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Finn Hösch (DAV Bergland München) über die DM am Jenner, die Saison bis jetzt und seine weiteren Ziele

17.03.2022, 16:13 Uhr

DAVSkimo hatte die Möglichkeit während der Weltcuppause mit Finn Hösch vom DAV Bergland München über seine tollen Ergebnisse bei der Deutschen Meisterschaft am Jenner in Berchtesgaden sowie seine bisherige Saison zu sprechen. Der 19jährige gehört der Weltcupmannschaft an und ist im Sommer oft auch als Leichtathlet unterwegs. Die Olympischen Spiele 2026 in Mailand-Cortina sind für ihn eines der wichtigsten Ziele in den kommenden Jahren.

Top Ergebnisse bei der DM am Jenner für Finn Hösch

DAVSkimo: Wir befinden uns momentan mitten in der Saison 2021/22 und du hast vor Kurzem bei der DM Sprint während des Jennerstier in Berchtesgaden gezeigt, dass du richtig stark dabei bist und das nicht nur in deiner eigentlichen Kategorie, der U20 Herren. Bei der EM in Spanien eine Woche zuvor wollte es noch nicht ganz so gut laufen – war in Berchtesgaden deswegen auch ein Quäntchen Wut im Bauch mit am Start?

 

Finn Hösch (FH): Wut würde ich es nicht nennen. Natürlich waren die Missgeschicke dieser Saison schon im Kopf präsent – der Fangzaun bei der EM, der Skiverlust in Sondrio..., aber ich war nach wie vor davon überzeugt, dass, wenn tatsächlich einmal alles funktionieren würde, meine Chancen auf einen vorderen Platz sehr gut ständen. Und tatsächlich lief bei der DM fast alles ohne Probleme. Nach einem kleinen Rutscher war ich zwar einmal dem Boden gefährlich nahe; ich konnte mich aber zum Glück schnell wieder fangen und alles ging dann gut weiter. Bei der EM lief eigentlich zunächst auch alles nach Plan: Ich war nach der mit Abstand schnellsten Vorlaufzeit Führender in meinem Viertelfinale – bis zum fatalen Fehler. Ich ließ mich leider so unter Druck setzen, dass ich meinen Ski in den Fangzaun manövrierte, hängen blieb und damit den Einzug ins Halb-Finale verpasste. Dennoch war der Gesamt-Sieg beim Jennerstier/Alpencup schon sehr überraschend. Auch tags darauf beim Individual konnte ich den Deutschen Meistertitel souverän für mich behaupten. Ich hoffe, dass ich diese Erfahrung auch auf meine weiteren Weltcup-Starts in dieser Saison übertragen kann.

 

DAVSkimo: Wie zufrieden bist du ansonsten mit deiner bisherigen Saison und was sind noch deine Ziele für den Rest der Saison?

 

FH: Anfangs hatte ich hatte mir ein Top-5 Ziel für den Weltcup gesteckt, das ich mit dem Sprint in der Schweiz auch schon erreicht habe. Mich ärgern einfach die Missgeschicke beim Sprint im Weltcup im Detail, aber ich blicke mit Zuversicht nach vorne. Ich möchte insgesamt im Weltcup konstanter über alle drei Disziplinen meine Leistung bringen. Vielleicht geht sich auch noch ein Podium im Weltcup aus diese Saison.

 

Mailand-Cortina 2026 und das Studium - beides bedarf einer guten Planung

DAVSkimo: Du hast ja im vergangenen Jahr dein Abitur gemacht und hast dich danach gleich an der TU München für ein Maschinenbaustudium eingeschrieben – was hat sich für dich generell und speziell für das Skimo Training dadurch geändert? Spürst du diese Veränderung auch jetzt im Winter?

 

FH: Tatsächlich hat sich für mich sehr viel verändert. Das Studentenleben hat generell – gegenüber dem Schülerleben – den Vorteil, dass man sich – gute Organisation vorausgesetzt – die Zeit sehr gut selbst einteilen kann. Ich würde auch behaupten, dass mir das bis jetzt ganz gut gelingt. Aber letztendlich muss man auch ins Studium viel Zeit investieren, wodurch das Training und vielmehr die Erholung leidet. Mich reizt es schon auch herauszufinden, wozu ich im Stande wäre, wenn ich mein Leben ganz dem Sport widmen würde.

 

 

DAVSkimo: Skimo ist während der Olympischen Sommerspiele in Tokyo vergangenes Jahr vom IOC als Sportart der Olympischen Winterspiele 2026 bestätigt worden. Was bedeutet das für dich?

 

FH: Ich denke, dass es eine große Chance für die Sportart Skibergsteigen ist und ich wäre bereit sehr viel zu investieren, um dabei sein zu können – unter welchen Bedingungen, wird sich zeigen. Es wird sich sicher noch vieles ändern bis dahin.

 

 

DAVSkimo: Das Skitourengehen erfreut sich ja auch generell immer größerer Beliebtheit. Was würdest du Jugendlichen sagen bzw. raten, die gerne in Skimo einsteigen möchten, um vielleicht in dieser Sportart auch einmal bei Olympischen Spielen dabei zu sein? An wen sollten sie sich wenden? Was sollten sie machen?

 

FH: Spaß haben! Das ist und bleibt tatsächlich das Wichtigste. Equipment und Erfolge sind erstmal zweitrangig.

 

DAVSkimo: Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für den Rest der Saison!

FH: Vielen Dank.