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Dritter und Vierter Deutscher Jugendcup im Lead und Speed in Dresden

27.06.2018, 12:45 Uhr

Dresden war am vergangenen Wochenende Austragungsort des dritten und vierten Deutschen Jugendcups. Nach den beiden Bouldercups in Düsseldorf und Nürnberg standen in der Hauptstadt Sachsens nun Lead und Speed auf dem Programm. Und es ging bei den jungen Athletinnen und Athleten aus ganz Deutschland richtig zur Sache: Ein absolutes Highlight des Wettkampf-Wochenendes war der neue deutsche Speedrekord (männliche Jugend B) von Ludwig Breu aus Landshut am Sonntag. Der 15-Jährige kletterte die Normroute in exakt 7,84 Sekunden und gewann damit absolut souverän. Zum Vergleich: der derzeitige Deutsche Speedrekord der Herren, der von Jan Hojer in Xiamen erzielt wurde, liegt bei 7,28 Sekunden!

DJC Lead: Schwierige Routen für die Jugend B

Am Samstag aber drehte sich alles erst einmal um das Leadklettern. Insgesamt 146 Starterinnen und Starter kämpften vormittags in den beiden anspruchsvoll, aber fair geschraubten Quali-Touren um den Einzug in das Finale. Bei den zehn Besten jeder Altersklasse ging es dann am Nachmittag um einen der begehrten Podiumsplätze und um wichtige Punkte im Kampf um den Gesamtsieg. Sowohl die Quali-Touren als auch die spätere Final-Tour wurden nicht mehr verändert - das heißt, die Jugend B musste die gleichen Routen wie die Jugend A klettern. Bei den Mädels waren die Qualis eher plattig und technisch anspruchsvoll geschraubt. Die Tour im Finale forderte dann ordentlich Ausdauer und bot einige schwere Einzelzüge. Bei den Jungs war in der Quali zum einen viel Technik, zum anderen ein großes Bewegungsspektrum gefragt. Die Finaltour im Überhang dagegen war kraftlastig und hatte schon relativ weit unten eine trickreiche Einzelstelle.

 

Jugend B: Leonie Muth und Philipp Kuczora gewinnen die Leadwettkämpfe

Die eindrucksvollste Leistung an diesem Tag zeigte bei den Jugend B-Mädchen Leonie Muth (DAV Allgäu-Kempten), die souverän siegte: Sie konnte nicht nur beide Quali-Touren toppen, sondern erreichte im Finale mit 39+ eine Höhe, mit dem sie mit ihrem Vorrundenergebnis sogar den zweiten Platz bei der Jugend A belegt hätte. Zweite wurde Emma Bernhard (DAV Frankfurt/Main), den dritten Platz sicherte sich Luise Svensson (DAV Hamburg und Niederelbe).

 

Bei den Jungs der Jugend B war es wieder einmal Philipp Kuczora aus Ingolstadt, der sich im Finale durchsetzen konnte. Mit seiner Leistung wäre er bei der Jugend A übrigens Dritter geworden. In Düsseldorf, beim ersten Bouldercup, gewann Philipp bereits. In Nürnberg belegte er den vierten Platz und ist nach Dresden derzeit der Führende in der Gesamtwertung. Die Plätze zwei und drei belegten Jonas Ecker (DAV Heidelberg) und Cedric Lluc Milles (DAV Frankenthal). Beide hatten im Finale zwar die gleiche Höhe, aber Jonas das bessere Quali-Ergebnis.

 

Jugend A: Frederike Fell in Bestform

Bei der weiblichen Jugend A war es wieder die Freisingerin Frederike Fell, die ihre Konkurrentinnen dominierte. Sie war die einzige Starterin an diesem Tag, die sowohl die Qualitouren als auch die Finalroute toppen konnte. Frederike meisterte als Einzige im Finale die technisch anspruchsvolle letzte Passage und konnte den Umlenker – nicht einmal sichtlich gepumpt – klippen. Amelie Kühne (DAV Heilbronn) zeigte im Finale mit 39+ ebenfalls eine sehr starke Leistung und gewann den zweiten Platz. Amelie belegt derzeit in der Gesamtwertung nach Frederike den zweiten Platz. Dritte wurde verdient die Münchnerin Christina Kautzner, die auch schon bei den beiden Bouldercups im Finale stand.

 

Bei den Jungs der Jugend A bedeutete eine schwierige verschachtelte Volumenpassage das Aus für die meisten der elf Finalisten. Nur zwei Athleten, den beiden Wuppertalern Philipp Göthert und Jonas Brandenburger, gelang es, dieses Problem zu überklettern. Jonas, der als einziger Jugend A-Starter die beiden Qualitouren getoppt hatte, gewann verdient und ist derzeit der Führende in der Gesamtwertung. Philipp wurde Zweiter, Platz 3 belegte Lasse von Freier vom Alpinclub Hannover.

 

DJC Speed: Neuer Rekord in der Jugend B!

Es war Ludwig Breu, der junge Landshuter, der die Halle am Sonntag zum Beben brachte. Er legte schon in der Quali mit 8,22 Sekunden ordentlich vor. Im Viertelfinale waren es dann nur noch 8,19 Sekunden, die er brauchte, um die Speedtour hochzurennen. Der 15-Jährige ging unglaublich fokussiert zur Sache, er scheint jeden einzelnen Zug verinnerlicht zu haben. Im Finale brach er dann mit 7,84 Sekunden noch den bisherigen – von ihm zuvor am gleichen Tag aufgestellten – Rekord in seiner Altersklasse und distanzierte sich von seinen Konkurrenten eindrucksvoll.

 

Aber auch bei den anderen Finalisten zeigte sich deutlich, dass das Olympic Combined-Format mittlerweile im Training einen festen Platz einnimmt und das Speed-Training mehr im Fokus der Nachwuchskletterer steht. Das sah man an den Zeiten am vergangenen Sonntag, die – auch nach einem anstrengenden Lead-Wettkampf am Vortag – deutlich besser waren als noch im Vorjahr.

 

Nuria Brockfeld aus Osnabrück beispielsweise gewann in der weiblichen Jugend B mit 11,81 Sekunden. Frederike Fell, die am Vortag bereits den Leadwettkampf dominierte, belegte auch im Speed bei der Jugend A mit einer Zeit von 11,44 Sekunden den ersten Platz. Bei der männlichen Jugend A war an diesem Tag der Heim-Matador Julian Radecker vom Sächsischen Bergsteigerbund mit einer Zeit von 7,96 Sekunden der Schnellste. Sein Finalgegner Jonas Brandenburger schied nach Sturz aus dem Rennen aus.

 

Ergebnisse der 3. und 4. Deutschen Jugendcups 2018 in Dresden

Nächste Station

Die nächste Station des Deutschen Jugendcups ist am 21. Juli Hilden: Dort steht wieder Speed auf dem Programm.

 

Text: Gudrun Regelein für kletterszene.com

 

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