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Leadweltcup in Villars: Alex Megos holt Silber

04.07.2021, 13:22 Uhr

Beim Leadweltcup am 2. und 3. Juli im schweizerischen Villars konnte Alex Megos kurz vor den Olympischen Spielen seine Stärke noch einmal beweisen: Er landete direkt hinter Sean Bailey aus den USA auf dem zweiten Platz und führt damit aktuell sogar im Gesamtranking. Der Franke war jedoch nicht der einzige deutsche Athlet, der überzeugte: Auch Sebastian Halenke kletterte bis in die Endrunde und verpasste mit Platz 4 nur sehr knapp das Podium.

Tolle Leistung des deutschen Teams

Spannender hätte es bei einem Leadweltcup wohl nicht mehr sein können. Am Tag des Finales regnete es beinahe den ganzen Tag und das hatte direkte Konsquenzen für die Athlet*innen. Die extrem hohe Luftfeuchtigkeit sorgte für rutschige Griffe und Tritte. Ein Zug mit zu viel Schwung, ein nicht perfekt platzierter Tritt - in solchen Situationen entscheiden oft die kleinsten Fehler zwischen Top oder Sturz.

 

Zeitweise mussten die Teilnehmenden sogar in einer Dunstwolke klettern. Zwei deutsche Starter, nämlich Alex Megos (DAV Erlangen) und Sebastian Halenke (DAV Schwäbisch Gmünd) durften sich diesen schwierigen Final-Bedingungen stellen, und das mit Erfolg. Megos konnte auf voller Linie überzeugen und sicherte sich die Silbermedaille, knapp hinter Sean Bailey - die beiden trennten letztendlich nur wenige Griffe. Damit aber nicht genug: Der Franke durfte nicht nur den zweiten Platz feiern, sondern damit auch die aktuelle Führung des Gesamtrankings. Aber auch für Sebastian Halenke lief es hervorragend. Der 26-Jährige schien auf dem direkten Weg Richtung Podium zu sein, als ihm unvorhergesehen und plötzlich die Hand von einer kleinen Leiste rutschte. Trotz des jähen Endes, konnte nur noch ein Athlet höher klettern, was Halenke letztendlich auf den vierten Platz beförderte.

 

Ein solides Wochenende für das Climbing Team Germany

Gleichzeitig mit den Finale der Herren, fand auch die Endrunde der Damen statt. Wie gewohnt konnte natürlich keine andere Teilnehmerin der unbesiegaren Janja Garnbret (SLO) das Wasser reichen, die deutschen Starterinnen haben allerdings trotzdem keinerlei Grund sich verstecken zu müssen. Besonders erfreulich verlief der Wettkampf für die beiden Athletinnen Käthe Atkins (DAV Frankfurt/Main) und Newcomerin Martina Demmel (DAV Allgäu-Kempten). Die beiden 19-jährigen Jung-Talente fackelten nicht lange und konnten die Qualifikation erfolgreich überstehen. Leider war im Halbfinale dann Schluss: Atkins landete auf Platz 19 und Demmel auf 25 - in Zukunft sollte man die ambitionierten Kletterinnen allerdings auf jeden Fall im Auge behalten. 

 

Leadweltcup: Die Ergebnisse der Herren

1. Sean Bailey (USA)

2. Alex Megos (DAV Erlangen)

3. Colin Duffy (USA)

 

4. Sebastian Halenke (DAV Schwäbisch Gmünd)

28. Philipp Martin (DAV Allgäu-Kempten)

35. Martin Tekles (DAV Achental)

44. Jonas Brandenburger (DAV Wupertal)

47. Christoph Hanke (DAV Allgäu-Kempten)

 

Zur Ergebnisliste der Herren

 

Leadweltcup: Die Ergebnisse der Damen

1. Janja Garnbret (SLO)

2. Lauro Rogora (ITA)

3. Natalia Grossman (USA)

 

19. Käthe Atkins (DAV Frankfurt/Main)

25. Martina Demmel (DAV Allgäu-Kempten)

30. Roxana Wienand (DAV Aschaffenburg)

35. Luisa Flohé (DAV Aachen)

 

Zur Ergebnisliste der Damen

 

Nächster Halt: Leadweltcup in Chamonix

In knapp einer Woche, am 12. und 13. Juli stoppt der Leadweltcup-Zirkus in Frankreich - genauer gesagt in Chamonix. Das deutsche Team wird dort mit 10 Athletinnen und Athleten vertreten sein. Allen voran: Olympia-Teilnehmer Jan Hojer (DAV Frankfurt/Main) will kurz vor den Spielen die eigene Leistung nochmal auf den internationalen Prüfstand stellen, bevor es dann schon am 19. Juli für ihn und Team-Kollegen Alex Megos nach Japan geht. Weitere Starter*innen für das deutsche Team sind Sebastian Halenke, Christoph Hanke, Philipp Martin, Yannick Flohé (DAV Aachen), Käthe Atkins, Martina Demmel, Hannah Meul (DAV Rheinland-Köln), Lucia Dörffel (DAV Chemnitz) und Roxana Wienand.

Alle Infos zu den Weltcups gibt es auf ifsc-climbing.org

 

Heiße Phase für Olympia

In weniger als vier Wochen, am 23. Juli, beginnen die auf dieses Jahr verschobenen Sommerspiele in Tokio. Das Sportklettern feiert sein olympisches Debüt dann ein wenig später im Terminkalender, nämlich vom 3. bis 6. August. Alex Megos und Jan Hojer, den beiden deutschen Teilnehmern in Tokio bleiben also nur noch wenige Wochen für den Feinschliff.

 

 

Einkleidung von Team Deutschland – der Start in die heiße Olympia-Phase

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Am Montag, den 28. Juni fand die Einkleidung der Athlet*innen für das "Team Deutschland" des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in München statt. Auch der DAV war vertreten: Für das Sportklettern bei Olympia haben sich Jan Hojer und Alex Megos qualifiziert. Die Einkleidung markiert traditionell den Auftakt zur heißen Phase der Olympia-Vorbereitung: Die Spiele in Tokio beginnen bereits in weniger als vier Wochen.

Alexander Megos

Olympia-Teilnehmer

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Alexander Megos von der Sektion Erlangen ist einer von zwei Athleten, die sich für die Olympischen Spiele 2021 in Tokyo, Japan, qualifizieren konnten. Mit der Kampagne #climbtotokyo begleitet der DAV das deutsche Team auf seinem Weg nach Tokyo. Name Alexander Megos Jahrgang 1993 Wohnort Erlangen DAV-Sektion Erlangen  

Was ist Lead-Klettern?

Die Sportart als Wettkampf

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Lead, also das Klettern mit Seil, wird auch als Vorstiegs- oder Schwierigkeitsklettern bezeichnet. Es ist die traditionellste Disziplin des Kletterns. Hier geht es darum, eine definierte Route in einer vorgegeben Zeit möglichst sturzfrei zu durchklettern – beziehungsweise höher als die anderen Starterinnen und Starter zu kommen. Seit mittlerweile über 30 Jahren hat sich das Leadklettern als Wettkampfsportart etabliert – 1989 ging der erste Weltcup über die Bühne. Zu Beginn fanden die Wettkämpfe noch am Fels statt, beim „Rockmaster“ im italienischen Arco beispielsweise, einem der ältesten Sportkletterwettkämpfe überhaupt. Inzwischen aber werden Wettkämpfe in Hallen an bis zu 20 Meter hohen Kunstwänden durchgeführt. Für diese Disziplin ist vor allem Ausdauer und Kraft nötig. Daneben sind eine ausgefeilte Technik und eine gute Taktik gefragt, um an der Weltspitze mitklettern zu können. Zunehmend sieht man bei den Leadwettkämpfen aber auch spektakuläre Sprünge oder Bewegungen, wie die „Figure Four“, bei dem mangels Tritt das Bein über den Unterarm gehängt und aus dieser Position weitergezogen wird.   Das Niveau beim Leadklettern ist mittlerweile sehr hoch, bei den Deutschen Jugendmeisterschaften beispielsweise sollte die männliche Jugend A den 9. UIAA-Grad beherrschen. Bei der Deutschen Meisterschaft der Senioren liegen die Schwierigkeiten bereits bei UIAA 10/10+, international sogar noch höher: Bei den Weltcups werden Touren bis zum UIAA-Grad 11-/11 geklettert.