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Ukraine-Krieg: DAV begrüßt die Maßnahmen der IFSC gegen Russland

Der Deutsche Alpenverein begrüßt die Maßnahmen, die der internationale Sportkletterverband IFSC am 2. März wegen des Krieges in der Ukraine beschlossen hat. Russische Athletinnen und Athleten sind damit ab sofort und bis auf weiteres von allen IFSC-Wettkämpfen ausgeschlossen. Die Weltcups im Bouldern und Speedklettern Anfang April und der europäische Jugendcup im Herbst sowie die Jugend-Weltmeisterschaft 2023 werden nicht wie geplant in Russland stattfinden. Alle russischen IFSC-Funktionsträger werden außerdem bis auf weiteres bei IFSC-Wettkämpfen nicht eingesetzt. Die IFSC-Geschäftsführung hat diese Maßnahmen einstimming beschlossen.

Zuvor hatte das DAV-Präsidium den Angriff Russlands auf die Ukraine scharf verurteilt.

Der Wortlauf des IFSC-Maßnahmenpakets steht hier.

 

Dr. Olaf Tabor, DAV-Hauptgeschäftsführer

"Mit unserem Sport wollen wir Menschen zusammenbringen. Wir wollen einen friedlichen und fairen Wettkampf. Und wir wollen enge Beziehungen zwischen Nationen, Hautfarben, Religionen und Geschlechtern fördern. Alle diese Ziele werden im Krieg Russlands gegen die Ukraine mit Füßen getreten. Und nun müssen wir um unsere ukrainische Freundinnen und Freunde, um Partner und Trainer wie Danyil Boldyrev bangen, die wir in vielen Jahren des internationalen Wettkampfkletterns kennengelernt haben. Wir solidarisieren uns mit der Ukraine und stehen hinter den Maßnahmen, die der internationale Sportkletterverband IFSC beschlossen hat. Unsere Gedanken und Hoffnungen sind bei den Menschen in der Ukraine und bei allen, die sich gegen den Krieg stellen, egal ob auf ukrainischer oder russischer Seite."

 

Alma Bestvater

„Mich betrifft die Absage des Boulderweltcups zwar nicht direkt, da ich verletzungsbedingt sowieso nicht hätte antreten können, trotzdem ist das für mich die einzig richtige Entscheidung. Ich kenne einige ukrainische Athlet*innen von den Wettkämpfen. Gefühlt bin ich dadurch noch ein bisschen näher am Geschehen und bekomme mit, was die gerade durchmachen müssen. Für mich würde es sich einfach extrem falsch anfühlen einen Wettkampf in dem Land zu klettern, das für so viel Leid sorgt. Manchmal gibt es einfach viel wichtigere Dinge als irgendwelche Wettkämpfe.“

 

Sebastian Halenke

„Es ist erschreckend zu sehen, wie es einem despotischen Herrscher selbst noch im 21. Jahrhundert gelingt, eng miteinander verbundene Völker in einen sinnlosen Krieg gegeneinander zu treiben und die Weltordnung derart ins Wanken zu bringen. Meine Gedanken sind bei all den ukrainischen Menschen und bei meinen Bekannten aus der Kletter-Community, deren Leben nun jeden neuen Tag in akuter Gefahr schwebt - aber auch bei jenen russischen Menschen und Freunden, die niemals einen russisch-ukrainischen Krieg wollten und nun durch die Entscheidungen eines einzelnen herrschsüchtigen Machthabers in ihrem Land international "gebrandmarkt" sind.“

 

Alexander Megos

„Was sich im Moment in der Ukraine abspielt hat nichts mit einer "Befreiung des Volkes" zutun, wie es Putin versucht zu rechtfertigen. Weder die ukrainische Bevölkerung noch die Welt sieht es als legitim an. Die Bevölkerung der Ukraine - und auch Russlands - trägt die Konsequenzen für diesen Krieg. Tausende unschuldige Menschen sterben bei dem Versuch ihr Land und ihre Freiheit zu verteidigen. Hunderttausende müssen ihre Heimat verlassen und wissen nicht ob sie in Zukunft noch eine Heimat haben werden. Die Klettergemeinschaft und auch die Welt stehen hinter der Ukraine und wir werden alles tun, um Land und Leute zu unterstützen. Die Entscheidung der IFSC, den Moskau-Weltcup zu streichen, war die einzig richtige. In Zukunft sollten sportliche Events in Russland nicht mehr stattfinden.“

 

DAV-Präsidium verurteilt Angriff auf Ukraine

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Statement des DAV-Präsidiums: "Mit großer Sorge und Bestürzung blicken wir auf die Situation in der Ukraine. Wir verurteilen den kriegerischen Angriff auf die Ukraine als willkürliche Aggression und Bruch des Völkerrechtes durch Russland. Dies ist unvereinbar mit internationalen Konventionen wie der Souveränität von Staaten, dem Selbstbestimmungsrecht der Nationen und der Unverletzlichkeit von Staatsgrenzen. Es handelt sich dabei gleichzeitig um einen massiven Angriff auf Demokratie und Freiheit. Wir solidarisieren uns mit der ukrainischen Bevölkerung und mit allen Menschen, die unter dem Krieg leiden und die sich in der gesamten Region für Frieden, Demokratie und Menschenrechte einsetzen."