Außerordentliche Hauptversammlung 2026

Rund 400 Delegierte aus den DAV-Sektionen stimmten über die Themen auf der außerordentlichen Hauptversammlung ab. Foto: DAV/Julia Behl

Zwei große Themen standen auf der Agenda der außerordentlichen Hauptversammlung des Deutschen Alpenvereins am 28. Februar 2026 in Mannheim: Die rund vierhundert Delegierten aus 220 Sektionen stimmten über eine neue Struktur für den gesamten Verband sowie die Frage nach dem Finanzierungskonzept für alpenverein.digital und die IT-Landschaft des Bundesverbands generell ab.

Die Ergebnisse auf einen Blick

Für die Finanzierung der Digitalisierung des Verbands gibt es auf der außerordentlichen Hauptversammlung 2026 eine Entscheidung: Mit fast 90-prozentiger Zustimmung verabschieden die Delegierten einen Antrag mehrerer Sektionen: Demnach wird der Verbandsbeitrag um drei Euro erhöht, um eine zukunftsfähige Digitalisierung zu garantieren. Diese Erhöhung ist an die Erreichung verschiedener Zwischenziele geknüpft. Sofern diese erreicht werden, wird der Verbandsbeitrag zum 1.1. des übernächsten Jahres, frühestes ab 2029, um den genannten Betrag erhöht.

Hinsichtlich einer neuen Struktur für den DAV beschließt die Hauptversammlung, dass die juristische Verantwortung für den Verband nach §26 BGB im Ehrenamt bleibt. Nach §30 können „besondere Vertreter“ aus der hauptberuflichen Geschäftsführung berufen werden, die bestimmte Aufgaben übernehmen. Zudem werden die ehrenamtlichen Gremien deutlich verkleinert. Der Beschluss wird nun für die Aufnahme in die Satzung auf der Hauptversammlung 2026 vorbereitet.

Für die Nachfolge als Regionenvertreter Südbayerischer Sektionentag wird Maximilian Essler von der Sektion Berchtesgaden mit fast 97-prozentiger Zustimmung gewählt.

DAV-Präsident Roland Stierle eröffnete die außerordentliche Hauptversammlung. Foto: DAV/Julia Behl

Digital in die Zukunft (Hintergründe)

Im Anschluss an die Hauptversammlung in Passau im November 2025 wurde schnell klar, dass die nötigen Schritte für eine zukunftsfähige Digitalisierung des DAV-Bundesverbandes auf der außerordentlichen Hauptversammlung in Mannheim erneut diskutiert werden müssen. Die Forderung einer umfassenden Modernisierung der IT-Landschaft stieß im November zwar auf große Zustimmung – die finanziellen Rahmenbedingungen, die dafür verabschiedet wurden, stellten den Bundesverband allerdings vor eine Herausforderung. Mit dem Beschluss aus Passau wären sehr schmerzhafte Einsparungen nötig gewesen – sowohl in der IT als auch in allen anderen Bereichen von Hütten über Kultur bis zum Bergsport.

Der nun vorliegende Beschluss stieß auf der Hauptversammlung schnell auf breite Zustimmung und gibt der Bundesgeschäftsstelle die Mittel und Möglichkeiten, sich auf die Bereitstellung einer funktionalen und zukunftsfähigen Mitgliederverwaltung zu konzentrieren und dabei die Anforderungen für IT-Sicherheit und wesentliche Softwarelösungen erfüllen zu können – ein gangbarer Kompromiss für alle Beteiligten.

Eine zeitgemäße Struktur für den DAV (Hintergründe)

Innerhalb von knapp zwei Jahren wurde eine neue Struktur erarbeitet, die zur Größe des DAV passen, zeitgemäß sein, kooperatives Zusammenarbeiten auf Augenhöhe ermöglichen, den Austausch zwischen Sektionen und Bundesverband fördern und dem Prinzip der Verbandsdemokratie entsprechen soll. Ziel dieser Strukturanpassung ist, eine klare Trennung der Aufgaben und Verantwortungen zu bewirken, beim ehrenamtlichen Führungsgremium Zeit und Raum für strategische Entscheidungen zu schaffen, gleichzeitig operative Entscheidungen schneller treffen zu können und das Ehrenamt zu entlasten.

Weitere Bestandteile des Strukturkonzeptes sind die Verringerung der Besetzung von Vorstand (von sieben auf fünf Personen) und Regionenvertretungen (von zwölf auf acht Personen). Beratungsgremien dürfen aus maximal siebzig Prozent Personen des gleichen Geschlechts bestehen.

Auf der Hauptversammlung in Mannheim herrscht weitestgehender Konsens in den Sektionen zum Bedarf einer Neustrukturierung sowie einer Trennung von Strategie und operativem Geschäft. Um sicherzustellen, dass das Ehrenamt weiterhin Herz und Seele des DAV bleibt, fällt die Entscheidung für einen ehrenamtlichen Vorstand mit einer „besonderen Vertretung“ aus der hauptberuflichen Geschäftsführung.