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Palzer auch in Andorra nicht zu stoppen

28.01.2018, 11:48 Uhr

Toni Palzer holt sich erneut einen Weltcup-Sieg im Vertical! Seine herausragende Form bestätigte der Skibergsteiger von der DAV Sektion Berchtesgaden am Sonntag bei seinem Sieg im Vertical-Rennen. Stefan Knopf erkämpfte sich nach überstandener Krankheit einen guten achten Platz in der Espoir-Klasse. Susi von Borstel konnte sich bei ihrem ersten WC-Vertical über einen 15. Platz freuen


Der Auftakt in das Rennwochenende lief leider wieder nicht nach Plan für die Organisatoren vom Internationalen Verband der Skibergsteiger. Auch die erprobten und erfahrenen Helfer des andorranischen Verbands konnten es aufgrund der heftigen Schneefälle und der gestiegenen Lawinensituation nicht verantworten, das für Samstag geplante Individual-Rennen zu starten.

Das deutsche Team war sich einig, dass unter diesen Bedingungen ein faires und vor allem sicheres Rennen nicht möglich gewesen wäre. Nach den heftigen Diskussionen beim WC-Auftakt in China, als die Entscheidungsfindung des internationalen Verbandes für viele nicht nachvollziehbar war, wurde am Wochenende konsequent und im Sinne der Athleten entscheiden.


Am Sonntag erwartete die Athleten dann Kaiserwetter im Skigebiet von Ordino-Arcalis. Auf über 2000m gelegen bot es nicht nur landschaftlich, sondern auch wegen der Stimmung an der Strecke eine herausragende Kulisse für einen erfolgreichen Tag.

Im Livestream im Internet konnten Zuschauer erstmalig das Renngeschehen verfolgen und die Anstrengungen und Strapazen der Athleten wenigstens im Ansatz erfühlen. Zahllose frenetische Zuschauer am Rand der Strecke, darunter Trommlergruppen, pushten die Männer und Frauen über die 740 Höhenmeter lange Strecke hinauf ins Ziel.

 

Vor allem für Susi von Borstel war der Sonntag ein ganz besonderer Tag. „Ich mag die Verticals zurzeit einfach am liebsten. Ich weiß, dass ich in extrem guter Form bin. Und in dieser Disziplin kann ich meine Stärken einfach am besten zur Geltung bringen“, blickte Sie auf das Rennen.

Toni Palzer wollte erneut unter Beweis stellen, dass er dieses Jahr in einer unfassbaren Form ist und zeigen, dass es schwer wird, ihn diesen Winter in einer der Disziplinen zu schlagen.

Stefan Knopf wollte nach überstandenen Krankheit einfach wieder zurück in die Erfolgsspur finden – und schaffte das auch!

 

Zu Beginn schien sich Toni Palzer das Rennen erstmal anschauen zu wollen. Aber was heißt schon anschauen, bei diesem irrsinnigen Tempo. Hinter dem Italiener Michele Boscacci lauerte er bevor er genau zur richtigen Zeit auf die Überholspur ging. Nur der junge Italiener Davide Magnini konnte ihm folgen. Magnini forderte Toni auf der Zielgeraden noch heraus, doch dann zündete die „Ramsauer Rakete“ den Turbo. Auf diesem Niveau - mit 190 Pulsschlägen pro Minute – noch einmal beschleunigen zu können spricht für die Verfassung von Toni Palzer.

„Ich habe mich extrem stark gefühlt heute. Im Rennen habe ich mir ständig gesagt: Ich will den Sieg heute unbedingt! Und am Ende habe ich ihn mir geholt. Für mich war das nach dem letzten Wochenende in der Schweiz extrem wichtig. Ich denke, dass ich allen gezeigt habe, dass dieses Jahr bei jedem Rennen in jeder Disziplin mit mir zu rechnen ist“, fasst Toni Palzer nach dem Rennen zusammen. Toni Palzer gewann das Vertical in einer Zeit von 27.09 min, gefolgt von den beiden Italienern Davide Magnini (27.14min) und Robert Antonioli (27.21min). Neben Toni Palzer bleibt Antonioli mit diesem Ergebnis ein ganz heißer Kandidat auf den Gesamtweltcup.

 

Stefan Knopf holt sich den 8. Platz bei den Espoir (30.17min)

„Im Vergleich zu letzter Woche habe ich mich heute schon wesentlich besser gefühlt. Ich habe definitiv das Gefühl, dass meine Formkurve jetzt wieder langsam ansteigt. Mein Fokus liegt jetzt auf der Deutschen Meisterschaft nächstes Wochenende in Bischofshofen.“

Susi von Borstel läuft auf den 15. Platz bei den Frauen (35.55min)

„Für mich war es heute extrem hart. Die letzten Tage war ich angeschlagen, deshalb ging’s mir nicht ganz so gut. Aber ich bin so unglaublich happy, dass ich sowas wie heute erleben darf. Die Stimmung an der Strecke war unvergesslich. Man merkt einfach, dass Skibergsteigen hier Volkssport ist.“

Bei den Damen holt es sich die Französin Axel Mollaret (31.37min) den Sieg vor der Schwedin Emelie Forsberg (32.15min) und der Schweizerin Victoria Kreuzer (32.24min).

 

Für die deutschen Skibergsteiger geht es kommendes Wochenende zur Erztrophy nach Bischofshofen. Dort wird dieses Jahr die Deutsche Meisterschaft (2. Februar) ausgetragen nachdem das Rennen am Jenner leider abgesagt werden musste.

 

Am 8. und 9. Februar steht die deutsche Mannschaft beim vierten Weltcup der Saison in Puy St. Vincent (FRA) am Start.

 

 

Text: Johannes Schmid

Fotos: Willi Seebacher