Klimakrise am Berg: Notfallfonds jetzt!

Hitze, Trockenheit und Starkregen setzen der alpinen Infrastruktur in Bayern zu. In einem offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder und die Bayerische Staatsregierung fordert der Deutsche Alpenverein (DAV) mehr Mittel für Hütten und Wege und einen konsequenten Klimaschutz.

Der Sommer 2026 zeigt die Folgen aus erster Hand. Auf mehreren Hütten war das Wasser knapp, darunter Watzmannhaus, Kärlingerhaus, Blaueishütte und Brunnenkopfhäuser. Muren und Steinschlag erschweren die Unterhaltung von Wegen und Hütten. Die Berge sind ein Frühwarnsystem.

Ihre Hütten hält der DAV trotz der Wassernot mit großem Aufwand offen. Als Schutzhütten sichern sie Menschen am Berg und übernehmen für die vielen Bergtouristen eine Lenkungsfunktion, auch über funktionierende Toiletten, die die Natur entlasten.

Ernst Schick, Vizepräsident des DAV Foto: Tobias Hase

„Wir müssen unsere Hütten dringend wassersparend umbauen, bevor das Wasser ausgeht und wir schließen müssen. Ohne verlässliche Förderung verlieren wir Stück für Stück die Infrastruktur, die den sicheren Zugang zu den Bergen erst möglich macht", sagt Ernst Schick, DAV-Vizepräsident für Hütten und Wege.

Konkret bittet der Verband die Staatsregierung:

  1. Einen Notfallfonds von rund 1 Million Euro pro Jahr einzurichten für die klimaangepasste Sicherung von Hütten und Wegen, mit einer verlässlichen Langfristfinanzierung. Vordringlich sind der geringere Wasserverbrauch und mehr Speicherkapazität. Mit dieser Summe lassen sich pro Jahr etwa zwei Hütten umrüsten. Nicht kurzfristig viel Geld ist entscheidend, sondern eine solide Finanzierung, mit der die Hütten Schritt für Schritt angepasst werden können.

  2. Den natürlichen Klimaschutz auszubauen (Moore, Schutzwälder, Renaturierung alpiner Gewässer), die Erreichbarkeit der Bergregionen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu sichern und den Klimaschutz konsequent voranzutreiben, statt die Ziele weiter zu verschieben.

Dabei knüpft der Verband ausdrücklich an das an, was die Staatsregierung bereits vorantreibt, etwa den Waldumbau zu klimastabilen Mischwäldern und die Niedrigwasservorsorge. Bei der Förderung von Trockentrenntoiletten arbeiten DAV und Umweltministerium bereits zusammen.

Der wirksamste Schutz vor künftigen Schäden bleibt der konsequente Klimaschutz. Deshalb, so der DAV, gehöre er bei jeder Anpassung von Anfang an mitgedacht. Parallel hat sich der Verband mit einem offenen Brief an die Bundesregierung gewandt.