Olympia 2026: Platz vier für Tatjana Paller bei der olympischen Skimo-Premiere

- Das SkimoTeamGermany hat in Bormio den ersten olympischen Skimo-Wettkampf überhaupt bestritten. Im Sprint-Rennen läuft Tatjana Paller auf Platz vier. Helena Heuringer und Finn Hösch kommen bei widrigen Bedingungen mit starkem Schneefall nicht über die Vorläufe hinaus.

Tatjana Paller im olympischen Sprint-Rennen in Bormio. 2026 Frank Heinen/VOIGT

Mit dem Sprint-Wettbewerb hat in Bormio das olympische Kapitel des Skibergsteigens begonnen. Für das SkimoTeamGermany gingen Tatjana Paller (DAV Tölz), Helena Euringer (DAV Berchtesgaden) und Finn Hösch (DAV Bergland München) erstmals bei Olympischen Winterspielen an den Start. In einem hochdynamischen Wettbewerb mit mehreren Ausscheidungsrunden zeigt das deutsche Team eine engagierte Leistung gegen die internationale Spitze.

In den Tagen vor den Rennen hatte es in Bormio nochmal geschneit – genug Schnee für die Wettkämpfe, aber auch eine Herausforderung. Am Wettkampftag schneite es erneut kräftig: Das bedeutet im Skimo vor allem weniger Fehlertoleranz. Wechselzonen müssen sauber sitzen, Linien in der Abfahrt müssen passen – und im dichten Feld kann schon ein kleiner Patzer mehrere Plätze kosten.

Sprint-Rennen der Frauen

Tatjana Paller erwischt den Start in ersten Heat ausgesprochen gut. Sie kann früh nach vorne laufen und ihre Position beibehalten. Als Zweite sichert sie sich den Einzug ins Halbfinale mit einer komfortablen Position. Im Halbfinale wird Paller in der Diamanten-Passage kurz ausgebremst, kämpft sich aber wieder heran. Beim letzten Wechsel schiebt sie sich auf Platz zwei und verteidigt den auch in der Abfahrt. Damit ist sie für Finale qualifiziert.

Im Finale bleibt Paller kurz am Start hängen, findet aber wieder den Anschluss. Kurz vor der Tragepassage muss sie zu den anderen Athlet*innen abreißen lassen. Mit erneut einem guten letzten Wechsel kämpft sich zurück und sichert sich Platz vier mit einer starken Abfahrt.

Für Helena Euringer, eine der jüngsten im Feld, war es ein besonderer Moment: olympische Premiere – und direkt ein Rennen auf höchstem Niveau. Sie zeigte eine super Leistung, landete am Ende auf Platz fünf in ihrem Heat - leider nicht genug für die Halbfinals. Nur etwas über eine Sekunde fehlt ihr zu Platz drei und der Qualifikation fürs Halbfinale

Sprint-Rennen der Männer

Finn Hösch geht im dritten Heat der Männer ins olympische Rennen. Leider bringt ihn der Neuschnee in Probleme: seine Felle stollen. Das behindert nicht nur beim Laufen, auch beim Wechsel bekommt er die Ski nicht flach aufeinander, um sie am Rucksack zu befestigen. Das kostet wertvolle Zeit. Ins Ziel kommt er auf vierter Position.

„Die Laufleistung war absolut da“, ordnete Hösch sein Rennen im Anschluss ein. Rennentscheidend war für ihn eine taktische Materialentscheidung bei der Fellwahl. Sein Fazit: kein Grund zum Hadern, sondern ein Learning für den nächsten Start – „am Samstag will ich umso mehr gutmachen“.

Die Athleten im Interview:

Tatjana Paller:

Gratulation zum vierten Platz, richtig gute Leistung! Wie fühlt es sich an?

Ja, wahnsinnig! Die Atmosphäre vor so vielen Leuten, vor so einem Fanclub. Ich glaube, ich habe den coolsten Fanclub, die haben so laut geschrien. Das ist sehr, sehr besonders und einzigartig und ich habe es wirklich genossen, wobei ich sehr nervös war. Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich Vierte werde, dann glaube ich, ich hätte es genommen, weil es einfach ein gutes Ergebnis für mich ist. Aber jetzt, wenn ich die Siegerehrung sehe und mir denke "Boah, dritter wäre halt schon viel cooler". So ja: ein lachendes, ein weinendes Auge. 

 Du hattest am Anfang ein paar Probleme. Was war da los beim Start im Finale? 

Das war voll blöd. Normalerweise haben wir ein klares Prozedere am Start, das es heißt: "Silence please", "Set" und dann der Knall und jetzt kam einfach nichts und nur ein Knall und ich dachte es wäre irgendwie was von der Musik und ich stand auch noch gar nicht da. Dann sind die losgelaufen und da dachte ich "Hä, die machen alle Fehlstarts" und ich bin immer voll vorsichtig mit Fehlstart, das gibt halt 30 Sekunden Strafe. Ich bin dann noch kurz stehen geblieben und dann dachte ich aber "Okay, die Bremsen nicht ich muss jetzt auch weiterlaufen". Das war schon blöd. Ein bisschen hat es mich schon gekostet. Ich denke jetzt nicht die Medaille, aber man weiß es natürlich nicht, aber blöd war es schon. 

Was nimmst du für die Rennen am Samstag mit, wahrscheinlich eine Menge Selbstvertrauen, oder? 

Auf jeden Fall stimmt die Form. Jetzt einfach Morgen nochmal erholen und auf jeden Fall nochmal Familie treffen, Freunde treffen, nochmal kurz auf andere Gedanken kommen. Dann übermorgen nochmal voller Fokus und alles, was irgendwie in mir steckt, auf dem Hang lassen. 

Finn Hösch:

Kannst du den Tag zusammenfassen, was bleibt dir im Kopf? 

Vor allem überwiegt die Freude über dieses Event. Es ist ein unvergesslicher Tag, abseits des Ergebnisses. Auch das weiß ich jetzt schon sportlich einzusortieren, dass es einfach nicht an der Laufleistung gelegen hat. Das war eine taktische Entscheidung mit der Fellwahl, die mich zurückgeworfen hat. Die Laufleistung war absolut da und das stimmt mich sehr positiv. 

Du hattest ein paar Probleme in der Wechselzone, was ist genau passiert? 

Wir haben hier Neuschneebedingungen, der Schnee blieb einfach an den Fellen haften. Das heißt: Ich habe keine Gleitphase mehr im Aufstieg. Das kann ich kompensieren mit der Ausdauer, aber in den Wechselzonen ist das Handling dann einfach komplett anders, da habe ich sehr viel Zeit beim Wechseln verloren und damit leider das Rennen aus der Hand gegeben. 

Welche Learnings nimmst du jetzt mit für die nächsten Rennen? 

Ich werde auf jeden Fall ein Auge auf die Fellwahl haben, davor das vielleicht nochmal austesten vor dem letzten Lauf. Ein bisschen Glück gehört da auch immer dazu, heute wollten wir es eben besonders gut machen sag ich Mal, dann doch nochmal das Fell gewachst und das war vielleicht das eine Mal zu viel. Ansonsten kann ich mich auf meiner Laufleistung absolut ausruhen, die ist gerade sehr zufriedenstellend. 

Ist das auch wichtig in Hinblick auf Samstag, dass du sagst "Die Laufleistung passt"? 

Ja auf jeden Fall. Das will ich jetzt am Samstag umso mehr gut machen. Heute, ich meine, es ist kein Verlust heute oder so. Wir stehen hier bei den olympischen Spielen und ich habe alles gegeben und das machen wir am Samstag nochmal!  

Helena Euringer:

Du warst dabei, als Skimo olympisch wurde. Wie hat es sich für dich angefühlt?

Es war richtig krass. Also die Aufregung war nie so groß wie heute und ja, für uns ist das eine riesen Bühne mit den ganzen Zuschauern und die Stimmung war einfach wahnsinnig cool. 

Jetzt schneit es heute wahnsinnig viel. Für alle Skitourengeher*innen da draußen wäre das ein Traum. Wie ist das für euch beim Wettkampf ? 

So schön wie der Schnee eigentlich ist, im Wettkampf ist es nicht optimal. Bei vielen Athleten hat es heute das Fell aufgestollt, das ist sehr schlecht und auch in der Abfahrt ist es extrem langsam. Aber gut, eigentlich geht es allen so von daher passt das wieder aber auf der Ski-Oberfläche ist auch so viel Schnee und das erschwert die Wechsel auf jeden Fall. Es ist ein bisschen schwieriger heute.  

Du bist in deinem Heat Fünfte geworden und hast das Halbfinale knapp verpasst. Kannst du das sportlich einordnen? 

Für mich war es eigentlich eine ganz gute Leistung. Ich habe eher mit dem Kopf, dass ich eigentlich schon Mal bessere Beine gehabt habe, also ich habe mich heute nicht so ganz explosiv gefühlt. Zum Schluss bin ich dann wieder gut an die Gruppe herangekommen und habe dann noch eine überholen können. Ja, aber es ist einfach krass, wenn man sieht, wie hoch das Niveau dann bei den ganz Großen ist und auch eine riesige Motivation. Für heute bin ich eigentlich zufrieden.

Ausblick: Mixed Relay am Samstag

Nach dem Sprint richtet sich der Fokus nun auf das Mixed Relay am 21. Februar 2026, ab 13:30 Uhr.

Im Mixed Relay starten Frau und Mann als Team und wechseln sich im Rennen ab. Das Format ist kurz, intensiv und lebt von Rhythmus und präzisen Übergaben – jede Runde kann die Ausgangslage sofort verändern.

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