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Österreichische Alpinunfallstatistik für den Sommer 2020:

30 Prozent mehr alpine Unfälle – mehr Einheimische benötigten Rettung

28.10.2020, 13:56 Uhr

2.527 verletzte Bergsportler und 122 Alpintote – so die Bergsommerbilanz der Alpinunfallstatistik des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit. Im Vergleich zum Durchschnittswert der vergangenen zehn Jahre haben Alpinunfälle damit um mehr als 30 Prozent zugenommen. Insgesamt verunfallten mehr Männer als Frauen.

Das Österreichische Kuratorium für Alpine Sicherheit hat die Alpinunfallstatistik für den Sommer 2020 veröffentlicht: Zwischen dem 1. Mai und dem 30. September 2020 wurden von der österreichischen Alpinpolizei insgesamt 3.204 Unfälle aufgenommen, was einer Zunahme um rund ein Drittel entspricht. Besonders viele Unfälle mit tödlichem Ausgang ereigneten sich dabei zwischen Juli und September (90 Personen und damit 74 Prozent der tödlichen Unfälle).

 

Besonders viele österreichische Verunfallte

51 Prozent der im Sommer 2020 Verunfallten waren österreichische Staatsbürger. Verglichen mit dem Durchschnittswert der zurückliegenden zehn Jahre bedeutet das eine Zunahme um fünf Prozent. 37 Prozent der Verunfallten hatten die deutsche Staatsbürgerschaft. Bei den tödlich verunfallten Personen stammten 55 Prozent aus Österreich und etwa ein Drittel aus Deutschland.

 

Blockiert, aber unverletzt

Neben den Verletzten und Toten barg die österreichische Alpinpolizei auch 1.213 unverletzte Personen. Diese befanden sich meist in Situationen, in denen sie blockiert war. Etwa ein Drittel aller Rettungen begründen sich also darin, dass individuelle physische oder psychische Leistungsgrenzen erreicht wurden und der alpine Notruf abgesetzt wurde. „Die Zahlen belegen, dass es vielerorts an Knowhow und Können mangelt“, bewertet das Kuratorium diesen Teil der Statistik.

 

Weitere Unfallzahlen im Detail

  • Die Verunfallten waren mehrheitlich Männer (60 Prozent gegenüber 40 Prozent Frauen)
  • Die Hälfte der Verunfallten waren Wanderer – dabei waren Sturz, Stolpern oder Ausrutschen mit 75 Prozent die Hauptunfallursache
  • 27 Prozent mehr Personen wurden unverletzt aus einem Klettersteig geborgen – Hauptgrund, den Notruf anzusetzen, war zumeist Erschöpfung
  • Wie auch in den Vorjahren stieg die Zahl der beim Mountainbiken Verunfallten erneut an, was auf die weiter wachsende Zahl von Mountainbikern zurückgeführt wird.
 

Über die österreichische Alpinstatistik

Die vom Österreichischen Kuratorium für Alpine Sicherheit geführte Alpinunfallstatistik basiert auf der von der österreichischen Alpinpolizei geführten Alpinunfalldatenbank. Bezüglich ihres Umfangs und ihrer Qualität ist sie wohl einzigartig im Alpenraum. Mehr zur aktuellen Statistik auf der Website vom Österreichischen Kuratorium für Alpine Sicherheit.