einen virtuellen Ausflug in 150 Jahre Historie des größten Bergsportverbands der Welt. Ein weiteres Novum wurde mit dem Bergpodcast EinsFünfNull geschaffen. 17 Folgen wurden bislang in diesem Gemeinschaftsprojekt mit namhaften Podcastern veröffentlicht. In diesem Format kommen Menschen zu Wort, die ohne Berge und den Bergsport nicht leben könnten, unsere Alpen schützen oder beruflich mit ihnen zu tun haben.

 

Für Vielfalt, Toleranz und Offenheit ist der Deutsche Alpenverein beim Christopher Street Day im Juli in München mit dem Gay Outdoor Club auf die Straße gegangen. Diese DAV-Sektion feiert heuer ihr 15-jähriges Jubiläum.

 

Grünes Ausrufezeichen über München

In den Nächten des Hauptversammlungs-Wochenendes von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag wird der Olympiaturm in der Farbe des Alpenvereins angestrahlt und als grünes Ausrufezeichen am Münchner Horizont leuchten. Doch nicht nur der Olympiaturm leuchtet, auch das Alpine Museum auf der Praterinsel wird in den Nächten von Montag, den 21., bis Samstag, den 26. Oktober, feierlich erstrahlen. Und am Samstagabend lädt das Alpine Museum mit chilliger Loungemusik, einem beleuchteten Garten und kleinen Snacks dazu ein, den runden Geburtstag beim Jubiläums-Chill-out ausklingen zu lassen. Am Samstag besteht zudem ganztägig freier Eintritt in die Jubiläumsausstellung. „Die Berge und wir“ erzählt in neun Ausstellungskapiteln davon, wie sich die Begeisterung für die Berge und der Alpenverein im Laufe der Zeit verändert haben – eine spannende Reise durch anderthalb Jahrhunderte Berggeschichte.

 

Die Jubiläums-Hauptversammlung

Die Hauptversammlung 2019 ist nicht nur wegen des runden Geburtstages besonders. In diesem Jahr steht auch die Verabschiedung der neuen Mehrjahresplanung an. Mit diesem Instrument wird die Verbandsentwicklung der kommenden vier Jahre gesteuert. Turnusgemäß geht es um die Mehrjahresplanung 2020 bis 2023. Neben einigen vor allem vereinsintern bedeutsamen Themen wollen die Delegierten dabei die Weichen für große Schwerpunktvorhaben zur Digitalisierung und zur Nachhaltigkeit stellen. Über die Mehrjahresplanung hinaus stehen diese Punkte auf der Tagesordnung der Hauptversammlung:

 

Konkrete Maßnahmen für den Klimaschutz

Der Alpenraum ist überdurchschnittlich vom Klimawandel betroffen. Das hat Auswirkungen auf den Bergsport und die Bergsport-Infrastruktur. Umgekehrt wirkt sich auch das Verhalten der Bergsportlerinnen und Bergsportler auf den Klimawandel aus. Deshalb ist ganz klar: Der Alpenverein als weltgrößter Bergsport- und Naturschutzverband steht in der Pflicht, die Klimakrise ernst zu nehmen und seinen Beitrag zu einer deutlichen Reduzierung des CO2-Ausstoßes zu leisten. Ein klares Signal an die Politik wollen die Delegierten bei der Hauptversammlung senden. Dazu soll eine „Resolution für eine konsequente Klimapolitik“ verabschiedet werden. In die eigene Richtung zielt ein weiterer Vorschlag, den die Delegierten diskutieren werden. Der Hauptversammlung wird einen Antrag zur Einrichtung eines Klimabeitrages vorgelegt: Ab 2021 soll ein Euro pro Vollmitglied und Jahr in einen Topf fließen, aus dem der DAV Klimaschutzprojekte in den Sektionen, Landesverbänden und im Bundesverband finanziert. Außerdem sollen alle Wettkampfveranstaltungen unter dem Dach des DAV zukünftig konsequent so gestaltet werden, dass der ökologische Fußabdruck so klein wie möglich ausfällt.

 

Lenkungskonzepte fürs Mountainbiken

Ob mit oder ohne Motor – Mountainbiken liegt voll im Trend. Die massive Zunahme der Aktivenzahlen führt vermehrt zu Konflikten mit Wanderern, Grundstücksbesitzern, Jägerinnen und anderen Beteiligten. Der DAV setzt sich bereits seit einigen Jahren für natur- und sozialverträgliches Mountainbiken ein und sieht daher die Notwendigkeit, in diesem Bereich lenkend tätig zu werden. Besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang dem seit 2018 laufenden und vom Bayerischen Umweltministerium geförderten Projekt "Bergsport Mountainbike – nachhaltig in die Zukunft" zu. Die Hauptversammlung wird sich mit übergeordneten Fragestellungen beschäftigen, auf deren Basis dann konkrete Konzepte erarbeitet werden sollen. In der Hauptversammlung soll daher unter anderem die Frage behandelt werden, ob Berg-Pedelecs und Mountainbikes gleichgestellt sein sollen oder nicht. Auf die Strategie der Lenkungsmaßnahmen des DAV wird diese Diskussion maßgeblichen Einfluss haben.

 

Präsidiumswahlen

Das DAV-Präsidium besteht aus sieben Personen. Drei Positionen stehen bei der Hauptversammlung zur Wahl. Die Vizepräsidentin Burgi Beste und der Vizepräsident Jürgen Epple werden sich zur Wiederwahl stellen. Sie sind derzeit für die Bereiche Bergsport und Finanzen zuständig. Rudi Erlacher, der sich um die Belange des Natur- und Umweltschutzes gekümmert hat, stellt sein Amt zur Verfügung. Ein Kandidat hat bislang seinen Hut in den Ring geworfen.

 

Die gastgebenden Sektionen München und Oberland

Als am 9. Mai 1869 im Gasthaus „Zur Blauen Traube“ in der Dienerstraße im Herzen Münchens 36 Bergfreunde die „Münchner Section eines deutschen Alpenvereins“ gründeten, konnten sie selbst in ihren kühnsten Träumen nicht ahnen, welch einzigartige Erfolgsgeschichte sie damit aufschlugen. Binnen weniger Jahre breitete sich die Idee beispiellos im deutschsprachigen Raum aus, und es gründeten sich überall weitere Sektionen. Heute sind die seit dem Jahr 2000 miteinander kooperierenden Sektionen München und Oberland, die heuer auch schon 120 Jahre im Rucksack hat, mit 180.000 Mitgliedern die größten Sektionen im Deutschen Alpenverein. Gemeinsam bieten sie das wohl umfangreichste Angebot rund um die Berge, den Bergsport, die Bergkultur und den Naturschutz: das »alpinprogramm« mit rund 2.000 buchbaren Ausbildungs-Kursen und -Touren pro Jahr inklusive einem eigenen Kinder- und Jugendprogramm, drei Mitglieder-Servicestellen mit kompetenter alpiner Beratung, Info-Material, Leihausrüstung, Bücher- und Karten-Verleih, 22 Selbstversorgerhütten exklusiv für Mitglieder, die Kletterhallen in Thalkirchen, Freimann und Gilching, das beliebte Bergmagazin »alpinwelt«, die Vortragsreihe »Bergvisionen« und – das Herzstück der „Großsektionen“ – ein florierendes Vereinsleben in sieben Familiengruppen, 41 Erwachsenengruppen für jedes Alter und jedes Interesse sowie 29 äußerst aktiven Kinder- und Jugendgruppen aller Altersstufen, die alle ihre eigenen Tourenprogramme gestalten – insgesamt über 3.000 gemeinschaftliche Bergerlebnisse im Jahr. Ein besonderer Schwerpunkt ist inzwischen der alpine Umweltschutz, z. B. durch Umweltbildung, Information, Öffentlichkeitsarbeit, Teilnahme an Protest-Aktionen, Förderung des ÖPNV, Umweltbaustellen, Müllaktionen u.v.m.

 

Material

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