logo-dav-116x55px

Regeln und Modus Bouldern

Bouldern bedeutet Klettern in Absprunghöhe ohne Seil (bis ca. 4m Höhe), wobei Weichbodenmatten die Stürze abfangen. Bouldern verlangt häufig akrobatische und spektakuläre Bewegungsabläufe. Im Wettkampf versuchen die Athleten, verschiedene vorgegebene Boulder (sogenannte Probleme) von den markierten Startgriffen und –tritten bis zum letzten, ebenfalls markierten Topgriff zu durchsteigen. Der Topgriff muss dabei mit beiden Händen drei Sekunden gehalten werden.  Etwa in der Mitte des Boulders befindet sich die sogenannte Zonenwertung, ein ebenfalls markierter Griff. Ziel des Kletterers ist es nun, in möglichst wenigen Versuchen den Boulder zu durchsteigen. 

 

 Gewertet werden dabei jeweils nur komplette Durchstiege oder das Erreichen der Zonenwertung. Das heißt: Fällt ein Kletterer zwischen Zonenwertung und Topgriff, bekommt er nur die Zonenwertung angerechnet. Sieger ist, wer die meisten Topbegehungen vorweisen kann. Bringt die Anzahl der Topbegehungen alleine noch kein eindeutiges Ergebnis, werden die Anzahl der erreichten Zonenwertungen hinzugezogen. Besteht auch hier noch Gleichstand, wird zuerst auf die Anzahl der benötigten Versuche für die erreichten Tops, anschließend auf die Anzahl der benötigten Versuche für die erreichten Zonenwertungen zurückgegriffen.

 

In den Qualifikationsrunden bei Boulderweltcups starten bei großer Teilnehmerzahl die Kletterer meist in zwei Gruppen a 30-50 Kletterer an jeweils 5 verschiedenen Bouldern. Zum Halbfinale werden dann jeweils die 10 besten Kletterer pro Gruppe zugelassen. Im Halbfinale qualifizieren sich wiederum die besten sechs für das Finale. In allen Runden wird „on sight“ geklettert, das heißt die Boulderer dürfen sich nicht gegenseitig beobachten. In der Qualifikation und im Halbfinale haben die Kletterer jeweils 5 Minuten Kletterzeit pro Boulder und danach 5 Minuten Pause, bevor es zum nächsten Boulder geht.  Vor dem Finale besichtigen alle Finalisten zusammen jeden Boulder jeweils 2 Minuten. Im Anschluss haben sie jeweils 4 Minuten Kletterzeit pro Boulder und anschließend so lange Pause, bis alle Kletterer den Boulder absolviert haben. Dann wandern alle Finalisten an den nächsten Boulder weiter. Versuche müssen innerhalb der für Runde gültigen Kletterzeit beendet werden. Begehungen nach Ablauf der Zeit werden nicht gewertet. Die Anzahl der Versuche ist dabei in allen Runden unbegrenzt.

 

So liest sich die Ergebnisliste beim Bouldern:

Standings
Rank Nation Finale Halbfinale Qualifikation    
1. Shauna Coxsey GBR 3t4z 5 5 3t3z 3 3 3t5z 5 7    
2. Akiyo Noguchi JPN 3t4z 7 5 4t4z 10 9 5t5z 6 6    
3. Janja Garnbret SLO 2t3z 2 3 2t4z 3 7 2t4z 8 9    

 

 

Shauna Coxsey hat drei Boulder im Finale getoppt und dabei vier Zonen erreicht (3t4z). Dafür hat sie jeweils fünf Versuche gebraucht (5 5). Akiyo Noguchi hat auch drei Boulder getoppt und auch vier Zonen erreicht (3t4z).
Allerdings hat die Japanerin für die Tops sieben Versuche benötigt, also zwei mehr als Shauna Coxsey und ist daher auf Platz zwei gelandet. Die Slowenin Janja Garnbret hat nur zwei Tops erreicht und drei Zonen; sie
ist damit Dritte.