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Liveticker Deutsche Meisterschaft Lead

01.10.2021, 09:59 Uhr

Hier finden Sie den Liveticker zur Deutschen Meisterschaft Lead

Martina Demmel vom DAV Allgäu-Kempten und Yannick Flohé vom DAV Aachen sind Deutsche Meisterin und Deutscher Meister im Leadklettern. Damit setzte sich einerseits die Vizemeisterin aus dem vergangenen Jahr gegen die Konkurrenz durch. Andererseits holte Flohé das Double, nachdem er im Juni dieses Jahres bereits Deutscher Meister im Bouldern geworden war. Mehrere hundert Zuschauer vor Ort und einige tausend im Livestream sahen am Samstag, 2. Oktober, im DAV Kletterzentrum Augsburg einen spannenden Wettkampf bei allerbestem Wetter. Mit der DM Lead geht die nationale Wettkampfsaison 2021 zu Ende.

 

 

Das Finale der Herren

Als erstes geht Philipp Martin aus dem Allgäu ins Rennen. Und begeistrt das Publkum gleich mit einem gewaltigen Sprung an Exe fünf. Danach steigt er zügig weiter an den Riesenhalbkugeln und nähert sich der Dachzone in Wandmitte. Wow, da zieht er drüber. Mit Wahnsinnsdrive powert er weiter, noch ein Sprung, und einen Zug weiter ist Schluss, nur rund drei Meter unter dem Top. Was ist die Höhe wert?

 

Aufschluss darüber gibt vielleicht schon Moritz Welt. Den Sprung an Exe fünf fängt er ganz lockr an einem Arm ab. Die Halbkugeln sind so spektakulär wie bei seinem Vorgänger. Das Dach hangelt er, aber das braucht viel Kraft. Die fehlt ihm dann oberhalb und er kippt raus, ein gutes Stück unterhalb von Phlipp Martin.

 

Dritter Starter ist Michael Ullrich. Gut läuft es für ihn im unteren Teil, das gibt Selbstvertrauen. Im Dach muss er nicht hangeln, ist aber schon ein bisschen angeschlagen. Kann oberhalb vom Dach schütteln, kann er sich erholen? Sieht gut aus, Dynamo wie Philipp Martin, fällt exakt auf Höhe des Allgäuers. Wer liegt vorne? Michael Ullrich, denn er nimmt eine bessere Wertung aus dem Halbfinale mit!

 

Christoph Schweiger aus Ingolstadt klettert mit Highspeed bis zum Dach, da ist viel Kraft am Werk. Die Schüttelposition oberhalb des Daches nutzt er aber nicht und fällt deshalb kurz oberhalb raus.

 

Mit Lars Hoffmann steigt anschließend der Drittplatzierte aus dem Vorjahr ein. Den Sprung am Anfang macht er zwar, aber knapp! Moderator Reini Redeyi schickt einen Stoßseufzer zum Himmel. Unterm Dach wird er nervös, findet keine Lösung und kippt raus.

 

Jonas Brandenburger eröffnet den Reigen der besten Drei aus dem Halbfinale. Am Anfang klettert der groß gewachsene Wuppertaler etwas eckig, und dann bestätigt sich der Eindruck: Er fällt schon am Sprung heraus!

 

Mit Yannick Flohé geht es langsam Richtung Entscheidung. Aber puh! Am Sprung macht er es spannend, seine Flughöhe reicht gerade so aus. Zum Dach hin stabilisert sich seine Performance, er hangelt locker drüber. Im oberen Teil packt er sein Können und sein Power aus und erreicht zwar nicht das Top, aber einen Griff mehr als seine Konkurrenten zuvor. Das ist die Führung!

 

Jetzt nur noch Sebastian Halenke! Gewohnt motiviert leht er los, 100.000 Volt. Den Sprung macht er aber auch nur mittelmäßig überzeugend. Muss nix bedeuten, siehe Yannick Flohé. Am Weg zum Dach hat er dann doch tatsächlich Probleme, im zweiten Anlauf geht's. Hat das Kraft gekostet? Im Dach sieht es nicht so aus. Schüttelposition an der Dachkante, weiter geht's, aber mit sehr kraftraubenden Zügen. Deshalb fällt er unterhalb von Yannick, Philipp und Michael raus und landet leider nur auf Rang vier!

 

Das ist das Podium:

1. Yannick Flohé (DAV Aachen)

2. Michael Ullrich (DAV Memmingen)

3. Philipp Martin (DAV Allgäu-Kempten)

 

Das Finale der Damen

Gleich geht's los! Die Tribüne ist voll, der Himmel klar, Scheinwerfer lassen die 18 Meter hohe Wand erstahlen, die erste Starterin wird gleich erscheinen: Lokalmathadorin Sandra Hopfensitz vom DAV Augsburg. An den Makros kommt sie gut los, an der fünften Exe gelingt ihr ein etwas gewagter Sprung. Weitere boulderige Passagen gelingen auch, ein Knieklemmer bringt kurz Erholung, zwei bis drei Meter weiter an Exe neun ist dann Schluss.

 

Als nächste geht Florence Grünewald ins Rennen. Die ersten Meter laufen auch, ebenfalls der bereits geschilderte Sprung. Aber dann fällt sie bereits deutlich unterhalb der von Sandra Hopfensitz erreichten Marke.

 

Nummer drei ist Lucie Molitor. Einml mehr ist der Sprung an Exe fünf eine Herausforderung, er gelingt. Aber zwischen den Höhen ihrer beiden Vorgängerinnen fällt sie aus der Wand. Schon zeigt sich: Die Performance von Sandra Hopfensitz war sehr gut! Wie weit wird das reichen?

 

Etwas mehr Erkenntnis könnte Luisa Flohé liefern. Den Sprung löst sie ohne Sprung, auch die kommenden Meter laufen gut für sie, sie nutzt ebenfalls einen Knieklemmer zum Durchschnaufen und fällt dann überraschend kurz danach raus. Sandra Hopfensitz bleibt in Führung!

 

Roxana Wienand lässt sich etwas Zeit vor dem Einstieg und inspiziert die Route noch einmal, dann legt sie los. No problem auf die ersten Meter, die komplexen Bewegungen machen ihr keine Schwierigkeiten. Auch nicht der vermeintliche Sprung, den sie ebensowenig braucht wie ihre Vorläuferin. Aber die Route fordert auch bei der Aschaffenburgerin und Titelverteidigerin ihren Tribut, sie fällt unterhalb der Marke Hopfensitz raus.

 

Nun Martina Demmel, die bisherige deutsche Vizemeisterin. Ja, auch sie ist zunächst sehr gut unterwegs. Findet den Knieklemmer, powert sich weiter duch den Überhang, holt alles aus sich raus und landet letztlich einen Griff oberhalb von Hopfensitz - die Führung!

 

Vorletzte Starterin ist Lucia Dörffel. Die ersten Meter laufen gut, und wo es steiler wird, findet auch sie zunächst den Knieklemmer, fällt dann vollkommen überraschend aber raus!

 

Und nun  Hannah Meul. Wenn sie klettert wie in den Vorrunden, dürfte ihr der Titel eigentlich nicht zu nehmen sein. Wird sie dem Druck standhalten? Auf die ersten Meter sieht es so aus. Gekonnt setzt sie Foot- und Heelhooks ein und kommt ohne erkennbare Schwierigkeiten höher. Vorbei am Sprung (den sie auch nicht braucht), und dann, der Autor ist gerade mitten im Schreiben, rutscht sie raus und hängt im Seil. Fragzeichen? So kann es eben laufen. Martina Demmel ist deutsche Meisterin!!!

 

Das ist das Podium:

1. Martina Demmel (DAV Allgäu-Kempten)

2. Sandra Hopfensitz (DAV Augsburg)

3. Lucie Molitor (DAV Zweibrücken)

 

Das Halbfinale

Weiter geht´s in Augsburg auf der Deutschen Meisterschaft im Leadklettern. Endlich hält der Wetterbericht, was er versprach: Beinahe sommerlich fühlt es sich im Außenbereich des Kletterzentrums in Augsburg an, als die Routenschrauber die letzten Nachjustierungen für das Halbfinale vornehmen. Die Athletinnen und Athleten warten währendessen in der Iso – noch darf niemand die Routen sehen, die über das Weiterkommen ins Finale entscheiden werden. Erst 15 Minuten vor dem Start des Halbfinales dürfen sie vor die Wand und in die gemeinsame Observation der Routen. Auf den ersten Blick wirken die Touren extrem anspruchsvoll – genau wie schon es schon in der Qualifikation der Fall war. Im Zentralen Überhang der Außenwand ziehen die beiden Linien geradewegs nach oben. „Das Halbfinale wird sehr slopig mit dynamischen Zügen“, sagt Routenbauer Luke Brady – und genau so sieht es aus. Das dürfte interessant werden, besonders wenn man die Hitze bedenkt, die direkt an der Wand herrscht. Die Herrenroute geht über große runde Volumen und Dualtexture-Griffe über ein kleines Dach in den vertikalen Endbereich – eine Mischung aus wackeligem Geschiebe und athletischen Schwingern. Bei den Damen wechseln Slopergriffe und kleine Leisten. Das Terrain nicht weniger Steil als bei den Herren und auch hier eine Dachstelle in der Mitte. Gute Körperspannung und Kraftausdauer sind besonders gefragt. Dann geht es los. Das Feld wird von hinten aufgerollt, heißt: Die Erstplatzierten der Qualifikation starten zuletzt. Es geht also jeweils los mit Platz 26 – Herren und Damen starten parallel. Was sich optisch angedeutet hat, bestätigt sich: Beide Touren sind schwer und sehen am Ende kein einziges Top.

 

Hannah Meul und Lucia Dörffel dominieren das Halbfinale

Bei den Damen schaffen es nur die wenigsten bis in das Dach, das etwas über der Hälfte der Tour wartet. Bei den meisten ist bereits vorher Schluss. Rausschmeißer ist eine Abfolge von kleinen Leisten im immerhin doch recht überhängenden Wandteil. Doch einige wenige schaffen es: Besonders überrascht Lucie Molitor. Die Westdeutsche Meisterin lässt die Leisten mit Leichtigkeit hinter sich – sogar ein Klipp von den kleinen Griffen gelingt ihr – und klettert souverän über die überhängende Dachstelle. Sie sichert sich damit die zwischenzeitliche Führung. Am Ende muss sie Platz 1 zwar abtreten, kommt aber mit Platz 6 ins Finale. Die letztjährige Deutsche Meisterin Roxana Wienand macht ihren Rutscher aus der Quali wieder gut. Bis Dato klettert sie am höchsten und darf sich schonmal sicher auf das Finale freuen. Martina Demmel macht es ihr nach. Die Lead-Spezialisten wird schon jetzt als Nachfolgerin von Kletter-Superstar Alex Megos gehandelt. Die Vizemeisterin des letzten Jahres macht es besonders grazil. Die schweren Schlüsselstellen hinterlassen bei ihr kaum einen bleibenden Eindruck und sie tänzelt sich geradezu bis zum vertikalen Ausstieg. Für das Top reicht es zwar nicht, aber doch für das Finale. Noch ist das Halbfinale aber nicht vorbei: Die Rechnung muss nämlich mit Lucia Dörffel und Hannah Meul gemacht werden. Beide knüpfen an ihre Leistungen aus der Quali an und beenden das Halbfinale mit den ersten beiden Plätzen. Keine Überraschung – die beiden sind in Top-Verfassung. Damit ist das Finale gesetzt: Antreten dürfen: Hannah Meul, Lucia Dörffel, Martina Demmel, Roxana Wienand, Lusia Flohé, Lucie Molitor, Florence Grünewald und Lokalmatadorin Sandra Hopfensitz.  

 

 

 

 

Zwei Underdogs gegen die Profis

Auch die Herren haben es alles andere als leicht. Der Start beginnt sehr wackelig an großen Griffen und schon nach den ersten sechs Metern ist ein dynamischer Kreuzzug zu bewältigen - die davorliegenden Volumen kosten aber durchaus schon Kraft. Spätestens im Dach wird es dann richtig körnig. Auf brutale und weite Schulterzüge folgt ein extrem schwieriger Kreuzer aus dem Überhang heraus an eine abschüssige Leiste. Für die meisten, die es überhaupt bis hier schaffen, ist dann leider Schluss. Der erste der weiter kommt ist Jonas Brandenburger. Der 20-Jährige kommt zwei Griffe weiter und führt das Feld der Startenden. Diese Führung wird ihm zwar nicht bleiben, im Finale darf er aber nochmal zeigen, was er kann. Die Underdogs aus Bayern Michael Ullrich und Moritz Welt können auch im Halbfinale beweisen, dass ihre guten Runs in der Quali nicht nur Glück waren und die beiden ziehen als sechster und siebter ins Finale – eine Überraschung, mit der wohl vor der DM niemand gerechnet hätte. Besonders beeindruckend macht es der alteingesessene Profi: Sebastian Halenke packt bei dieser DM seine ganze Klasse aus. Die schwere Dachpassage erscheint bei ihm plötzlich gar nicht mehr so schwierig – beinahe ohne Anstrengung hangelt er an einen großen Aufleger und klettert weiter. So weit, wie kein anderer. Mit einer völlig verdienten Führung startet Halenke ins Finale. Rückt ihm Yannick Flohé noch auf den Pelz? Flohé zittert und rutscht beinahe schon vor dem Dach aus den flachen Griffen. Er berappelt sich allerdings schnell und kommt Halenke gefährlich nahe. Für die Führung reicht es allerdings knapp nicht. Trotzdem katapultiert ihn seine solide Leistung auf Platz 2, weit vor den hinter ihm liegenden. Damit rückt das Geschwisterpaar Flohé geschlossen ins Finale vor. Feiern die beiden heute Abend womöglich gemeinsam einen Platz auf dem jeweiligen Podium? Auch bei den Herren kommen am Ende die besten acht weiter, die da wären: Sebastian Halenke, Yannick Flohé, Jonas Brandenburger, Lars Hoffmann, Christoph Schweiger, Michael Ullrich, Moritz Welt und Philipp Martin.

 

Die Qualifikation

10 Uhr morgens in Augsburg. Bedeckter Himmel, eher kühl, aber der Wetterbericht kündigt Sonnenschein und gute 20 Grad für den späteren Tag an - perfekte Bedingungen also. Am grünen Hügel vor der Kletterwand nehmen die ersten Zuschauer Platz. 31 Damen und 41 Herren gehen in der Quali an den Start. Die Deutsche Meisterschaft im Lead-Klettern kann beginnen!

 

Das Publikum sieht die Athletinnen und Athleten in harten, selektiven und abwechslungsreichen Routen. An vordersten Stellen ziehen die Favorit*innen eine Runde weiter. Besonders souverän machen das Hannah Meul, Yannick Flohe und Sebastian Halenke. Am Ende der Quali kommt die Sonne raus und verspricht einen Superklettersamstig in der Schwabenmetropole.

 

Hier ein paar Details zu den Routen: Die Damen Quali 1 zieht pumpig und boulderlastig an schwarzen Volumes hoch, keine Topbegehung. Damen zwei ziemlich flach an noch flacheren Griffen und Tritten, weswegen auch viele einfach rausrutschen. Herren eins auch an Volumes, ähnlich Damen eins, auch kein Top. Herren zwei schließlich viele flache Halbkugeln, klare Crux in Wandmitte, wo nur Yannick Flohe drüberkommt.

 

Und hier noch ein paar Highlights: Sebastian Halenke zaubert sich mit einer Art Flagmove über eine harte Passage in seiner ersten Route. Die zweite Route wirft ihn in der Crux ab, zweithöchste Marke hinter Yannick Flohe. Dieser ist der einzige, der die Crux schafft, aber dann doch kurz drauf rausfällt. In seiner zweiten Quali, boulderlastig, holt der amtierende deutsche Bouldermeister die beste Höhe. Riecht das irgendwie nach dem Double? Hannah Meul klettert so souverän, als ob sie den Titel jetzt schon in der Tasche hätte – mit einem Top und einer Höchstwertung. Martina Demmel fliegt mit einem Riesensatz ganz oben aus der Quali Nummer zwei. Nach sehr guter Performance auch in der anderen Route macht sie mit Platz drei nach Quali deutlich, dass die anderen erstmal an ihr vorbei müssen, wenn sie aufs Podium wollen. Roxana Wienand rutscht in ihrer ersten Route auf einem Tritt aus und stürzt überraschend früh. In der zweiten Route läufts deutlich besser, Einzug ins Halbfinale ist safe. Sandra Hopfensitz liefert zwei gute Vorstellungen ab und zieht stabil eine Runde weiter. Moritz Welt überrascht die Kletterwelt mit einer Superleistung in beiden Routen und steht nach der Quali auf Rang vier, direkt hinter Philipp Martin. Lucia Dörffel führt die Kunst des doppeten Klippens aus heikler Position vor und zieht wenig überraschend mit einem zweiten Platz locker eine Runde.

 

Live-Ergebnisse

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Order Name Sektion Startnumber Ergebnis Finale Kleines Finale 1/2 - Finale 1/4 - Finale 1/8 - Finale Qualifikation
Stand: {{ data.route_result }} - Quelle: https://www.digitalrock.de
 

DM Lead Replay und Ergebnisse

Deutsche Meisterschaft Lead

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Am 2. Oktober fand die Deutsche Meisterschaft Lead im Kletterzentrum Augsburg statt. Vor Ort war Publikum zugelassen sein. Für alle, die es nicht persönlich zu Wettkampf geschafft haben oder ihn nochmal erleben wollen, gibt es hier den Livestream von Sportdeutschland.TV zum Event und die Ergebnisse. Liveticker Vorbericht Livestream auf Sportdeutschland.TV Ergebnisse Ihr habt Anmerkungen, Lob & Tadel zum Livestream? Bitte schreibt eine Mail an kommunkation[Klammeraffe]alpenverein[Punkt]de 

Lexikon des Wettkampfkletterns

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Klettern ist eine Welt für sich. Von A wie Affenindex bis Z wie Zone ergibt sich ein ganzes Lexikon aus Equipment, Positionen und Schrittfolgen, die im Klettersport ganz bestimmte Bezeichnungen haben. Wir führen euch einmal durch's ABC des Kletterns und erklären euch, was die Begriffe bedeuten.  Schnellnavigation: A - B - C - D - E - F - G - H - I - K - L - M - N - O - P - Q - R - S - T - U - V - W - Z 

Was ist Lead-Klettern?

Die Sportart als Wettkampf

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Lead, also das Klettern mit Seil, wird auch als Vorstiegs- oder Schwierigkeitsklettern bezeichnet. Es ist die traditionellste Disziplin des Kletterns. Hier geht es darum, eine definierte Route in einer vorgegeben Zeit möglichst sturzfrei zu durchklettern – beziehungsweise höher als die anderen Starterinnen und Starter zu kommen. Seit mittlerweile über 30 Jahren hat sich das Leadklettern als Wettkampfsportart etabliert – 1989 ging der erste Weltcup über die Bühne. Zu Beginn fanden die Wettkämpfe noch am Fels statt, beim „Rockmaster“ im italienischen Arco beispielsweise, einem der ältesten Sportkletterwettkämpfe überhaupt. Inzwischen aber werden Wettkämpfe in Hallen an bis zu 20 Meter hohen Kunstwänden durchgeführt. Für diese Disziplin ist vor allem Ausdauer und Kraft nötig. Daneben sind eine ausgefeilte Technik und eine gute Taktik gefragt, um an der Weltspitze mitklettern zu können. Zunehmend sieht man bei den Leadwettkämpfen aber auch spektakuläre Sprünge oder Bewegungen, wie die „Figure Four“, bei dem mangels Tritt das Bein über den Unterarm gehängt und aus dieser Position weitergezogen wird.   Das Niveau beim Leadklettern ist mittlerweile sehr hoch, bei den Deutschen Jugendmeisterschaften beispielsweise sollte die männliche Jugend A den 9. UIAA-Grad beherrschen. Bei der Deutschen Meisterschaft der Senioren liegen die Schwierigkeiten bereits bei UIAA 10/10+, international sogar noch höher: Bei den Weltcups werden Touren bis zum UIAA-Grad 11-/11 geklettert.