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Große Ehre für die Pfälzer Hütte

14.06.2012, 14:28 Uhr

Die Pfälzer Hütte, auf 2111 Metern Höhe im Rätikon gelegen, steht seit jeher für Internationalität: Vor 84 Jahren von Pfälzer Sektionen auf Liechtensteiner Boden erbaut, widmen ihr jetzt Deutschland und Liechtenstein eine Briefmarke, die am 14. Juni 2012 als Gemeinschaftsausgabe erscheint. In Liechtenstein beträgt ihr Wert 1,40 Schweizer Franken, in Deutschland 75 Cent.


Die Briefmarke, die von Corinna Rogger aus Biberach gestaltet wurde, präsentiert die Pfälzer Hütte in ihrer eindrucksvollen exponierten Lage auf einer Felsterrasse am Bettlerjoch und lässt dabei erkennen, wie gut sich der massive Steinbau und seine vorgelagerte Terrasse in die Umgebung mit den markanten Gipfeln Naafkopf und Augustenberg einfügen. Anlässlich der Präsentation der Marke in Ludwigshafen bedankt sich DAV-Vizepräsident Franz-Josef van de Loo bei seinen Kollegen vom Liechtensteiner Alpenverein für dessen Einsatz um die Pfälzer Hütte. „Der Deutsche Alpenverein weiß diese Leistung zu schätzen“, sagt van de Loo. Schließlich befinden sich insgesamt 325 Hütten im Besitz der DAV-Sektionen, die jährlich mehr als zehn Millionen Euro in die Sanierung und Modernisierung investieren. Der immense Aufwand begründet sich unter anderem im Alter, aber auch in der Lage der Unterkünfte. Ähnlich wie die Pfälzer Hütte liegen zwei Drittel der DAV-Hütten in Gebieten, die erst nach einer Gehzeit von mehr als einer Stunde erreichbar sind.


Die Pfälzer Hütte

Im Jahr 1925 hatte der Verband der Pfälzischen Sektionen beschlossen, eine eigene Hütte im Hochgebirge zu errichten. Die Regierung des Fürstentums Liechtenstein erteilte im April 1926 die Baugenehmigung und unterstützte die Sektionen auch beim Wegebau. Am 5. August 1928 wurde die Pfälzer Hütte feierlich eröffnet. Nachdem die Unterkunft während des Zweiten Weltkrieges geschlossen und unbewohnt war, wurde sie 1950 vom Liechtensteiner Alpenverein gekauft und wieder eröffnet. An der Verbundenheit der Pfälzer Sektionen zu „ihrer“ Hütte hatte sich jedoch nichts geändert, so dass sie im Jahr 1964 einen Vertrag mit dem Liechtensteiner Alpenverein schlossen. Dieser legt unter anderem fest, dass der Name „Pfälzer Hütte“ beibehalten wird und die Mitglieder der Pfälzer Sektionen bei einem Hüttenbesuch den Mitgliedern des Liechtensteiner Alpenvereins gleichgestellt sind.

Die Pfälzer Hütte ist in der Regel von Mitte Juni bis Mitte Oktober bewirtschaftet. Die Gaststube bietet 60 Plätze. Für die Übernachtung stehen elf Betten und 51 Lager zur Verfügung.


 

Die Pfälzer Sektionen

Die Sektion Pfalz im Deutschen und Österreichischen Alpenverein (DuOeAV) war 1888 gegründet worden. Nachdem sich die Wege für gemeinsame Treffen aber als zu weit erwiesen hatten, wurden 1893 weitere pfälzische Sektionen gegründet. Im Jahr 1925 schlossen sich die pfälzischen Sektionen, nämlich Pfalz, Ludwigshafen, Kaiserslautern, Neustadt, Pirmasens, Landau, Speyer, Frankenthal und Zweibrücken, auf Veranlassung der Sektion Pirmasens zum „Verband der Pfälzischen Sektionen im Alpenverein“ zusammen. Rechtsnachfolger des 1992 aufgelösten Verbandes ist übrigens die DAV Sektion Ludwigshafen.